Im Gespräch mit Lilo Beil

Lilo Beil. Foto: © Lilo Beil

Lilo Beil (*11.01.1947) wurde im südpfälzischen Klingenmünster geboren. Die Pfarrerstochter verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Dielkirchen bei Rockenhausen und in Winden bei Landau. Ab 1966 studierte sie in Heidelberg Romanistik und Anglistik. Sie unterrichtete Englisch und Französisch von 1972 bis Januar 2008 an der Martin- Luther-Schule in Rimbach. Die Mutter dreier erwachsener Töchter lebt mit ihrem Mann Sigi und mit ihrem Hund Lennie im vorderen Odenwald. Lilo Beil hat bisher 2 Enkelkinder und ist gerne Oma.

Kriminetz : Liebe Lilo, gerade ist Dein dritter Charlotte-Rapp-Krimi erschienen. Warum hast Du Dich für Bensheim als Haupthandlungsort entschieden?

Lilo Beil: Ich wohne schon recht lange in BIRKENAU-HORNBACH. Eigentlich bin ich bekennende Pfälzerin. Aber ich habe 30 Jahre lang nichts vom Staatspark Fürstenlager gewusst. Dabei ist das ein derart toller Park und zwar nicht nur, weil es ein schöner Naturpark ist, sondern auch, weil er historisch sehr interessant ist.

Der Park hat mit der hessischen Aristokratie zu tun, die verbandelt war mit der englischen Queen Victoria und dem russischen Zarenhaus. Das Fürstenlager ist kulturell, und auch von der Natur her gesehen, sehr interessant, daher dachte ich mir, da werde ich mal einen Mord passieren lassen. Bei meinen Romanen geht die Idylle immer ins Grauen über, was man mit dem Park wunderbar darstellen kann.

Das Fürstenlager habe ich auch deshalb so ausführlich beschrieben, weil meine Bekannten den Park ebenfalls noch nicht kennen. Und die wohnen teilweise noch länger hier als ich. Das Fürstenlager ist einfach zu wenig bekannt. Das möchte ich mit diesem Roman gerne ändern.

Kriminetz: Wird es noch weitere Bände mit Charlotte Rapp geben?

Lilo Beil: Weiß ich noch nicht. Das muss ich offen lassen.

Kriminetz: Deine zweite Figur ist Kommissar Gontard, von dem letztes Jahr bereits der 8. Band im

Lilo Beil: Ich möchte noch einen Kommissar Gontard schreiben, wenn es geht. Ich habe schon einige Ideen. Es geistert bei mir schon ein Thema im Kopf herum, aber ich muss erst noch recherchieren.

Kriminetz: Was hast Du als letztes geschrieben?

Lilo Beil: Ich habe gerade bei einem Kurzgeschichten-Wettbewerb mitgemacht. Da habe ich einen Odenwaldkrimi geschrieben. In der Geschichte kam dann auch wieder Charlotte Rapp drin vor. Die Charlotte Rapp kommt übrigens in einer weiteren Anthologie vor, die im Ulrich Wellhöfer Verlag (Hexenfieber in Blutworschtblues) erschienen ist.

Kriminetz: Roman oder Kurzgeschichte? Wem gibst Du den Vorzug?

Lilo Beil: Kann ich mittlerweile nicht mehr sagen. Ich habe früher sehr viele Kurzgeschichten geschrieben. 2007erschien mein erster Roman "Gottes Mühlen". Früher dachte ich immer, ich könnte keinen Roman schreiben. Doch dann habe ich gemerkt. Ich kann es doch und mittlerweile mache ich beides gleich gerne.

Kriminetz: Ein Hobby von Dir ist die Malerei. Kommst Du neben dem Schreiben überhaupt dazu?

Lilo Beil: Ich male immer erst ab Oktober, wenn es kälter wird. Im Sommer male ich nie. Im Sommer schreibe ich mehr. Im Winter ist es oft so, dass mein Mann an Wochenenden meistens unterwegs auf Antikmärkten ist. Er übernimmt dort das Schätzen als Experte. Daher bin ich alleine daheim, also schreibe oder male ich. Mein einer Enkel hat im November Geburtstag. Da entwickelt sich dann bei mir eine Idee zu einem Kinderbuch und dafür male ich dann die Bilder.

Kriminetz: Wo kommen Dir die besten Ideen für Deine Geschichten?

Lilo Beil: Wir verreisen nicht so oft und also gehe ich oft spazieren. Bei Waldspaziergängen kommen mir oft Ideen. Gerade gestern habe ich ein Karfreitagsgedicht vorgelesen (Anm.: erschienen in "Gezogene Zeit", Wellhöfer Verlag). Das habe ich geschrieben, als ich mit dem Hund spazieren gegangen bin und auf der Bank gesessen habe. Da ist es mir eingefallen und ich habe es gleich aufgeschrieben.

Kriminetz: Inwieweit fließen Deine Erfahrungen und Erlebnisse in Deine Romane mit ein? Du warst doch auch einmal Lehrerin gewesen?

Lilo Beil: Ja, ich habe lange Zeit Englisch und Französisch unterrichtet. Es fließen viele Szenen auch aus meiner eigenen Zeit als Lehrerin mit ein, schöne, aber auch nicht so schöne, die mir während des Schreibens wieder einfallen. Ich war Lehrerin mit Herz und Seele. Ich habe mich immer auch ein wenig um die gekümmert, die gefährdet oder sogenannte Problemkinder waren. Ich bin immer irgendwie an diese Schüler herangekommen, konnte mit ihnen reden und ihnen auch manchmal weiterhelfen. Das prägt.

Kriminetz: Liebe Lilo, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um meine Fragen zu beantworten.

Das Interview führte Carmen Vicari von Carmensbuecherkabinett

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Staatspark Fürstenlager. Foto: © Lilo Beil
Lilo Beil zusammen mit ihrem Verleger Stefan Wirtz vom Conte Verlag. Foto: © Carmen Vicari