Claudia Schmid's Rezensionen

Rezension zu: Echo eines Freundes

Kennt ihr das auch? Ihr schaut einen Film mit eurer Lieblingsschauspielerin oder eurem Lieblingsschauspieler an und ihr wisst von vorneherein, der Film wird euch gefallen, weil die ausschließlich Filme mit Drehbüchern auswählen, die gut sind? Genauso ergeht es mir mit Büchern, die Gabriele Haefs übersetzt hat. Da weiß ich bereits nach den ersten Seiten, dass sie mir wieder gefallen werden. Neben zahlreichen anderen Büchern hat sie auch Kriminalromane ins...

Rezension zu: Das Ende der Lügen

„Das Ende der Lügen“ ist nach „Die Stadt der Toten“ und „Das Ende der Welt“ der dritte Band um die Ermittlerin Claire deWitt, die im Klappentext als mit „überirdischem Spürsinn und Kampfgeist ausgestattet“ beschrieben wird. Beides hat sie auch bitter nötig, da sie ihre Fälle aufgrund von Eingebungen löst, den Kampfgeist ebenfalls, da Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und Zimperlichkeit im Umgang mit anderen nicht zu Claires hervorstechenden Eigenschaften...

Cover von: Geheimnisse der Vernehmungskunst

Josef Wilfling war selbst etwas über vier Jahrzehnte im Polizeidienst tätig. Ungefähr die Hälfte seiner Berufszeit verbrachte er bei der Mordkommission. Vieles hängt vor deutschen Gerichten von Geständnissen ab. Der Spezialist Wilfling zeigt in „Geheimnisse der Vernehmungskunst“ auf, wie diese Kunst gelingen kann. Dazu kommen Schnipsel aus seinen Ermittlungen in Mordfällen, die breites Medieninteresse fanden, wie etwa der Sedlmayr- und der Moshammer-Mord....

Rezension zu: Literaturen aus Afrika

Die westliche Sicht auf Afrika ist geprägt von Flüchtlingsströmen und Kolonialismus. Doch wie ist es mit der Sicht der Afrikanerinnen und Afrikaner auf ihren Kontinent? Manfred Loimeier, Professor für afrikanische Literaturen in englischer Sprache an der Universität Heidelberg, nennt seinen Band „Literaturen aus Afrika“ im Untertitel „Aufbruch in ein neues Selbstbewusstsein“. Bei den Heidelberger Literaturtagen 2018 war Ngũgĩ wa Thiong’o, einer der bedeutendsten...

Rezension zu: Das Jahr der Katze

„Das Jahr der Katze“ ist ein knallharter Gangsterthriller mit Japan als Schauplatz: zu Beginn die Millionenmetropole Tokio und dann das Hinterland mit bizarren Vorgärten. Deutsche Verhaltensformen stehen japanischen gegenüber – die Deutsche Nikola hinterfragt ständig alles, der Japaner Onishi antwortet teilweise wie ein Orakel. Seine Sprüche klingen ein wenig wie die Botschaften Holly Golightlys, die diese in „Frühstück bei Tiffany“ aus dem Gefängnis übermittelt...

Cover von: Die letzte Terroristin
Rezension zu: Die letzte Terroristin

Es ist eine Spur der Verwüstung, die die dem Thriller André Georgis den Titel gebende Hauptfigur und ihre Kumpanen hinterlassen. Sie zerstören nicht nur einzelne Menschenleben, sondern auch deren Familien. Die Familien der Täter zerbrechen ebenfalls an deren Verbrechen. Mütter, Väter, Geschwister und Kinder. Dabei versuchen sie doch alle, ein kleines Stück heile Welt für sich im Privaten zu bewahren. Der Banker, dessen Quality Time mit seiner Tochter so aussieht...

