Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autor Rolf Uliczka

Ostfrieslandkimi-Autor Rolf Uliczka im Interview zu seinem neuen Buch »Skippermord in Bensersiel«

Ein neuer Ostfrieslandkrimi unseres beliebten Autors ist erschienen und aus diesem Anlass haben wir ihm ein paar Fragen gestellt.

»Skippermord in Bensersiel« ist erschienen, bereits der 9. Fall für die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens. Würden Sie uns in eigenen Worten beschreiben, was die Leser in Ihrem neuen Ostfrieslandkrimi erwartet?

Eine spannende Geschichte, wie sie auch das Leben schreiben könnte. Ein Psychologe aus Münster möchte als frischgebackener Ruheständler mit seiner Frau die neu gewonnene Freizeit genießen. In ihrem komfortablen Wohnmobil verbringen sie ihre Zeit auf dem Fünf-Sterne-Campingplatz in Bensersiel und erkunden mit einer schicken Motoryacht die ostfriesische Wattenmeerküste. Doch es kommt ganz anders für den Psychologen und Freizeit-Skipper. Ein Krabbenfischer und dessen Decksmann fischen ihn tot aus der Accumer Ee, dem Seegatt zwischen den Inseln Baltrum und Langeoog. Zu dieser Zeit schaukelt seine Yacht aber im Takt der Wellen bereits wieder am Steg des Yachthafens in Bensersiel. Wie ist das Boot ohne Skipper dahin gekommen? Für die Kripo in Wittmund steht schnell fest, dass es sich dabei um einen Mordfall handelt.

Sie haben die Rumfass-Regatta in Ihren Ostfrieslandkrimi eingebunden, die jeden Sommer ein ganz besonderes Highlight in Bensersiel darstellt. Wie kamen Sie auf diese Idee? Sind Sie selbst auch Freizeit- oder Sportsegler?

Die Rumfass-Regatta habe ich eingebunden, gerade weil sie ein Highlight im Veranstaltungsprogramm des Seglervereins Harlebucht ist und mich persönlich das maritime Flair sehr anspricht, was für einen »Fischkopp« wie mich sicher nicht überraschend ist. Die Frage nach meinen persönlichen sportlichen Ambitionen hat mich jetzt allerdings für einen Moment zum Nachdenken gebracht.
Wenn mich die Wellen des Lebens nicht quer durch die ganze Republik von der Ostsee im Norden Schleswig-Holsteins bis in die bayerische Gebirgsregion gespült hätten, ja, dann wäre ich sehr wahrscheinlich sogar ein Freizeit- und Sportsegler geworden. So bin ich in den 60er Jahren im Schwabenland nicht aufs Wasser, sondern in die Luft gegangen. Was für einen damaligen Soldaten der Heeresfliegertruppe nicht ungewöhnlich war. Dort hatte ich in der zivilen Sportfluggruppe mit dem Segelflugschein begonnen, was dann aber durch eine von vielen dienstlichen Versetzungen, Familienplanung und Karriere letztlich ins Hintertreffen geriet.

Wir finden, der Klappentext macht sehr neugierig auf den Ostfrieslandkrimi. Was hat es mit der spurlos verschwundenen Ehefrau auf sich? Gehört sie selbst zum Kreis der Verdächtigen?

Die Rolle der Ehefrau gibt den Kriminalisten aus Wittmund wirklich Rätsel auf. Tatsächlich könnte ihr Verschwinden zwei Hintergründe haben: Zum einen gerät sie selbst in Verdacht, zumal sie über einen Bootsführerschein verfügt. Was auch eine Erklärung dafür sein könnte, wieso die Motoryacht bereits wieder in der Bensersieler Marina liegt, während der Skipper tot aus der Nordsee gefischt wird. Darüber hinaus wurde sie mit ihrem Mann zusammen auf dem Weg zur dortigen Steganlage gesehen, bevor dieser in der Accumer Ee den Tod fand.
Andererseits könnte aber auch sie selbst zum Mordopfer geworden sein. Ich will nicht zu viel verraten, aber für das Kripoteam und unsere Leserinnen und Leser wird es noch so manche Überraschung geben.

In Band 8 der Reihe, »Strandmord in Neuharlingersiel«, haben tragische Ereignisse zum Verlust eines Mitglieds des Ermittlerteams geführt. Polizeihauptmeister Bernd Guben verstarb bei einem Anschlag, der nicht ihm galt. Wirken der Schock und die Trauer darüber auch auf die Ermittlungen in dem aktuellen Fall? Wird die entstandene »Leerstelle« im Team durch einen neuen Ermittler oder eine neue Ermittlerin wieder gefüllt werden?

Ganz besonders in öffentlichen Dienststellen, deren Angehörige unter Umständen auch bei Gefahr für Leib und Leben im Einsatz sind, wie zum Beispiel bei der Polizei, Feuerwehr oder Bundeswehr, hinterlässt der Verlust einer Kameradin oder eines Kameraden immer bleibende Spuren. Tief im Innersten weiß jeder: Morgen könnte es »dich« treffen, auch wenn versucht wird, diesen Gedanken aus dem Bewusstsein zu verdrängen.
Was aber auf gar keinen Fall verdrängt wird, ist die Ehrung und das Gedenken an die, die im Dienst ums Leben gekommenen sind. Ungeachtet dessen lässt der dienstliche Alltag aber in all diesen Institutionen wenig Zeit für Sentimentalitäten, wodurch aufkommende bittere und traurige Gedanken zwar verdrängt, aber nicht verhindert werden. So ergeht es auch unserem Team in Wittmund.
Den letzten Teil der Frage über die »Leerstelle« beantworte ich an dieser Stelle mal genauso, wie ich es auch bei meinen Krimilesungen mache: Die Antwort findet sich im Buch. Versprochen!

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.