Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autorin Dörte Jensen

Ostfrieslandkrimi-Autorin Dörte Jensen im Interview zu ihrem neuen Buch »Blutige Seedüne«

Ein neuer Ostfrieslandkrimi aus der Reihe »Ein Fall für Joost Kramer« ist nun erschienen. Aus diesem Anlass haben wir der Autorin Dörte Jensen ein paar Fragen gestellt.

»Blutige Seedüne« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Würden Sie uns mit eigenen Worten erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Das mache ich doch gerne. In diesem Roman ermittelt Joost Kramer nach einem Mord bei den Flammenengeln, die auf der Insel Juist nach eigenen Regeln leben. Bei seinen Recherchen deckt er nicht nur die Geheimnisse des charismatischen Anführers auf, sondern kommt auch einem grauenvollen Familiengeheimnis auf die Spur. Als der Kommissar den Fall gelöst zu haben glaubt, befinden sich seine Lebensgefährtin Ricarda und ihre Freundinnen, die einen Kurzurlaub im Haus der Flammenengel verbringen, in großer Gefahr. Mehr wird hier aber nicht verraten …

Was sind die im Klappentext erwähnten »Flammenengel« für eine Gruppierung? Haben wir es hier mit einer okkulten Sekte zu tun?

Die Flammenengel verstehen sich nicht als Sekte, sondern als verschworene Gemeinschaft, die Digitalisierung und privaten Besitz ablehnt und im Einklang mit der Natur lebt. Die Mitglieder glauben an die reinigende Kraft des Feuers, indem sie ihr altes Leben symbolisch verbrennen, um als Feuerkind wiedergeboren zu werden. Als Symbol der Zugehörigkeit tragen sie ein Brandzeichen in Form einer Flamme auf ihrer Haut.

Eine Rückbesinnung auf die Natur klingt für viele Menschen gerade jetzt attraktiv in einer Zeit der Digitalisierung und des Glaubens an Fortschritt und Wissenschaft. Wie kam es dazu, dass Sie diese Hintergrundthematik für Ihren neuen Krimi gewählt haben?

In den letzten Jahren scheint sich die Welt immer schneller zu drehen. Inzwischen verbringen viele Menschen mehr Zeit mit ihren Smartphones, Tablets und Laptops als mit ihrer Familie oder Freunden. Die sozialen Netzwerke scheinen für einige User längst zu einem Zerrspiegel der Wirklichkeit geworden zu sein, in denen sie für ein paar Follower oder Likes immer mehr Zeit ihres wirklichen Lebens opfern. Dabei will ich nicht die digitale Gesellschaft als solches infrage stellen (was wäre ich nur ohne mein Handy? ;-), sondern zum Nachdenken anregen.

Kommissar Joost Kramer hat ja auch einen Kollegen, mit dem er gemeinsam ermittelt. Was für eine Art Polizist ist Robert Fengler und wie läuft die Zusammenarbeit der beiden?

Robert ist eher der gemütliche Typ, der sich überwiegend von Schokolinsen und Fischbrötchen ernährt. Auch wenn sich die beiden Polizisten bei den Ermittlungen gut ergänzen und sich stets aufeinander verlassen können, kommt es immer wieder zu Reibereien, wenn Joost mal wieder mit dem Kopf durch die Wand und die Fälle im Alleingang lösen will.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.