feeLit ist eröffnet!

Helga Schubert bei der Eröffnungslesung aus »Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe« bei feeLit. Internationales Literaturfestival Heidelberg. Die Morderation übernahm Bernhard Robben. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz

In Heidelberg wurde das Internationale Literaturfestival feeLit eröffnet. Der Oberbürgermeister der Stadt, Eckart Würzner, brachte in seiner Begrüßung seine Freude darüber zum Ausdruck, dass Jagoda Marinić die Leitung übernommen hat. Er bekräftigte die Perspektive, die das Festival in Heidelberg habe und freue sich auf neue Ideen der künstlerischen Leitung. Jagoda Marinić, Schriftstellerin und Publizistin, teilte ihre Erinnerung an ihre erste eigene Lesung im Spiegelzelt, das traditionell zum Heidelberger Literaturfestival auf dem Universitätsplatz steht. Sie stellte die Frage vor, was können überhaupt Bücher? Sie wünsche sich, »dass wir ein Ort werden, wo wir uns gegenseitig inspirieren. Es geht darum, dass alle im Dialog miteinander reden können. Literatur ist immer etwas mehr. Wir wollen den Dialog, wir wollen die Begegnung. Ich und mein Team versuchen, Ihnen fünf angenehme Tage zu machen.« Die musikalische Begleitung der Eröffnungsfeier erfolgte durch BÄR.

Zur Eröffnung las Helga Schubert aus ihrem Roman »Der heutige Tag: Ein Stundenbuch der Liebe«. Die Moderation übernahm Bernhard Robben, ein mehrfach ausgezeichneter literarischer Übersetzer und Moderator. Helga Schubert war Psychotherapeutin und Schriftstellerin in der DDR. 2020 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Helga Schubert pflegt ihren demenzkranken Mann, ein Schicksal, dass sie mit vielen pflegenden Angehörigen teilt. Aber wohl kaum jemand hat ein derart poetisches, wertschätzendes Buch darüber verfasst wie sie. Der mittlerweile 96jährige emeritierte Psychologie-Professor hat auch gemalt, über 1000 Bilder in Öl. Ihr Lieblingsbild zeigt einen Baum mit Krähen, im Hintergrund sind Gebäude. Der Stamm des Baumes ist hohl und mittendrin klafft ein Loch. Sie mag das Bild, weil es zeigt, dass es immer einen Baum gibt, in den man kriechen kann und dass es immer einen Ausweg gibt, auch wenn er nach innen führt. Abends, wenn ihr Mann, ihre große Liebe, versorgt ist, rettet sie sich ins Schreiben. Auf Nachfrage des Moderators führt Helga Schubert den Titel ihres Buches auf ein biblisches Zitat zurück, es sei in Matthäus, Kapitel 6 Vers 34 verankert. Ihren Worten nach ermöglicht erst ein Distanzierungsprozess Literatur. Die vorgetragenen Lesestellen offenbaren eine große poetische Kraft und erzählen von einer tiefen Liebe, die immer noch trägt.

In einer weiteren Lesung des Abends moderierte Alexandra Antwi-Boasiako den Auftritt von Ana Marwan, die ihren Roman »Verpuppt« vorstellte.

»feeLit. Internationales Litaturfestival in Heidelberg« findet noch bis einschließlich Sonntag, 2. Juli 2023 statt. Zum hochkarätigen Programm, unter anderem mit Tsitsi Dangaremba, der Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hier klicken.

Der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner eröffnete feeLit. Internationales Literatufestival Heidelberg. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz
Jagoda Marinić ist die Künstlerische Leiterin von feeLit. Internationales Literaturfestival Heidelberg. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz
Schriftstellerin Helga Schubert und Moderator Bernhard Robben bei der Eröffnungslesung zu feeLit. Internationales Literatufestival Heidelberg. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz
Alexandra Antwi-Boasiako moderierte die Lesung von Ana Marwan bei feeLit. Internationales Literatufestival Heidelberg. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz