Der neue Ostfrieslandkrimi »Tödliche Ostfriesengeister« aus der beliebten Serie »Faber und Waatstedt ermitteln« ist jetzt erschienen. Aus diesem Anlass haben wir der Autorin Elke Nansen ein paar Fragen gestellt.
Ihr neuer Ostfrieslandkrimi »Tödliche Ostfriesengeister« ist erschienen. Worum geht es in Ihrem neuen Buch?
Während Ostfriesland in einem mehrere Tage anhaltenden Nebel versinkt, kommt ein Teenager von einem Disco-Abend nicht mehr nach Hause. Bei der Polizei ist derweil die Hölle los, denn ein Verkehrsunfall nach dem anderen muss aufgenommen werden. So teilt sich Fabers Team auf. Der Hauptkommissar und seine Frau Rike suchen selbst nach Uwe Euken. Der siebzehnjährige Junge ist sehr verlässlich und es scheint unwahrscheinlich, dass er für ein paar Tage einfach abgetaucht ist. Als sie vom Haus von Uwes Eltern kommen, taucht buchstäblich aus dem Nebel eine Gestalt auf. Fast hätte Faber die Alte mit dem Auto erwischt. Sie sieht aus wie eine Kräuterhexe und scheint Dinge zu wissen, die nicht zu glauben sind. Zum Beispiel behauptet sie zu wissen, wo der Jugendliche Uwe Euken ist. Nur als sie die Kommissare und Knut dorthin führt, finden sie zu allem Entsetzen etwas ganz anderes. Und damit bekommt die Geschichte eine ganz andere Wendung.
Für Eltern gibt es kaum etwas Schlimmeres, als wenn das eigene Kind verschwindet. Wie versuchen die Ermittler, den vermissten Jungen zu finden?
Normalerweise ist die Polizei bei einem verschwundenen Teenager erst einmal zögerlich. Denn gemäß der Statistik des Bundeskriminalamts tauchen von den verschwundenen Jugendlichen über dreizehn Jahren pro Jahr 97% wieder auf. Dennoch sehen die Ermittler sich in solch einem Fall die häuslichen Gegebenheiten an, um Rückschlüsse zu ziehen, wie das familiäre Umfeld ist. Wird das Kind geliebt, gut umsorgt, genießt es Freiheiten? Dies alles kann schon ein Zimmer im Haushalt der Eltern erzählen. Natürlich sprechen die Ermittler auch mit Freunden und Lehrern. So erkennen sie recht gut, ob ein Jugendlicher womöglich weggelaufen ist, ob er vom Charakter her mal ein paar Tage blaumacht oder ob wirklich Sorge besteht, dass das Leben und die Gesundheit des Teenagers gefährdet sind. Wenn sich in der Hinsicht nichts weiter ergibt, werden die letzten Stunden des Kindes vor dessen Verschwinden nachvollzogen. Zum Schluss muss man sich an die Öffentlichkeit wenden und auf Zeugen hoffen.
Eigentlich werden in »Tödliche Ostfriesengeister« mehrere Geschichten erzählt. Die eine reicht zurück bis ins Hamburg der 1970er Jahre …
Ja, denn das ist die Geschichte der alten Kräuterhexe, die in dem Roman eine recht mysteriöse und etwas unheimliche Person ist. Ihre eigene Vergangenheit hat mit dem zu tun, was die Polizisten finden. Schritt für Schritt decken Faber und sein Team sehr traurige und schreckliche Begebenheiten auf. Und in deren Mittelpunkt steht Viola, die alte Frau ohne Nachnamen, Erinnerungen und Papieren.
Die bekannten Nebenfiguren wie Schorlau, Opa Knut oder der kleine Benny verleihen auch Ihrem neuen Ostfriesenkrimi wieder einen gemütlich-heiteren Charakter. Dennoch lassen einen die im Buch beschriebenen Schicksale, etwa das der »Kräuterhexe« von Groothusen, nicht kalt. Muss ein guter Krimi für Sie immer auch emotional sein?
Da ich selbst eine begeisterte Leserin von Thrillern, Krimis und anderer Belletristik bin, kann ich nur sagen, dass Gefühle das A und O einer Geschichte sind. Damit eine Erzählung unter die Haut geht, fesselt und berührt, muss sie den Leser rühren, wütend machen, zum Lachen bringen, gruseln oder auch mal zu Tränen rühren. Das sind die allerbesten Geschichten. Daher ein absolutes Ja. Ein guter Krimi muss unbedingt emotional berühren.
Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.





















