Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autorin Elke Nansen

Ostfrieslandkrimi-Autorin Elke Nansen im Interview zu ihrem neuen Buch »Tödliches Marschland«

Ein neuer Ostfrieslandkrimi mit den beliebten Ermittlern Faber und Waatstedt ist jetzt erschienen. Aus diesem Anlass haben wir der Autorin Elke Nansen ein paar Fragen gestellt.

Ihr neuer Ostfrieslandkrimi »Tödliches Marschland« ist erschienen. Würden Sie uns mit eigenen Worten erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Es ist für das Team des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Emden eine ziemliche Belastung, als das Skelett eines Babys bei Deicharbeiten gefunden wird. Besonders als Doktor Schorlau recht schnell feststellt, dass man den kleinen Menschen absichtlich getötet hat. So setzt jeder sein Können ein, um diesen sehr alten Fall aufzuklären. Den einzigen Anhaltspunkt, den man bei dem Skelett fand, war ein Anhänger, der eine Reliquie aus Polen ist. Und genau diesen Anhänger lässt Hauptkommissar Faber durch die Pressesprecherin in Oldenburg im Fernsehen ausstrahlen. Es kommen ein paar interessante Anrufe von Bürgern, die das Amulett erkannt haben wollen. Es soll einmal einer polnischen Erntehelferin gehört haben, die in der Krummhörn als Magd arbeitete. Kaum zwei Tage später wird der Bauer eines Gulfhofs erschossen. Jetzt hat das Team plötzlich zwei Fälle und sie müssen Prioritäten setzen. Oder gehören die Fälle etwa zusammen?

Im Klappentext ist die Rede von einer Zeitreise in das Ostfriesland der 1980er Jahre, das klingt sehr spannend. Kann Rikes Opa Knut, der damals ein junger Mann war, wieder zu den Ermittlungen beitragen?

Es wäre doch kein Waatstedt-Faber-Krimi, wenn Opa nicht an den Fällen beteiligt wäre. Zwar kann Knut nicht als Zeitzeuge helfen, doch er kann mit seinen guten Beziehungen zu den Krummhörner Bewohnern helfen. Ein sehr interessantes Gespräch führt er mit der alten Greetje. Obwohl Greetje schon schwer auf die Hundert zugeht, erinnert sie sich gut an die Vorkommnisse in der Krummhörn im Jahre 1985. Und da die alte Dame die Mutter seines besten Freunds Hannes ist, bekommt Knut nicht nur eine spannende Geschichte zu hören, sondern auch Rosinenstuten mit selbst gemachter Himbeermarmelade und eine gute Tasse Ostfriesentee dazu.

Viele Ihrer Leser kommen aus der Großstadt und kennen sich mit den norddeutschen Landschaftsbezeichnungen nicht so gut aus. Worum handelt es sich bei dem sogenannten »Marschland«?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wie meine alte Erdkundelehrerin anhöre, versuche ich doch eher den geologischen Ansatz: Marschen sind generell flache Landstriche ohne natürliche Erhebungen. Sie bestehen aus angeschwemmten, durch Druck verdichteten Schwebeteilchen und liegen in etwa auf Höhe des Meeresspiegels landeinwärts des Watts und der Salzwiesen. Sie reichen bis zur Geest, die im Gegensatz zur Marsch in der Eiszeit durch Sandablagerungen entstand. Der erdzeitgeschichtliche Ursprung des Marschlands dauerte etwa 2,5 Millionen Jahre und endete vor knapp 12.000 Jahren. Interessant ist vielleicht auch noch, dass das Marschland der deutschen Nordseeküste zusammen mit den Flächen in den Niederlanden und Dänemark das größte Marschland weltweit ist.

Das Jahr 2021 ist noch jung, und »Tödliches Marschland« ist Ihr erstes Buch in diesem Jahr. Welche Pläne hat die Autorin Elke Nansen im Jahr 2021? Wie oft werden Faber und Waatstedt auf Verbrecherjagd gehen?

In Planung sind nach »Tödliches Marschland« momentan noch zwei weitere Fälle aus der Waatstedt-Faber-Reihe. Am nächsten Buch schreibe ich bereits, und wenn meine Finger flott über die Tastatur fliegen, werden es vielleicht sogar noch drei Bücher in diesem Jahr.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.