Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autor Martin Windebruch zu »Auricher Reeder«

Ostfrieslandkrimi-Autor Martin Windebruch im Interview zu seinem neuen Buch »Auricher Reeder«

Interview zum Ostfrieslandkrimi »Auricher Reeder«

1. Die Auricher Kommissare Wiebke Jacobs und Dr. Evert ermitteln wieder. Worum geht es in »Auricher Reeder«?

Martin Windebruch: Der Reeder Rummert Doyen wird am frühen Morgen von Spaziergängern im Meerhusener Wald im Norden Aurichs erschossen aufgefunden. Letzte Nacht ist er von der Arbeit nicht nach Hause gekommen, doch seine Frau hat ihn angeblich auch nicht vermisst. Die Eheleute Doyen hatten Streit, weil er ihr zu viel arbeitete. Er sagte, das müsste er im Augenblick, weil es ihm gelungen war, eine langjährige Konkurrenz-Reederei zu schlucken. Deren ehemaliger Firmenchef ist darüber gar nicht begeistert gewesen und hatte Doyen schon gedroht. Allerdings stellt sich für die Ermittler bald heraus, dass Doyen noch in ganz andere Geschäfte verwickelt war …

2. Der erwähnte langjährige Konkurrent des Reeders gehört zu den Verdächtigen. Aber wie kann Rummert Doyen die Reederei seines Konkurrenten übernommen haben, gegen dessen Willen?

Martin Windebruch: Da sein langjähriger Konkurrent im Krankenhaus war und im wahrsten Sinne außer Gefecht, konnte Rummert Doyen mit dessen Stellvertreter eine Übernahme absprechen. Doch sein Konkurrent erholte sich unerwarteterweise wieder und war nun gar nicht begeistert, dass seine Firma an Doyen verkauft wurde …

3. Wie der Klappentext verrät, hatte Rummert Doyen illegal große Summen beiseitegeschafft. Weshalb hat ein erfolgreicher Reeder so etwas nötig?

Martin Windebruch: Gelegenheit macht oft Diebe, zudem wollte Rummert Doyen auch noch groß hinaus. Er war der Meinung, klüger als alle anderen zu sein. Als ihm die Behörden begannen auf die Schliche zu kommen, kam auch noch ein Fluchtplan hinzu, der durch besondere Umstände verzögert wurde …

4. Das geheime Zeitfenster im Kalender des Opfers deutet auf ein Doppelleben hin. Was reizt Sie an Figuren, die nach außen kontrolliert wirken, innerlich aber etwas verbergen?

Martin Windebruch: Etwas zu verbergen ist, denke ich, nur menschlich. Hat nicht jeder seine kleinen Geheimnisse? Manchmal, wie bei Rummert Doyen, sind sie allerdings etwas größer. Mir gefallen aber eigentlich alle interessanten Figuren. Meine Ostfrieslandkrimis gestatten es mir, viele davon auftreten zu lassen. Und ich hoffe, dass den Lesern in »Auricher Reeder« wieder einige davon begegnen werden.

5. Ostfrieslandkrimis leben immer auch vom Lokalkolorit, der Atmosphäre und der Landschaft – auf welche ostfriesischen Schauplätze können sich die Leserinnen und Leser in »Auricher Reeder« freuen?

Martin Windebruch: Da ist für alle was dabei. Die Geschichte führt von Aurich bis nach Leer, aber auch hinauf an die Küste nach Westeraccumersiel und bietet die ganze ostfriesische Bandbreite.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.