Rezension zu: Katzengeschichten

Feine Katzengeschichten von Patricia Highsmith, neu aufgelegt bei Diogenes. „Drei Stories, drei Gedichte, ein Essay“, angereichert mit 7 Katzenzeichnungen der Schriftstellerin. Sie war eine bekennende Katzenliebhaberin und hat sich zeitlebens mit Katzen umgeben. Übrigens mochte sie auch Schnecken. Aber im Fokus des vorliegenden, in weiß gehaltenen bibliophilen Bändchens stehen die Fellnasen, von denen sie immer welche um sich hatte.

In der ersten...

Rezension zu: Kalter Sommer

Gianrico Carofiglio war selbst viele Jahre lang Antimafia-Staatsanwalt in seiner Heimatstadt im süditalienischen Bari. Von 2008 bis 2013 war der Schriftsteller Mitglied des italienischen Senats.

„Kalter Sommer“ meint den Sommer 1992, in dem die brutalen Anschläge auf die Staatsanwälte Falcone und Borsellino durchgeführt wurden. Einer der beiden war kurz vor seiner Ermordung noch in Mannheim gewesen, um persönlich eine Vernehmung durchzuführen. Das hatte...

Cover von: The Woman in the Window
Rezension zu: The Woman in the Window

Der Roman liest sich wie eine Hommage an alte Hollywoodfilme. Natürlich muss man beim Titel bereits an Hitchcocks “Das Fenster zum Hof“ denken, beim Lesen fühlte ich mich aber auch sehr an „Sunset Boulevard“ erinnert, jener Film, in dem eine alternde Diva die Zeit damit totschlägt, ihre alten Filme anzusehen. Dr. Anna Fox ist aber erst 39 Jahre alt und sie ist keine Schauspielerin, sondern Psychotherapeutin. Sie hat selbst etwas sehr Schlimmes erlebt, etwas, das...

Rezension zu: Shootout

Grey Stevens baut in der über Vancouver gelegenen Ski-Region Gras an. Für den Vertrieb sorgt ein bunte Truppe aus Ex-Bikern, Alt-Hippies und Straßenmusikerkids. Mit der Gemütlichkeit ist es vorbei, als zwei verfeindete Gangs versuchen, ihn aus dem Geschäft zu drängen. Es wird ziemlich blutig, Großkalibriges kommt zum Einsatz. Auch im persönlichen Schlagabtausch mit Körpereinsatz sind die Kerle nicht eben zimperlich, wenn sie sich kriegen.

Mafiasohn Nicky...

Rezension zu: Pik-Bube

Joyce Carol Oates, eine der bedeutendsten amerikanischen Gegenwartsautorinnen, feiert am 16. Juni 2018 ihren 80. Geburtstag. Bei Droemer ist dieser Tage „Pik-Bube“ in deutscher Übersetzung erschienen: Der Ich-Erzähler, der renommierte Schriftsteller Andrew Rush, hat in seinem Keller eine geheime Bibliothek. Dort hortet er auch die Belegexemplare von Pik-Bube, von dessen Existenz nicht einmal seine Familie weiß. Unter diesem Pseudonym veröffentlicht Andrew Rush...

Rezension zu: God's Kitchen

Margit Ruile hat mit God’s Kitchen einen Jugendthriller geschrieben, der das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) zum Inhalt hat. Selbstlernende Algorithmen erhalten in Form eines Roboters ein Aussehen, das an die Unschuld eines Kindes anknüpft. Psychologie-Studentin Celine wird von einer ungewöhnlichen Frau, die sich Pandora nennt, für ein Praktikum angeworben. Am Institut für neuronale Informatik wird an der Maschine mit Namen Chi gearbeitet. Es kommt unter den...

Rezension zu: In der Heide brodelt es

Die beiden Krimiautorinnen Kathrin Hanke und Claudia Kröger haben im Gmeiner Verlag ein Kochbuch vorgelegt. Darin versammelt sind Lieblingsrezepte aus der Lüneburger Heide. Besonders nett ist die Idee, die Rezepte der Romanfiguren der beiden vorzustellen. Dazu gesellt sich jeweils Wissenswertes über die Figur. Die beiden Autorinnen verraten natürlich auch, was sie selbst am liebsten kochen. Daneben werden weitere Personen vorgestellt, wie etwa der Inhaber von "...

