Interview mit Ostfriesenkrimi-Autor Thorsten Siemens

Ein neuer Ostfrieslandkrimi aus der Reihe »Hedda Böttcher ermittelt« ist erschienen und aus diesem Anlass haben wir dem Autor ein paar Fragen gestellt.

»Tod am Kap Norderney« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Würden Sie uns in eigenen Worten kurz erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Hedda und Enno sehen sich dieses Mal mit einer ungewöhnlichen Aufgabe konfrontiert. Sie sollen nämlich keinen Mord aufklären, sondern einen Mord verhindern. Denn seit längerer Zeit geht ein Serienkiller in Deutschland um, der bei seinen Opfern stets einen kryptischen Reim hinterlässt. In einigen dieser Verse deutete er an, eines Tages auch auf Norderney zuzuschlagen. Die jungen Ermittler reisen deshalb zusammen mit dem ganzen Team der Geheimeinheit auf die Insel, um dem Täter im Falle des Falles zuvorkommen zu können. Allerdings liegt dann doch ein Toter am Kap Norderney, dem Wahrzeichen der Insel.

Norderney gilt als die »schickste« Insel Ostfrieslands, mit einem Hauch von High Society. Wie kam es, dass Sie Norderney als Schauplatz Ihres neuen Krimis gewählt haben?

Häufig wähle ich die Schauplätze für meine Krimis danach aus, wo ich zuletzt gewesen bin. Dann ist meine Erinnerung an den Ort einfach noch am frischesten. Da ich auf der Ostfriesischen Halbinsel wohne, mache ich sehr gerne mal für ein paar Tage oder gar eine ganze Woche Urlaub in meiner wunderschönen Heimat. Auf Norderney habe ich erst im Sommer 2019 eine Urlaubswoche mit meiner Familie verbringen dürfen.

Seit einigen Büchern arbeiten Hedda Böttcher und Enno Frerichs für eine Geheimeinheit, die Sie in der Antwort auf die erste Frage bereits erwähnt haben. Wie ist diese Einheit aufgebaut? Welchem Zweck dient sie?

Am besten beantworten kann diese Frage Jörg, der Leiter der Geheimeinheit. In »Tod in Norddeich« erklärt er Hedda und Enno die Aufgabe der Gruppe so:
»Ich bin der Chef einer geheimen Spezialeinheit, die direkt dem Bundesinnenministerium unterstellt ist. Wir sind quasi eine Gruppe aus Undercover-Polizisten und V-Männern, die bei speziellen Einsätzen ihre Arbeit aufnehmen sollen. Bei der Wahrnehmung unserer Aufgaben orientieren wir uns selbstverständlich an geltenden Gesetzen, dürfen diese bei Bedarf aber auch ein wenig anders interpretieren. Ziel ist es, die Fälle so zu lösen, dass wir dabei einem allgemeinen Gerechtigkeitsempfinden entsprechen. Das Ganze ist noch ein Projekt in der Testphase. Wir operieren ausnahmslos in Ostfriesland, da in einer ländlichen Region wie dieser in der Regel nicht so viele Fragen gestellt werden. Die Bevölkerung dieser ländlichen und nicht so dicht besiedelten Gegend nimmt viele Dinge eher als gegeben hin, als es die Menschen in den Großstädten tun würden. Oder haben Sie hier etwa schon oft Großdemonstrationen miterlebt?«
Aktuell besteht das Team aus Jörg, dem Teamleiter, Hans, einem kleinwüchsigen Schauspieler, der pensionierten Gerichtsmedizinerin Renate sowie dem Computer-Experten und Kampfsportler Karsten. Und natürlich Hedda und Enno. Es wird allerdings gemunkelt, dass die Einheit in Band 7 oder 8 personelle Verstärkung bekommen könnte.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Rätsel, das hinter den Reimen des Täters steckt, ist sehr gut durchdacht und kreativ. Wo nehmen Sie die Ideen für Ihre Geschichten her?

Meistens springen mich die Ideen in normalen Alltagssituationen quasi an. Ich schreibe sie mir dann immer sofort auf, um sie zu einem späteren Zeitpunkt in einem Roman kombinieren zu können. Bei dem Rätsel in »Tod am Kap Norderney« habe ich zudem einen Ratschlag beherzigt, den ich irgendwo mal aufgeschnappt habe:
Schreibe am besten über Dinge, die dich selbst interessieren beziehungsweise faszinieren.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.