Filmkunstpreis 2018 für „Murot und das Murmeltier“ von Dietrich Brüggemann

HR-Redakteur Jörg Himstedt nahm den Filmkunstpreis für "Murot und das Murmeltier" - Buch, Regie und Filmmusik von Dietrich Brüggemann, in Empfang. Foto © Jürgen Schmid, Kriminetz

Die Jury hat sich entschieden. Der Filmkunstpreis des 14. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen geht an Murot und das Murmeltier, dem HR-TATORT von Regisseur Dietrich Brüggemann, der auch das Drehbuch schrieb und für die Filmmusik zuständig war.

„Ludwigshafen ist deshalb so wichtig für uns, weil es das einzige Festival mit echtem Publikum ist“, so Produzent/Redakteur Jörg Himstedt. „Hier sind echte Menschen mit echten Emotionen, keine Branchenvertreter.“

Die Jury begründet ihre Entscheidung so: „Murot und das Murmeltier“ zeigt in überzeugender und raffinierter Weise die Zeitschleife, in der das Überangebot der Krimi-Produktion des Fernsehens steckt. Sein Vorbild ist der international hoch gelobte Spielfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem der Reporter eines amerikanischen Wetterfernsehens verzweifelt versucht, aus dem immer gleichen Ablauf seines Berufs herauszukommen. Dietrich Brüggemann hat die Geschichte in voller künstlerischer Freiheit für einen Fernsehfilm adaptiert, in dem der Ermittler Murot Schluss macht mit der endlosen Mordmaschinerie des Kriminalgenres. Er kämpft für ein Ende ohne Tote, ein Tatort to end all Tatorts. Damit legt dieser Fernsehfilm ein strukturelles Problem der deutschen Filmlandschaft offen, dass im Fernsehen durch mutige Redaktionen außerordentlich intelligente und kühne Filme entstehen können. Phantasiereich und klug inszeniert, dramaturgisch raffiniert, voller Witz und Abwechslung und immer wieder überraschend führt Dietrich Brüggemann seinen großartigen Hauptdarsteller Ulrich Tukur durch die Turbulenzen des Wahnsinns zu einem glücklichen Ausgang. Keiner stirbt, aber alle sind um die Erkenntnis reicher, dass Spannung und 90 Minuten Filmglück an ästhetische Brillanz und nicht an Verbrechen und Mord gebunden sind."

Die Jury, bestehend aus Dr. Jutta Brückner, Esther Zimmering und Christiane von Wahlert haben zudem an „Styx“ von Regisseur Wolfgang Fischer und „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ von Regisseurin Kerstin Polte „lobende Erwähnungen“ vergeben. Der Medienkulturpreis, Juror ist der renommierte Filmkritiker Wolfram Schütte, geht an „Frankfurt, Dezember 17“ von Regisseurin Petra K. Wagner/ Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Liane Jessen und die Redakteurin Lilli Kobbe. Der Publikumspreis Rheingold geht an Regisseur Hans Weingartner für seinen aktuellen Film „303“ (Zorro Filmverleih).

HR-Redakteur Jörg Himstedt mit Festivaldirektor Michael Kötz und der Jury, bestehend aus Jutta Brückner, Esther Zimmering und Christiane von Wahlert. Foto © Jürgen Schmid, Kriminetz