Gibt es das perfekte Verbrechen? Immerhin wäre es strikt geheim und gelangte nicht an die Öffentlichkeit, denn mit der Aufdeckung und der damit verbundenen Strafverfolgung wäre es nicht mehr perfekt im Sinne von unaufgedeckt.
Das Mannheimer Technoseum zeigt ein Jahr lang vom 25.06.2026 bis zum 27.06.2027 die große Sonderschau »Crime. Die Technik des Verbrechens«, ohne allerdings Tipps zu geben. Zehn spannende Themenbereiche werden an Stationen, die im gesamten Haus verteilt sind, vorgestellt: Geld, Codes, Fälschungen, Forensik, Was ist verboten?, Lasertunnel, Produkt-Piraten, Dieselgate, Fotografie und Überwachung. Dabei geht es um Kriminal-, Technik- und Kulturgeschichte. Mit Fingerabdrücken, Phantombildern, Spionagekameras und Tatortfotografie, DNA-Analyse und Computer-Hacks wird ein breites Spektrum aufgezeigt.
20 Mitmachaktionen gestalten die Ausstellung abwechslungsreich und machen sie zudem für Familien mit Kindern interessant. So kann man sich etwa wie ein akrobatischer Meisterdieb im Lasertunnel trickreich bewegen. Für Kinder wurde extra eine Strecke aufgebaut, bei der Seile nicht berührt werden sollten. Geschieht es dennoch, bimmelt ein Glöckchen.
Ein Nachbau der Enigma-Verschlüsselung fehlt ebenso wenig wie ein Apparat, mit dessen Hilfe unechtes Geld von echten unterschieden wird. Beim Thema Fälschungen denkt man neben Geld und Gemälden an teure Konsumartikel. Aber es werden auch Gebrauchsartikel wie etwa Kettensägen gefälscht und sogar preiswerte Artikel wie Papiertaschentücher.
Das schwerste Objekt der Ausstellung ist ein 700 kg schwerer Geldautomat, der vom LKA Baden-Württemberg zu Testzwecken gesprengt wurde. Das Sprengen von Geldautomaten ging drastisch zurück, seit Farbpatronen im Falle eine Sprengung die Geldscheine färben und sie damit unbrauchbar kennzeichnen.
Die Technik verändert längst die Art von Verbrechen. Kaum mehr werden Banken mit Strumpf über dem Kopf überfallen. Die Ausübenden von Finanzkriminalität haben andere, weitaus lukrativere Methoden entdeckt, die sich im digitalen Bereich abspielen. Ein weiterer Aspekt der Ausstellung ist die Wichtigkeit von Medienkompetenz, um etwa Deepfakes zu erkennen. Und so leistet die überaus sehenswerte Ausstellung auch einen Beitrag zur Prävention.
Die Ausstellung verfügt über barrierefreie Angebote. Sämtliche Texte sind auf Deutsch und Englisch. Alle Video-Stationen sind zweisprachig untertitelt und mit Deutscher Gebärdensprache ausgestattet.
Mit einem Rallye-Heft in der Hand lassen sich die zehn Stationen ablaufen und dabei auch noch knifflige Rätsel-Aufgaben lösen, um sich am Ende im Foyer einen kleinen Preis abzuholen.
Sämtliche Infos, auch zum Rahmenprogramm, sind hier zu finden >technoseum.de




















