Interview mit Ostfrieslandkrimi-Autorin Elke Nansen zu »Tödlicher Ostfriesenschmaus«

Ostfrieslandkrimi-Autorin Elke Nansen im Interview zu ihrem neuen Buch »Tödlicher Ostfriesenschmaus«.

Interview zum Buch »Tödlicher Ostfriesenschmaus«

1. Ihr neuer Ostfrieslandkrimi »Tödlicher Ostfriesenschmaus« ist erschienen. Worum geht es in Ihrem neuen Buch?

Elke Nansen: Hauptkommissar Richard Faber und sein Freund, der Rechtsmediziner Philipp Schorlau, machen einen Ausflug in die Haute Cuisine, die Spitzenküche Europas. Geplant ist eigentlich eine Woche Schlemmerurlaub auf der Insel Norderney, um an dem kulinarischen Event des Jahres teilzunehmen, dem Gourmet-Foodfestival. Doch schneller, als die beiden genießen können, geraten sie in einen Mordfall. Und sehr zu Fabers Leidwesen bleibt der erste Tote nicht allein. Der Einblick, den die beiden dann in das Wesen der Spitzenköche vor Ort bekommen, lehrt sie das Gruseln. Kein Wunder, dass es jemand auf diese Leute abgesehen hat. So kann Faber ihre Situation nach kurzer Zeit nur so beschreiben: »Ja, wir stecken bis zum Pöter im Schiet!«

2. Im Klappentext ist von einer Feindschaft die Rede zwischen dem Mordopfer – dem Kritiker Henri Duchamp – und dem japanischen Koch, der das »falsche Fugu« zubereitete. Was ist zwischen den beiden vorgefallen?

Elke Nansen: Um hier nicht zu viel vorwegzunehmen, nur so viel: Auch Restaurantkritiker wie Henri Duchamp, die beurteilen, ob ein Restaurant beziehungsweise ein Koch in den Guide aufgenommen wird, können manchmal äußerst korrupte und bestechliche Leute sein!

3. Im Hause Faber/Waatstedt steht Nachwuchs an. Müssen die Fans der Reihe befürchten, dass zumindest Rike als Kommissarin bald kürzertreten muss?

Elke Nansen: Das ist eine gute Frage, nach Rücksprache mit Rike und Faber kann ich dazu auch noch nichts Konkretes sagen. Lassen wir uns in den nächsten Fällen mal überraschen. Aber ich ahne schon, dass Opa Knut das Regime im Haus und mit den Urenkeln übernimmt. Rike wird sich ohne Verbrechen bestimmt langweilen.

4. Beim Lesen merkt man, dass die Autorin für die Beschreibung der Speisen und Menüs entweder sehr gut recherchiert hat oder genau weiß, wovon sie schreibt. Sind auch Sie ähnlich wie Schorlau eine absolute Feinschmeckerin?

Elke Nansen: Da haben Sie meine Achillesferse getroffen. Ich liebe die Spitzenküche und kann mich gleichzeitig über das Pipapo, was darum gemacht wird, sehr amüsieren. Außerdem habe ich einen Freund, der selbst einmal einen Stern innehatte und sich gut auskennt. Ich gebe es zu, Lebensmittel wie Austern, Kaviar und Entenmuscheln sind für mich zum Niederknien. Sowohl geschmacklich als auch von der Präsentation finde ich solche Menüs sehr reizvoll. Man darf nur nicht den Fehler machen, sich so etwas zu oft zu gönnen. Aber wer kann sich so etwas schon öfters leisten? Auch ich nicht. Daher ist es immer etwas Besonderes, das ich dann auch sehr genießen kann. Außerdem gefallen mir die Veränderungen, die so langsam in Sterneküchen stattfinden. Weg vom totalitären Sternekoch, der uneingeschränkte Macht ausübt, wie man das in diesem Buch lesen kann, geht die jüngere Generation andere Wege. Es ist viel ruhiger und respektvoller geworden in solchen Küchen. Das Einzige, was ich mich immer wieder frage, ist, warum sich die jungen Spitzenköche meistens von oben bis unten tätowieren lassen. Aber ich vermute, diese Menschen sind Künstler und haben daher den Wunsch nach einer ganz besonderen Individualität.
Und jetzt sehen Sie, wie sehr ich das Thema liebe, denn die Antwort auf diese Frage wurde die längste. Vielen Dank für das Interview

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.