Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autor Alfred Bekker zu »Der Tote in der Windmühle«

Ostfrieslandkrimi-Autor Alfred Bekker im Interview zu seinem neuen Buch »Der Tote in der Windmühle«

Ein neuer Fall mit dem typischen Ostfriesen Kommissar Steen aus Emden ist mit dem Ostfrieslandkrimi »Der Tote in der Winmühle« von Alfred Bekker jetzt erhältlich. Aus diesem Anlass haben wir den Autor ein paar Fragen gestellt.

Ihr neuer Ostfrieslandkrimi heißt “Der Tote in der Windmühle”. Worum geht es?

In einer Windmühle bei Wybelsum wird in der Nacht eingebrochen. Aber anstatt, dass der Täter etwas mitnimmt, lässt er etwas dort: einen Toten mit einer Schusswunde. Thaddäus Leding, der sich zusammen mit seiner Frau die Mühle als Teestube hergerichtet hat, versucht den Einbrecher mit seiner Schrotflinte zu stellen, wird niedergeschlagen und gerät dann sogar kurzzeitig in den Verdacht, der Mörder des unbekannten Mannes zu sein, der in Mühle liegt. Kommissar Steen und sein bewährtes Team stehen nun erst mal vor einem Rätsel. Den Toten kennt nämlich niemand aus der Umgebung. Aber wer macht sich nach einem Mord die Mühe, die Leiche zu einer mutmaßlich etwas weiter entfernten Mühle zu bringen, anstatt sie möglichst gut zu verstecken? Ist Ostfriesland nicht voller Kanäle und Tiefs, wo das wunderbar möglich wäre? Oder wollte der Täter mit seinem Vorgehen aller Welt etwas demonstrieren? Steen findet heraus, dass bei diesem Fall alles mit einem Ereignis zusammenzuhängen scheint, das vor vielen Jahren in einem Maisfeld ganz in der Nähe der Mühle stattgefunden haben muss. Dann stellt sich heraus, dass die Mordwaffe schon einmal benutzt worden ist. Jemand hat damit illegale Schießübungen in einer Scheune durchgeführt. Als dann der nächste Mord geschieht, müssen Steen und sein Team alles auf eine Karte setzen, um den Mörder zu stoppen – denn der hat noch viel vor!

In der Windmühle haben die Besitzer eine Teestube eröffnet. Was sind Kennzeichen für eine typisch ostfriesische Teestube?

Natürlich gibt es auf jeden Fall Ostfriesentee nach Art des Landes: mit Stövchen, Kluntjes und Sahne. Ich bin ja viele Jahre auf dem Großen Meer segeln gewesen. Da gab es in Bedekaspel, ganz in der Nähe des großen Meeres, ein Café namens “Tini’s Sömmerköken”, das auch überregional bekannt wurde. Dessen Einrichtung diente mir innerlich bei “Ledings Mühle” als Vorbild. Man kann das übrigens in diesem YouTube-Video mit der Cafégründerin und Zeitzeugin Tini Peters sehen: https://www.youtube.com/watch?v=7zjbUNcXZqk

Nun ist natürlich Ledings Mühle eine Mühle, was baulich etwas andere Rahmenbedingungen setzt. Aber der Einrichtungsstil ist sehr gut vergleichbar und erinnert mich stark daran, wie das Haus meiner Großeltern in Twixlum eingerichtet war. Übrigens kann man auch im Netz nachlesen, was in so einer Teestube zum Tee u. a. gegessen wird. Neben dem traditionellen Teekuchen zum Beispiel die von Tini Peters erfundene “Ostfriesentorte”, die einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfriesentorte

Um es zusammenzufassen: So eine Teestube ist kein Ort zum Schlankwerden, aber fürs gemütliche Beisammensein.

Die Ereignisse, die zu dem Mord führen, liegen lange zurück. Damals wurden in der Mühle Feten für die Landjugend u. Ä. abgehalten. Haben Sie auch an solchen Feiern teilgenommen und wie lief so etwas ab?

In dieser Hinsicht bin ich wie Kommissar Steen: Solche Feten haben mich persönlich nie interessiert und ich unterhalte mich lieber mit Menschen, wenn sie nüchtern sind.

Kommissar Steen ermittelt zwischen Dollart und Großem Meer. Welche Schauplätze erwarten den Leser in seinem neuesten Fall?

Da Kommissar Steen ja die Mordkommission in Emden leitet, ermittelt er in Fällen, die sich in dem entsprechenden Gebiet ereignet haben. Am Großen Meer segelt er mit seinem Katamaran und der Dollart ist sowieso die Grenze von allem, weil dort ja die Nordsee beginnt. Diesmal führen ihn seine Ermittlungen allerdings auch in einen Teil des Landes, in dem er sonst nicht so oft zu tun hat. Es handelt sich um das am wenigsten besiedelte Gebiet Ostfrieslands, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen – oder Blesshühner und weiße Wolken, ganz wie man will. Aber mehr verrate ich nicht, denn genau dorthin führt die Spur des Mörders…

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.