Heilbronner Autor schrieb den Krimi zum Atomausstieg

Autor Jan Michaelis am Atomkraftwerk Neckarwestheim. Foto: Judith Michaelis.

HEILBRONN „Fukushima war weit weg. Doch in Baden-Württemberg könnte das Erdbeben Auswirkungen haben, war sich Eddi Kulmbacher sicher. Seit Wochen liefen hier Demonstranten der Anti-Atomkraft mit Flaggen herum. Eddi hatte sie gesehen. Er war ihnen ausgewichen, wo er konnte. Jetzt floh er die Stadt Heilbronn und atmete die Kühle des Neckars.“ So beginnt das Buch „Mord in Neckarwestheim“ von Jan Michaelis.
Am 11. März jährt sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum fünften Mal. Bereits 2013 erschien der Krimi. Ein Ferienjob nach dem Abi im Atommeiler – und dann ist Peter Rössler plötzlich tot. War es ein Dummer-Jungen-Streich, der danebenging? Nach und nach kommen Kriminalhauptkommissar Eddi Kulmbacher und seine Kollegin Carmen Kinkel einem Skandal im Atomkraftwerk Neckarwestheim auf die Spur.
Jan Michaelis, der in der Käthchenstadt geboren und aufgewachsen ist, hat seine Erfahrungen eines Schülerjobs im GKN ausfabuliert. Der Autor verrät: „Der Krimi ist sehr realistisch und glaubwürdig, deshalb betont mein Verlag, dass es reine Fiktion ist und die Geschehnisse nie stattgefunden haben.“
Das Szenario spielt während der historischen Wahl im Südwesten und ist der Krimi zum Atomausstieg. Stilistisch gelingt es dem Autor wieder satirische Schärfe an den Kriminalfall zu würzen. Der elegische Anfang zeichnet eine Idylle am Neckar, die brüchig wird und das Buch greift die Stimmung auf, die Michaelis damals in Heilbronn vorfand, als er genau zu dieser Umbruchzeit im Ländle war und Familie besuchte sowie ehemalige Schulkameraden traf. Ministerpräsident Kretschmann reagierte auf das Buch erfreut und versprach „in einem ruhigen Moment darin zu lesen.“ Das Buch "Mord in Neckarwestheim" ist eine Kriminalerzählung. 39 Seiten. 4,90 Euro im Buchhandel erhältlich.