Interview mit Ostfriesenkrimi-Autorin Elke Nansen

Ostfrieslandkrimi-Autorin Elke Nansen im Interview zu ihrem neuen Werk »Tödliches Campen«

Ein neuer Band aus der beliebten Ostfrieslandkrimi-Reihe »Faber und Waatstedt ermitteln« ist erschienen. Aus diesem Anlass haben wir der Autorin einige Fragen gestellt.

»Tödliches Campen« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Würden Sie uns mit eigenen Worten erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Dieses Mal geht es um einen mysteriösen Autounfall, Erpresserfotos, von denen niemand weiß, wie diese aufgenommen werden konnten, und dann einen Mord. Timmo Beimes, ein Campingplatzbesitzer, wird durch das geöffnete Oberlicht einer Tennishalle erschossen. Als Doktor Schorlau keinerlei Spuren auf dem Dach findet, fällt bei dem Team das erste Mal das Wort: Phantom!
Doch alles hat immer seine Erklärung und Fabers zwei neue Kommissarinnen finden den entscheidenden Hinweis. Auch wenn man irgendwann das »Wie« kennt, bleiben immer noch die Fragen »Warum« und »Wer«. Leider scheint bei dem Opfer die gesamte Krummhörner Bevölkerung ein Motiv zu haben. Denn der tote Mann war ein echter Widerling!

Ein Campingplatz im Ort Campen – eine bemerkenswerte Namensgleichheit. Wie kam es dazu, dass die 500-Einwohner-Ortschaft zum Schauplatz Ihres neuen Krimis wurde?

Es fing damit an, dass ich nach einem Campingplatz in der Krummhörn gesucht habe. Dort gibt es nur zwei, und da einer bereits Schauplatz einer meiner Krimis war, entschied ich mich für das Örtchen Campen. Der Ort spielte in meinem ersten Waatstedt-Faber-Krimi schon eine erhebliche Rolle.
Das Wortspiel »Tödliches Campen« finde ich darüber hinaus sehr gelungen!

Wie Sie in der Antwort auf die erste Frage bereits erwähnt haben, hat das Team von Richard Faber und Rike Waatstedt Zuwachs bekommen. Wer ist neu im Ermittlerteam dabei?

Nun, da sie letztes Jahr auf tragische Weise jemanden verloren haben und dessen Einsatzpartnerin erst einmal ein Sabbatjahr genommen hat, fehlten Faber Leute. Er brauchte dringend Ersatz. Dabei kam ihm zugute, dass zwei Kommissarinnen unbedingt aus Wilhelmshaven versetzt werden mussten…

Philipp Schorlau, Chef der Pathologie, kennen die Leser Ihrer Krimis als eine Art sympathischen Egozentriker – ein Individualist, der viel auf sich und seine Arbeit hält. Wie kommt ein Mann wie er denn mit einem »unerklärlichen Phantommord« klar?

Gute Frage! Ich würde mal sagen: gar nicht. Philipp zweifelt grundsätzlich nicht an sich, doch dieser Mordfall bringt ihn an die Grenze des Ertragbaren. Denn eines hat die Obduktion des Toten klar ergeben: Er wurde vom Dach aus durch das geöffnete Oberlicht erschossen. Nur auf dem Dach war lange kein Mensch mehr. So krabbelt Schorlau für Stunden da herum, nur um festzustellen, dass definitiv keiner dort oben war.
Wie lebt Schorlau also mit einem Paradoxon? Er wird zunächst einmal mürrisch und tut sich selbst ziemlich leid.

In der Geschichte dreht sich viel um den im Raum stehenden Verkauf des Campingplatzes an finanzkräftige Investoren, die direkt an der Nordsee ein Luxus-Wellnesshotel errichten wollen. Ein durchaus realistisches Szenario, wie wir finden. Wie ist Ihre persönliche Meinung über ein solches Projekt in einer Region wie der Krummhörn. Fluch oder Segen?

Ich hoffe, dass es nicht wirklich ein realistisches Unterfangen ist, da das Wattenmeer mittlerweile Weltnaturerbe ist. Dennoch weiß man nie, wie groß die Macht des Geldes wird. Es wäre der falsche Schritt für die Krummhörn und Ostfriesland.
Man muss sich nur mal ansehen, was auf den Inseln im Laufe der Jahre mit dem Tourismus passiert ist. Dann weiß man, wie gefährlich es ist, eine Region mit Gästen zu überladen. Das beste Beispiel dafür ist wohl Sylt, wo sich gerne die deutsche Schickeria vergnügt. Einheimische, die auf dieser Insel geboren wurden und dort arbeiten, können es sich nicht mehr leisten, dort zu wohnen, und müssen jeden Abend zurück aufs Festland …

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen auch weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.