Drei Monate verbrachte die Schriftstellerin und promovierte Astronomin als erste gemeinsame Literatur-Stipendiatin der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis e.V. und der UNESCO City of Literature Heidelberg im Kommandantenhaus Dilsberg hoch über dem Neckar. Bei zwei Lesungen stellte sie während dieser Zeit ihren auf deutsch bei Culturbooks erschienenen Kurzgeschichtenband „Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen“ vor. Übersetzt hat ihn Zoë Beck.

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Samson, ein abgebrannter Hund, erbt von seinem Onkel Rin-Tin-Tei die Pension Fjordlicht. Gemeinsam mit dem ebenso armen Kater Roberto macht er sich auf, um sein Erbe anzutreten. In dem Hotel, das seine besten Zeiten lange hinter sich hat, falls es überhaupt je welche hatte, spukt es zu allem Überfluss auch noch. Nach und nach wird das Hotel von vielerlei Tieren bevölkert, jedes mit einer anderen Eigenart.

Der liebevoll ausgestattete Band ist für Kinder...

Rezension zu: Strafe

Ferdinand von Schirach veröffentlicht mit „Strafe“ seinen dritten Erzählband. Nach der Vorlage der ersten Bände „Verbrechen“ und „Schuld“ wurden TV-Serien mit Sepp Bierbichler und Moritz Bleibtreu in der Rolle des Strafverteidigers gedreht. Nach Schirachs Kurzgeschichte „Der Äthiopier“ entstand der Fernsehfilm „Der weiße Äthiopier“ mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle. Sein Theaterstück „Terror“ wurde ebenfalls filmisch adaptiert.

Es sind einsame Menschen...

Brigitte Heinrich und Christel Dormagen haben zwei Erzählungen der englischen Autorin Daphne du Maurier neu übersetzt. Der Band mit "Die Vögel" und "Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist im Insel Verlag erschienen. "Die Vögel" ist durch die Verfilmung von Alfred Hitchcock berühmt geworden. "Wenn die Gondeln Trauer tragen" wurde ebenfalls verfilmt, und zwar von Nicolas Roeg.

Das Unheimlichste in "Die Vögel" ist wohl während der Lektüre, dass es kleine...

Cover von: Geldgerinnung
Rezension zu: Geldgerinnung

Doktorand Lester Sternberg kommt nichtsahnend ins Büro und sieht sich unvermutet dem Verdacht ausgesetzt, am Ableben seines Doktorvaters nicht unmaßgeblich beteiligt zu sein. Dabei kam er doch selbst grade Professor van Slyke auf die Schliche, dass der Lesters Masterarbeit unter eigenem Namen als wissenschaftlichen Aufsatz veröffentlichen wollte, offenbar früher gängige Praxis in akademischen Kreisen. In die Enge getrieben, entschließt sich Lester, auf eigene...

Cover von: Unterwegs im Leichenwagen

Eine Dektektivgeschichte aus den Swinging Sixties, zu einer Zeit, als Frauen vor allem eines, nämlich hübsch zu sein hatten. Waren sie mehr und entsprachen nicht mehr dem gängigen Klischee, so galten sie als durchtrieben, wenn nicht gar h

interhältig. Ross MacDonald spielt mit diesen Bildern, karrikiert sie und treibt sie auf die Spitze. Der Vater von Harriet Blackwell, die kurz davor steht, das Erbe ihrer Tante anzutreten, das ihr ab dem Alter von 25...

Weihnachtsgeschichten aus dem echten Leben. In dem von Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann herausgegebenen Geschichtenband "Nordlicht, Elch und Tannengrün" wird von Menschlichem während der Weihnachtstage erzählt. Manche sind müde, manche einsam. Manche haben am Lebensabend noch Träume. Gar köstlich ist die Geschichte um das norwegische Weihnachtsessen von Bjørn Ingvaldsen, bei dem den Nachbarn Angst und Bange wird, was die da Seltsames zusammenbrauen....

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