Die Lunaria-Galaxie durfte mit der Schriftstellerin Coco Eberhardt über ihre Krimis, ihre Protagonisten und ihren Schreiballtag sprechen.
Lunaria-Galaxie: Liebe Coco, Sie sind schon länger als Autorin von Cosy-Krimis mit regionalem Bezug bekannt. Wie kam es für Sie dazu? Woher nahmen und nehmen Sie die Inspiration?
Coco Eberhardt: Die Idee, ein Buch zu schreiben, hatte ich zum ersten Mal vor 13 Jahren. Mein erstes Buch spielt bereits in München. Zu dieser Stadt habe ich eine besondere Beziehung, auch wenn ich eigentlich in Schwaben lebe. Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch. Ich sehe die Schönheit in den kleinen Dingen. Das ist auch die Inspiration für meine Geschichten.
Lunaria-Galaxie: Einer ihrer Helden ist der neurotische Bestatter Konstantin Schwarz, der nun mit „Knödelmord im Sperrbezirk“ bereits seinen fünften unfreiwilligen Fall löst. Wie kam es denn dazu, dass Sie ausgerechnet einen Protagonisten aus diesem Metier nahmen?
Coco Eberhardt: Krimis schreiben hatte ich eigentlich gar nicht auf dem Plan. Aber eine ehemalige Kollegin, die von meinen ersten Schreibversuchen ganz begeistert war, pochte darauf, dass ich auch einen Krimi schreibe. Also musste ich mir etwas einfallen lassen. Der zündende Funke zu Konstantin kam letztendlich aus einer Zeitschrift, in der ich ein Porträt über einen Bestatter gelesen hatte. Er war so ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Und da begann mein Kopf auf einmal eine Figur zu spinnen. Ich wollte keinen perfekten Starermittler. Eher einen Antihelden, der mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat wie jeder von uns mal. Das Resultat daraus war dann Konstantin, mit dem ich mich sehr verbunden fühle.
Lunaria-Galaxie: Ihre Krimis spielen ja nicht nur in der Region, sondern entführen den Leser auch immer wieder an teils weit entfernte Orte. Ist das der eigenen Reiselust geschuldet?
Coco Eberhardt: Die Reiselust ist bei mir auf jeden Fall da, wobei ich nicht ans andere Ende der Welt muss, um Inspiration zu bekommen. Ich habe insbesondere Lust auf neue Erfahrungen und Eindrücke. Selbst in meiner Heimat entdecke ich immer wieder Neues.
Lunaria-Galaxie: Aus Ihrer Feder entstammen ja auch zahlreiche Kurzgeschichten und romantische Romane, die allesamt an mehr oder weniger weit entfernten Orten spielen. Waren Sie schon einmal selbst an diesen Schauplätzen?
Coco Eberhardt: Nicht alle Orte, über die ich schreibe, habe ich schon bereist. Manche gibt es nur in meiner Fantasie. Und es gibt sogar welche, die habe ich erst besucht, nachdem ich über sie geschrieben habe. Ich glaube, genau diese Mischung macht es aus.
Lunaria-Galaxie: Neben der Reihe „Konstantins unfreiwillige Fälle“ schicken Sie auch in Ihrer zweiten Krimireihe „Eine Dackeldame für alle Fälle“ ihren ungewöhnlichen Ermittler Vinzent auf Verbrecherjagd. Wie kam es zur Entwicklung dieses Charakters?
Coco Eberhardt: Neben Konstantin, der ja in München ermittelt, kam bei mir der Wunsch auf, auch Krimis über meine schwäbische Heimat zu schreiben. Weißenhorn fiel mir da sofort als geeignete Location ein. Eine nette kleine Stadt, die sowohl über Geschichte als auch über schwäbische Gemütlichkeit verfügt. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Zumindest dann, wenn Vinzent nicht gerade irgendwo eine Leiche findet. Das Prinzip von Konstantin mit dem sympathischen Antihelden hat mir ganz gut gefallen. Also habe ich mir überlegt, wie der neue Ermittler sein könnte. Und dabei ist Vinzent rausgekommen, der wieder mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat wie Konstantin.
Lunaria-Galaxie: Da Sie besonders gerne Ihre Heimatregion im Blick haben, drängt sich die Frage auf, ob Sie dort schon eine große Bekanntheit sind?
Coco Eberhardt: Es kommt schon mal vor, dass ich von Leuten angesprochen werde und ich habe auch meine Fans. Aber ich brauche noch keinen Bodyguard.
Lunaria-Galaxie: Sie haben bislang im Selbstverlag viele Bücher verkauft und sich eine gewisse Fangemeinde erarbeitet. Was bedeutet dieser Erfolg für Sie persönlich?
Coco Eberhardt: Vor allem das Feedback meiner Leser freut mich. Eine Frau schrieb mir mal, dass sie meine Bücher durch eine schwere Zeit begleitet haben. Das hat mich besonders berührt und zeigt mir, dass Bücher viel mehr sind als nur Unterhaltung. Es sind Welten, in die wir uns zumindest für eine kurze Zeit zurückziehen können.
Lunaria-Galaxie: „Knödelmord im Sperrbezirk“ – um noch einmal darauf zurückzukommen – spielt in München. Haben Sie dort einmal gelebt? Wie viel Autobiographisches steckt in Ihren Büchern?
Coco Eberhardt: In München direkt habe ich nicht gelebt. Aber ich hatte und habe auf vielfältige Weise viele Verbindungen dorthin. Meiner Meinung nach steckt in jedem Buch jedes Autors etwas Autobiographisches. Ohne diese Note wären Geschichten nicht authentisch. Wie groß der autobiographische Anteil ist, darf aber jeder selbst raten.
Lunaria-Galaxie: Wann schreiben Sie denn am gernsten? Wann fließen die Ideen?
Coco Eberhardt: Meine bisherigen Bücher habe ich oft am Abend und in der Nacht geschrieben, da ich da am meisten Ruhe habe. Aber auch morgens ist schon manche kreative Zeile aus mir gekommen. Bei einem schönen Waldspaziergang kommen mir oft die besten Ideen.
Lunaria-Galaxie: Was wünschen Sie sich persönlich für die schriftstellerische Zukunft?
Coco Eberhardt: Dass meine Bücher weiterhin so fleißig und gerne gelesen werden und dass ich durch meine Geschichten die Welt ein bisschen besser machen kann.
Lunaria-Galaxie: Vielen Dank für das Interview, Coco.






















