Interview mit Axel Ulrich zu seinem neuen Krimi "Drecksgeschäft"

Um was geht es in "Drecksgeschäft“?

Axel Ulrich: Um Gangster, die Firmen mit entführten Kleinkindern der Inhaber zur Geldwäsche zwingen und einen Ex-Anwalt, der drauf kommt und versucht, was dagegen zu unternehmen.

Mit Franz Walzer hast du einen originellen Helden erschaffen. Magst du ihn den Leserinnen in wenigen Sätzen vorstellen?

Axel Ulrich: Walzer ist ein gutherziges Schlitzohr, kein besonders großer Freund der Obrigkeit, hat es aber immer verstanden, krumme Dinger nur bis zu einem gewissen Maß zu drehen. Er hat einfach Spaß daran, den Staat oder große Unternehmen an der Nase herumzuführen.

Wie viel von dir steckt in Franz Walzer?

Axel Ulrich: Mein Mumm, krumme Sachen zu machen, ist sehr begrenzt. Aber na ja, ich habe in den Neunzigern meinen Hals mal durch den Verkauf einer Firma auf die nicht so feine englische Art gerettet. Mir blieb nichts anderes übrig und es war auch nicht selbst verschuldet. Damals sagte man zu dem Vorgehen »juristische Grauzone«. Zum Glück hat keiner genauer hingeschaut.

Wer hat dich sonst noch zu ihm inspiriert?

Axel Ulrich: Ich kannte tatsächlich mal so einen Typen.

Hat er sich in deinem Krimi wiedererkannt?

Axel Ulrich: Es ist lange her, ich weiß gar nicht, wo der abgeblieben ist.

Du schreibst Wirtschaftskrimis. Einige Leser denken da bestimmt, huch das ist bestimmt anstrengend oder langweilig.

Axel Ulrich: Das ist kein bisschen langweilig, bei mir wird auch der eine oder der andere abgemurkst. Es gibt viele schöne Verbrechen, nicht nur Mord.

Also eher James Bond als Hans Werner Sinn?

Axel Ulrich: Aber sicher!

In dem Krimi werden IT-Unternehmen gezielt von der Geldwäsche-Mafia angesprochen. Du hattest selbst einst ein solches Unternehmen. Ist dir das im wahren Leben selbst passiert?

Axel Ulrich: Nein, zumindest nicht so. Aber ich habe Leute kennengelernt, die versucht haben, mich zu Steuerhinterziehung und Versicherungsbetrug zu verleiten. Habe auch interessante Pleiten aus nächster Nähe miterlebt. Da waren freche Typen dabei. Lebten trotz geleisteter eidesstattlicher Versicherung auf ganz großem Fuß, weil sie sich hinter einem Strohmann oder einer Strohfrau wunderbar verstecken konnten.

Schreibst du schon an deinem nächsten Krimi?

Axel Ulrich: Ich bin gerade mit Teil 2 meines »Herbert« fertig. Das ist ein Mensch von einem anderen Planeten, der alle Waffen auf der Erde zerstört, was zu interessanten Veränderungen führt. Danach fange ich gleich mit dem nächsten Krimi an.