Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autor Rolf Uliczka zum Buch »Surfermord in Neuharlingersiel«

Ostfrieslandkrimi-Autor Rolf Uliczka im Interview zu seinem neuen Buch »Surfermord in Neuharlingersiel«

1. »Surfermord in Neuharlingersiel« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Würden Sie uns mit eigenen Worten erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Rolf Uliczka: Der begeisterte Kitesurfer Theo Thönes wird stranguliert in seinem Campingwagen, unweit der Kite- und Windsurfschule Windloop in Neuharlingersiel, aufgefunden. Auf dem dortigen Campingplatz hatte er seit Jahren eine Ganzjahresparzelle gemietet, und wann immer es sein Beruf als selbstständiger Bausachverständiger zuließ, war er mit seiner Surfausrüstung auf dem Wasser.

Bei Baugutachten geht es oft um viel Geld, was für manchen Beteiligten auch schon mal existenziell werden kann. Die Kripo Wittmund fragt sich, ob da ein Motiv zu finden ist.

Oder war das amouröse letzte Wochenende oder ein vom Mordopfer verursachter Surferunfall der Grund für sein unfreiwilliges Ableben? Die Spurensuche der Kripo hält für die Beamten, aber auch für meine lieben Leserinnen und Leser so manche Überraschung und Wendung bereit.

2. Stammleser Ihrer Serie wird zunächst vor allem eines interessieren: Ist Hauptkommissar Bert Linnig nach dem, was ihm widerfahren ist, wieder mit von der Partie?

Rolf Uliczka: Diese Frage könnte ich natürlich schnell mit einem Ja oder Nein beantworten. Das wäre allerdings eine Schmälerung des spannenden Lesevergnügens. So viel möchte ich aber an dieser Stelle schon verraten: Für Nina lag bereits die Urkunde zur Beförderung als Erste Kriminalhauptkommissarin bei der vorgesetzten Dienststelle.

3. »Thönes«, der Nachname des Mordopfers, klingt nicht gerade ostfriesisch. Und wie uns zu Ohren gekommen ist, gibt es neben Ostfriesland in diesem Krimi auch noch andere Schauplätze …

Rolf Uliczka: Die ostfriesische Wattenmeerküste ist nun mal für Millionen von Urlaubern aus ganz Deutschland ein beliebtes Urlaubsziel, was durch den Bau einer Autobahn vom Ruhrgebiet bis nach Emden, die auch als »Ostfriesenspieß« bezeichnet wird, noch beflügelt wurde. Da liegt es auf der Hand, dass gerade aus dem angrenzenden Nordrhein-Westfalen besonders viele Feriengäste nach Ostfriesland kommen.

Wie das Leben manchmal so spielt, endet der eine oder andere Urlaubsaufenthalt – vielleicht sogar durch ein gemeinsames Hobby wie Kitesurfen noch gefördert – schließlich im Hafen der Ehe. So jedenfalls erging es dem Sauerländer Theo Thönes, ein Mann mit einer sehr speziellen Vita, die uns zwangsläufig auch bei den Ermittlungen ins Sauerland führt.

Da zudem nicht nur brave Landsleute an der Küste Urlaub machen, kommt es immer wieder vor – hier ebenfalls wie im richtigen Leben –, dass gelegentlich auch Verbrechen sozusagen importiert werden. Aufgrund der republikanischen Länderhoheit müssen unsere ostfriesischen Kommissare daher auch immer wieder mal die Amtshilfe der Kollegen anderer Bundesländer in Anspruch nehmen.

Und so führt uns die Geschichte des Buches diesmal mitten in das Ruhrgebiet. Da ich mich beruflich bedingt schon in vielen Bundesländern längere Zeit aufgehalten habe, ist das für mich manchmal wie eine kleine Zeitreise in meine eigene Vergangenheit.

4. Wir wissen, dass Sie als Autor auch gerne persönlich mit Ihren Leserinnen und Lesern in Kontakt treten. Gibt es in diesem Jahr auch wieder die Möglichkeit, Rolf Uliczka live bei einer Lesung zu erleben?

Rolf Uliczka: Das ist richtig, persönliche Kontakte sind mir wichtig. Pandemiebedingt fand im letzten Jahr leider nur eine Lesung statt, die von der Facebook-Gruppe »Wi sünd Oostfreesen un dat mit Stolt« mit sechs Autoren der Gruppe in der St.-Mauritius-Kirche in Reepsholt unter Einhaltung der Abstandsregeln organisiert wurde. Bei der Benefizlesung für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz konnte ein kleiner vierstelliger Betrag für die Flutopfer gespendet werden. Dafür allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!

In diesem Jahr plant die Facebook-Gruppe, der über 20.000 Oostfreesen und Buten-Oostfreesen (dazu zählen auch viele Feriengäste aus anderen Bundesländern) angehören, im Sommer eine Outdoor-Lesung. Ort und Zeit werden rechtzeitig kommuniziert. Einfach mal bei der Gruppe reinschauen oder am besten gleich als Mitglied anmelden, dann ist man immer auf dem Laufenden, was bei den Oostfreesen läuft.

Weitere Lesungen konnten umständehalber leider noch nicht terminiert werden, aber wir arbeiten daran. Unabhängig davon bleibt aber immerhin der persönliche Kontakt über die Social-Media-Kanäle und per E-Mail, von dem auch rege Gebrauch gemacht wird.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.