Crime and History - Verbrecherjagd im Paris des Rokoko

Rue des Marmousets

Paris in der Zeit des Rokoko.

Eine Zeit mit zwei Gesichtern.

Die Epoche des Rokoko begann ungefähr im Jahre 1715 und dauerte etwa bis 1750 an. Nach dem Tod des allmächtigen Ludwig dem XIV., die geprägte durch einen formalen geometrischen Stil, folgten die Menschen einem Gegenentwurf. Leichtigkeit und Eleganz bestimmen die Zeit des Rokoko. Überschwänglich verwendete man geschwungene, natürliche Formen. Da Ludwig der XV. zum Zeitpunkt des Todes seines Vorgängers erst 8 Jahre alt war, bestimmten einflussreiche Aristokraten und Adlige die Politik und das gesellschaftliche Leben des Königreiches. Die Ordnung ging verloren, Willkür und die Sucht der Verschwendung ergriff die Mächtigen.

Die darstellende Kunst, die Architektur und die Inneneinrichtungen in den prunkvollen Villen der Reichen erlebten eine nie gekannte Blütezeit. Die Künstler spielten mit Formen und Farben, Architekten entwarfen prachtvolle Villen, die mit den feinsten Materialien und Formen ausgestattet wurden. Salons im Rocaille Stil entstanden, in denen man die Gäste empfing und umschweifige Feste zelebrierte. Man genoss das Leben und frönte der Lust. Genauer gesagt 2 % der Einwohner des Königreiches taten das, die übrigen 98 % waren die Einzigen, die Steuern bezahlen mussten. Die Steuereintreiber zogen die Daumenschrauben immer fester, sodass große Teile der Bevölkerung Schwierigkeiten hatte, das tägliche Brot auf den Tisch zu bekommen.

Was unterscheidet 2024 eigentlich von dieser Zeit? Natürlich viel, denn die Verhältnisse sind nicht vergleichbar. Wenn man stark abstrahiert, ergibt sich ein Bild, das gar nicht so stark abweicht, wie man es sich wünschen würde.

Bei all der Eleganz des Rokoko blühte auch das Verbrechen im Paris des Rokoko. Viele, die nichts mehr zu verlieren hatten, wählten den kriminellen Weg, um zu überleben. Mord und Totschlag geschahen täglich in Paris. Die Aufklärungsquote war miserabel.