Ein besonderes Schmankerl bot das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen mit der Premiere der Verfilmung des Bayerwaldkrimis Fellinger – Eiskalter Hund aus der Feder von Erfolgsautor Oliver Kern. Der ist selbst im Bayerischen Wald aufgewachsen und konnte so das ganz besondere Feeling authentisch wiedergeben. Gleich die Eingangsszene konfrontiert mit speziellem niederbayerischem Charme. Michael Ostrowski, bestens bekannt aus den Passau-Krimis im Ersten, drückt der Rolle als ermittelnder Lebensmittelhygieniker seinen unvergleichlichen Stempel auf. Herrlich auch die Szene, als er sich bereitmacht, den mobilen Foodtruck von Tommy zu kontrollieren und der hinter seinem Rücken abrauscht.
Das Drehbuch nach der Romanvorlage schrieb Murmel Clausen. Regisseur Ed Herzog ist bekannt für seine Eberhofer-Verfilmungen nach den Romanen von Rita Falk und bereits mit bayerischem Humor infiziert. In der Kühlung eines Restaurants findet Fellinger (Michael Ostrowski) einen gefrorenen gehäuteten Hund. Der gehörte, wie er schnell herausfindet, der vermögenden Helga Poschinger. Als Fellinger bei ihrer Villa auftaucht, sieht er durchs Fenster eine Leiche. Doch gleich darauf spürt er eine Bratpfanne auf seinem Hinterkopf und als er wieder zu sich kommt, ist die Leiche verschwunden. Polizist Lechner (Frederic Linkemann) ist wenig gesonnen, seinen beschaulichen Alltag gegen Ermittlungen einzutauschen. Viel lieber befasst er sich mit einem Preisrätsel, da dem Gewinner ein Urlaub für zwei Personen winkt. Eine willkommene Gelegenheit für ihn, Frau und Sohn auf die Reise zu schicken. „Ich hab gedacht, du bist bei der Hygiene,“ versucht er, abzuwiegeln. „Hygiene ist oft gefährlicher, als man denkt,“ bescheidet ihm Fellinger.
Die Tochter von der Poschinger erklärt, als er mit einer Polizistin (Sarah Viktoria Frick) bei ihr aufkreuzt, ihre Mutter sei auf Goa. Fellingers Nachforschungen in perfekt niederbayerischem Denglisch ergeben allerdings, die ist dort nie angekommen. Seine Ermittlungen führen ihn ins zauberhafte Krumlov (Krumau) in Tschechien. Bei der Ärztin, toll gespielt von Kabarettistin Christine Eixenberger, hat er ein Abo, um seine Beulen auf dem Kopf behandeln zu lassen. Beatrice Richter ist als Fellingers Mutter zu sehen.
„Fellinger – Ein eiskalter Hund“ ist eine liebevoll inszenierte, herzerwärmende Komödie mit tollen Darstellenden. Komponist: Martin Probst, Sound Designer: Miles Kann. Szenenbild: Bettina Schmidt. Kostümbild Walter Schwarzmeier. Maske Aurora Hummer. Kamera: Sebastian Edschmid.
Zum Filmgespräch gesellten sich zu den Moderierenden Julia Teichmann und Rüdiger Suchsland auf die Bühne: Buchautor Oliver Kern, Redakteurin (ARD Degeto) Katja Kirchen, Regisseur Ed Herzog mit Hund Polly, die Schauspielenden Michael Ostrowski, Frederic Linkemann, Sarah Viktoria Frick und Produzent Stefan Sporbert (Producers at Work Film GmbH) Platz.
Der Film wurde zum Teil in Tschechien gedreht, auf deutscher Seite beim Außendreh in Waldmünchen. Beteiligt waren die ARD Degeto und der ORF. Regisseur Ed Herzog gefällt, dass der Fellinger Retro und irgendwie in den 80er Jahren geblieben ist. Oliver Kern erzählte, dass der Hörbuchsprecher ziemlich geflucht habe wegen der vielen tschechischen Ausdrücke im Roman. Schauspieler Michael Ostrowski las den Roman, nachdem er von dem Projekt hörte. „Oida, iatz bin i des“, dachte er sich, als das Projekt letztendlich zustande kam. Er erzählte begeistert davon, dass er es mag, wenn ein Regisseur Improvisationen der Schauspielenden zulässt. Redakteurin Katja Kirchen wurde durch Regisseur Ed Herzog auf den Roman aufmerksam. Der erzählt dann noch, dass die Polizeiuniformen im Film reine Fantasieuniformen sind. Sarah Viktoria Frick beantwortete die Frage nach ihrer Lieblingsszene im Film mit dem Karaoke-Abend. Selbst beim Zuschauen spürt man den Spaß, den die Crew bei den Dreharbeiten hatte!
Der Film ist für den Rheingold Publikumspreis nominiert. „Fellinger – Ein eiskalter Hund“ wird beim Festival des deutschen Films nochmals am 28. August und am1. September gezeigt. Das 22. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein findet bis zum 6. September 2026 statt. Das Gesamtprogramm ist hier zu finden: Festival des deutschen Films.





















