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Zerbrochen

Fred Abel Band 3. True-Crime-Thriller
Buch
Broschiert, 400 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3426519704

ISBN-13: 

9783426519707

Erscheinungsdatum: 

01.03.2017

Preis: 

14,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3426519704

Beschreibung von Bücher.de: 

Der dritte True-Crime-Thriller von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner und SPIEGEL-Bestseller-Autor Michael Tsokos - basierend auf echten Fällen, authentischen Ermittlungen und Insider-Wissen.

Ein besonderer Tag für Rechtsmediziner Dr. Fred Abel: Viele Monate, nachdem er bei einem brutalen Überfall fast zu Tode kam, tritt er erstmals wieder seinen Dienst an. Sofort wird er vom täglichen Wahnsinn der BKA-Einheit »Extremdelikte« in Beschlag genommen: Der sogenannte »Darkroom-Killer« hält Polizei und Bevölkerung in Atem, überdies wird für Berlin eine Terrorwarnung herausgegeben.

All dies verblasst jedoch, als Abels gerade neu gefundenes Familienglück auf dem Spiel steht: Seine 17-jährigen Zwillinge, Kinder aus einer längst vergangenen Affäre, besuchen ihn in Berlin - und werden Opfer einer Entführung. Wer hat mit Abel noch eine Rechnung offen?

Kriminetz-Rezensionen

Gut geschrieben aber unglaubwürdig

Ein Jahr hat es gedauert, bis sich Fred Abel von dem Anschlag erholt hat, dem er im ersten Band der Reihe zum Opfer gefallen ist. Doch nun ist er wieder im Dienst und eine seiner ersten Leichen ist ein Opfer des Darkroom-Killers, eines Serienkillers, der sich mit seinen Opfern in Darkrooms von Schwulen-Clubs verabredet und sie dort im Dunkel tötet, um an den Schlüssel zu dem Spind zu kommen, in dem Kleidung und Wertsachen des Opfers weggeschlossen sind. Das klingt zwar unglaubwürdig (wer tötet schon wegen ein paar Euro und einer Kreditkarte?), beruht aber auf einem wahren Fall, der 2012 in Berlin Schlagzeilen machte (das wahre Leben hält halt Überraschungen bereit ...).

Natürlich gibt Abel den entscheidenden Hinweis zur Überführung des Täters, indem er auch auf die Zusatzstoffe testen lässt, die der Täter verwendet hat, um den Geschmack des Liquid Extasy, mit dem er seine Opfer betäubt hat, zu überdecken. Dumm nur, dass genau das in einer Pressekonferenz ausgeplaudert wird und der Täter daraufhin droht, sich an Abel zu rächen.

Und dann werden Abels Kinder – die er gerade erst kennengelernt hat (der Leser der Vorgängerbände erinnert sich) – entführt. Und was macht Abel, Direktor beim BKA? Anstatt sich direkt mit seinen Leuten oder dem zuständigen LKA in Verbindung zu setzen, ruft er eine Funkstreife, die sich weigert, nach den Kindern zu suchen, da ja bekannt ist, dass Jugendliche etwas Besseres zu tun haben, als mit ihren Eltern zu Abend zu essen und die auch nicht interessiert, dass die beiden von einem angeblichen Assistenten von Abel (den es gar nicht gibt) abgeholt wurden. Für diesen Fall gibt es allerdings – soweit mir bekannt ist – etwas andere Richtlinien bei der Polizei ...

Ohne hier ins Detail zu gehen: In der Folge werden weitere (mehr oder weniger weit hergeholte) Bedrohungsszenarien aufgebaut und die Suche nach den Kindern gestaltet sich als klassisches Whodunnit, wie aus dem Nachwort zu erfahren ist.

Da Abel dem dann schließlich doch eingeschalteten und zuständigen LKA nichts zutraut (wie alt ist denn dieses Klischee?), engagiert er seinen Kumpel Moewig (ebenfalls bekannt aus den Vorgängerbänden) als Privatdetektiv und nimmt außerdem noch seinen Freund den Profiler Timo Jankowski und dessen Freundin, eine nahezu autistische (auch dieses Klischee wird nicht ausgelassen!) BKA-Computerexpertin mit ins Boot und ermittelt auf eigene Faust.

Nach und nach wird ein Bedrohungsszenario nach dem anderen entkräftet, bis nur noch das übrig bleibt, von dem jeder halbwegs erfahrene Krimileser schon von Anfang an geahnt hat, dass es darauf hinaus laufen wird. Allerdings war das Motiv des schließlichen Täters – zumindest für mich (aber vielleicht habe ich da ja auch ein persönliches Problem; schließlich hat mir auch das Motiv des Darkroom-Killers nicht eingeleuchtet) – nicht nachvollziehbar und schien nur der Dramatik geschuldet. Zum Schluss hin wurde es – obwohl sich Abel wider besseren Wissens in große Gefahr begab, wie es sich für einen ordentlichen Thriller gehört, irgendwie immer langweiliger, da ohnehin klar war, dass es ein Happy End geben wird.

Übrigens: Aus dem Szenario mit dem Menschenhandel hätte man etwas machen können – aber dann wäre es ein völlig anders Buch geworden …

Obwohl der sog. True-Crime-Triller sehr gut geschrieben ist und sich sehr flüssig und angenehm liest (das ist vermutlich dem Engagement des nur auf dem Innentitel genannten Co-Autors Andreas Gößling zu verdanken), erscheint die Handlung doch genau so unrealistisch und klischeebehaftet wie die ganze Idee einer angeblichen Sondereinheit "Extremdelikte" beim BKA, die zudem nur aus einer Gruppe von Rechtsmedizinern zu bestehen scheint (zumindest scheint es in den Bänden keine weiteren BKA-Beamte zu geben, mit denen Abel „offiziell“ zusammenarbeitet), die in der Realität aus gutem Grund bei den Rechtsmedizinischen Instituten angesiedelt sind.

Obwohl die Reihe nur auf drei Bände angelegt war, und dies der dritte Band ist, denkt Michael Tsokos bereits über eine Fortsetzung nach, wie er im Nachwort schreibt. Wir dürfen also gespannt sein ...

Abels persönlichster Fall

Ein Jahr ist vergangen seit dem beinahe tödlichen Überfall auf Rechtsmediziner Fred Abel. Abel hat sich zurück ins Leben gekämpft und tritt nun wieder in den Dienst. Sofort hält der altbekannte Alltag Einzug und er wird von der BKA-Einheit »Extremdelikte« in Beschlag genommen. In Berlin treibt der »Darkroom-Killer« sein Unwesen und Abels fachmännischer Rat ist gefragt. Der Fall verblasst jedoch, als sein neugefundenes Familienglück auf dem Spiel steht. Seine zwei Kinder aus einer längst vergangenen Affäre sind zu Besuch aus Guadeloupe bei ihm und werden Opfer einer Entführung. Wer hat hier noch eine Rechnung mit Abel offen?

Bei »Zerbrochen« handelt es sich um den 3. Teil der Fred Abel-Reihe. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden, aber es ist dennoch vorteilhafter zuerst die vorherigen Teile zu lesen, da man sonst gespoilert wird.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und lässt sich gut lesen. Auch der bekannte Aufbau ist zu finden. Über den Kapitelanfängen stehen Orts- und Zeitangaben, sodass man als Leser sofort erkennt, wann und wo die Handlung spielt.

Tsokos lässt in seine Handlung wahre Kriminalfälle mit einfließen, was ich äußerst interessant finde, weil man eigentlich gar nicht dran denkt, dass so etwas auch im realen Leben passiert.

Die Handlung bezieht sich auch nochmal auf die beiden Vorgängerbände und so beschreibt Tsokos alles recht ausführlich. Für diejenigen, die die Vorgängerbände noch nicht gelesen haben und auch für diejenigen, die die Vorgänger vor etwas längerer Zeit gelesen haben, ist dies sehr hilfreich.

Dennoch hatte das Buch an einigen Stellen Längen und es konnte keine Spannung aufgebaut werden. Wenn Spannung da war, war sie oftmals schnell wieder vorbei.

Mein Fazit:
Im Gegensatz zu den Vorgängerbänden fehlte mir leider bei diesem Teil der Nervenkitzel, aber dennoch ist es sehr interessant. 4 / 5 Sternen.