Interview mit Silke Ziegler

Silke Ziegler, Foto: Silke Ziegler

Silke Ziegler

lebt mit ihrer Familie in Weinheim an der Bergstraße. Zum Schreiben kam sie 2013 durch Zufall, als sie während eines Familienurlaubs im Süden Frankreichs auf ihre erste Romanidee stieß. Wenn sie nicht gerade in ihre französische Herzensheimat reist oder an einem ihrer Romanprojekte schreibt, geht sie gern wandern oder liest.

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Carmen Vicari von CarmensBücherkabinett.de hat Silke Ziegler einige Fragen gestellt:

Carmen Vicari: Liebe Silke,
zunächst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst und mir zu einem Interview bereitstehst. Am 21. März 2024 erschien Dein neuer Krimi „Im Sog des Schweigens“. Magst Du kurz erzählen, um was es in dem Krimi geht?

Silke Ziegler: Am besten antworte ich hier mit dem Klappentext:
Die Zwillingsschwestern Charlène und Aurélie würden alles füreinander tun – sogar die Rollen tauschen. Für einen beruflichen Termin geben sie sich einen Abend lang als die jeweils andere aus. Am nächsten Morgen ist Charlène tot. Sollte tatsächlich sie sterben, oder hätte Aurélie das eigentliche Opfer sein sollen? Um herauszufinden, was geschehen ist, beschließt Aurélie, die Rolle ihrer Schwester weiterzuspielen. Doch statt Antworten zu finden, ergeben sich immer neue Fragen. Warum behandelt Charlènes Ehemann sie derart abweisend? Und was hat es mit den verstörenden Tagebucheinträgen ihrer Schwester auf sich? Während sich Aurélie immer tiefer in ihrer Rolle verstrickt, muss sie mehr und mehr erkennen, dass die ganze Wahrheit noch viel grausamer ist, als es den Anschein hatte …

Carmen Vicari: Dein neuer Krimi spielt in Südfrankreich. Wie kam zu der Auswahl des Ortes? Verbindet Dich etwas mit der Region?

Silke Ziegler: Ich liebe Südfrankreich, seit ich in der Schule die Sprache gelernt habe. Seit elf Jahren fahre ich regelmäßig in die Region. Und in Gruissan, wo „Im Sog des Schweigens“ spielt, waren wir schon mehrmals über Silvester. Ein schönes Städtchen direkt am Mittelmeer, sehr idyllisch, mit viel Atmosphäre und Charme.

Carmen Vicari: Zeitgleich hast Du mit Sina Engel eine Hauptkommissarin, die in Deiner Heimatstadt Weinheim angesiedelt ist. Wird es hier eine Fortsetzung geben und darfst Du schon etwas zum Inhalt verraten?

Silke Ziegler: Ich schreibe gerade am fünften Band, der diesmal zum Teil in einem Ortsteil von Weinheim angesiedelt ist. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, da Band 4 mit einem Cliffhanger geendet hat und ich hier nichts vorwegnehmen möchte.

Carmen Vicari: Wie sehen Deine Recherchearbeiten aus? Läufst du die Wege Deiner Protagonisten ab? Tauchst Du in Archive ein?

Silke Ziegler: Beides. Je nachdem, was ich schreibe, recherchiere ich auf jeden Fall vor Ort. Bei den Weinheimkrimis laufe ich die Wege tatsächlich ab, bei den Frankreichkrimis sehe ich mir die Handlungsorte ebenfalls an. Für meine neue Reihe, die unter dem Pseudonym Tessa Collins erscheint, war ich letztes Jahr in Cornwall und Island. Für meine Trilogie „Die Frauen von der Purpurküste“, die zum Teil während der Besatzungszeit spielt, habe ich einiges an Literatur und Tatsachenberichten, teils auch auf Französisch, gelesen, um so realistisch wie möglich die damaligen Umstände widergeben zu können. Auch für diese Reihe bin ich in Internierungslager gegangen und habe mir eine alte Frauenklinik aus den 40er Jahren angesehen.

Carmen Vicari: Woher stammen allgemein Deine Ideen für Deine Bücher?

Silke Ziegler: Das ist ganz unterschiedlich. Ich bin keine Autorin, die am Schreitisch sitzt und sich krampfhaft die nächste Idee aussucht. Das würde bei mir nicht funktionieren. Die Ideen finden mich. Oft im Urlaub, aber es kann auch mal ein Film oder ein Zeitungsartikel sein, der mir ins Auge sticht und in dem ich den Ansatz für eine neue Geschichte sehe. Es ist jederzeit und überall möglich, dass mich etwas inspiriert.

Carmen Vicari: Könntest Du Dir vorstellen auch in einem anderen Genre aktiv zu werden? Oder bist Du es vielleicht sogar schon unter einem Pseudonym?

Silke Ziegler: Ich schreibe Frankreichkrimis und Regionalkrimis. Ich habe einen Liebesroman geschrieben und eine Trilogie, die eine historische Ebene hat. Momentan schreibe ich an einer Reihe über fünf Frauen auf fünf Kontinenten. Ich denke, ich decke schon eine ganze Reihe an Genres ab. Was ich niemals schreiben werde, ist Fantasy oder Erotik. Beides lese ich nicht, und es interessiert mich auch nicht. Aber ich denke, man muss auch nicht alles schreiben.

Carmen Vicari: Was ist bis jetzt der schönste Moment in Deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?

Silke Ziegler: Das ist eine schwierige Frage, da ich schon sehr viele schöne Momente erleben durfte. Jede Lesung ist immer wieder ein tolles Erlebnis. Ich bin dankbar, dass Menschen zu mir kommen, um zu hören, wie ich ihnen vorlese und was ich zu erzählen habe. Sehr gefreut habe ich mich über Projektanfragen von meinen Verlagen. Das kommt auch nicht allzu häufig vor und empfinde ich als große Ehre, dass man mir das zutraut. Ein schöner Moment war aber auch, als ich erfahren habe, dass mein neuestes Projekt in vier Sprachen übersetzt werden wird. Es gibt für mich also nicht diesen einen tollen Moment. Ich bin sehr dankbar, dass ich schon sehr viele schöne Momente durch mein Schreiben erleben durfte.

Carmen Vicari: Und zu guter Letzt: Wird es einen weiteren Südfrankreichkrimi geben und an was beschäftigt Dich gerade?

Silke Ziegler: Es wird einen neuen Sina Engel geben, wahrscheinlich im nächsten Jahr. Außerdem wird ein Herzensprojekt von mir auf den Markt kommen, das in die Richtung der Purpurküstenfrauen geht. Das ist aber beides noch nicht unterschrieben, nur besprochen. Dieses Jahr wird es den Auftakt zu meinem neuen Projekt bei Ullstein geben. Mindestens zwei weitere Teile werden folgen. Den zweiten Band habe ich gerade heute fertig geschrieben. Es bleibt also spannend …

Carmen Vicari: Liebe Silke, vielen Dank für das interessante Interview.

Silke Ziegler: Liebe Carmen, ich habe ebenfalls zu danken für Deine Mühe!