»Follow the Money« – Neuer Wirtschaftsthriller aus Dänemark

Jeppe Gjervig Gram ist der Autor der neuen dänischen Thriller-Serie »Follow the Money«. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz

»Follow the Money« – Neuer Wirtschaftsthriller aus Dänemark

Gleich zu Beginn der neuen dänischen Serie »Follow the Money« von Drehbuchautor Jeppe Gjervig Gram (Creator und Showrunner) wird in der Nähe eines Windparks ein Toter gefunden. Der Kriminalbeamte Mads (Thomas Bo Larsen) nimmt die polizeilichen Ermittlungen auf. Die Spuren führen zu Energreen, einem Energiekonzern, der sich auf erneuerbare Energien spezialisiert hat.

Schmutzige Geschäfte im Ökostrom-Konzern

Für Energreen arbeitet auch ehrgeizige Juristin Claudia (Natalie Madueno), die sich vom Leiter der Rechtsabteilung ungerecht behandelt fühlt. Als dieser sie mit der Untersuchung von kriminellen Insidergeschäften innerhalb des Konzerns beauftragt, nutzt Sie die Chance und wendet sich mit ihren Ergebnissen direkt an Sander (Lie Kaas), den aalglatten und telegenen CEO des Konzerns, was ihrer Karriere zu einem beachtlichen Schub verhilft.

Mads findet heraus, dass der Tod des Arbeiters auf die mangelnde Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen zurückzuführen war. Doch obwohl er ein Verfahren gegen den Konzern einleitet, muss er schon im Laufe der ersten Folge, bei der Per Fly Regie führte, einsehen, dass er damit keinen Erfolg haben wird. Gleichzeitig bekommt er wegen seiner unkonventionellen Methoden mal wieder Ärger mit seinem Vorgesetzten. Privat muss er sich um seine an MS erkrankte Frau (Line Kruse) und seine kleinen Kinder kümmern.

Kriminelle Energien

Und dann gibt es noch Nicky (Esben Smed), einen Automechaniker, der seiner Freundin und ihrem Baby gerne eine Wohnung kaufen würde, die dafür nötige Summe aber nicht aufbringen kann. Und nachdem er in der Tiefgarage von Energreen ein Auto reparieren sollte, nimmt er wieder Verbindung zu seinen Bekannten aus einer Autoknacker-Bande auf.

Die erste Folge der Serie, zeichnet sich durch einen häufigen Wechsel der Handlungsstränge, schelle Schnitte und ein zunehmendes Spanungspotential aus. Zum Ende hin sind die wichtigsten Personen der Serie eindrucksvoll aufgestellt und Mads hat einen ersten Kontakt zu seinen Kollegen vom Dezernat für Finanzkriminalität.

Diese Serie verspricht ein wirklich rasanter Thriller über Wirtschaftskriminalität, Moral und Geldgier zu werden und man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Bald im Fernsehen

Um das zu erfahren, müssen wir hier in Deutschland allerdings noch etwas warten. Denn im Januar 2016 startet die bereits komplett gedrehte erste Staffel mit zehn Folgen erst mal im dänischen Fernsehen. Anschließend wird die Serie in der BBC zu sehen sein. Doch auch mit deutschen und Französischen Sendern laufen bereits Verhandlungen, so dass wir wohl davon ausgehen können, dass die Serie auch bei uns zu sehen sein wird.

Für die zweite Staffel mit weiteren zehn Folgen beginnen die Dreharbeiten in diesen Tagen, erzählte Produzent Anders Toft Andersen bei dem Filmgespräch auf dem Festival des Deutschen Films, auf dem diese erste Folge als Special Premiere gezeigt wird.

Sehr interessant war es auch zu erfahren, das die Serien-Drehbücher in Teamarbeit von drei Autoren entstehen, wobei Jeppe Gjervig Gram, als Creator und Showrunner die Leitung hat. Und natürlich werden auch die die jeweiligen Regisseure der einzelnen Folgen entsprechend eingebunden. So verwundert es nicht, dass für jede Folge in aller Regel vier bis fünf Fassungen des Drehbuchs gibt, die immer wieder überarbeitet werden. Für die Pilotfolge gab es sogar acht oder neun Fassungen, meinte Jeppe Gjervig Gram, der ebenfalls zu dem Filmgespräch gekommen war, das von Kurator Torsten Zarges moderiert wurde. Denn hier sei es extrem wichtig, dass alles genau stimmt: Schließlich soll die erste Folge Lust auf mehr machen. Und das ist nach unserer Meinung voll gelungen.

Filmgespäch: Kurator Torsten Zarges unterhielt sich mit Drehbuchautor Jeppe Gjervig Gram und Produzent Anders Toft Andersen. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz