Jan Olsen im Interview über seinen neuen Krimi!

Ostfrieslandkrimi-Autor Jan Olsen im Interview zu seinem neuen Buch »Die Leiche im Watt«.

Aus der neuen Reihe »Polizei Greetsiel ermittelt« ist der erste Ostfrieslandkrimi erschienen. Wir haben dem Autor Jan Olsen ein paar Fragen zu dem neuen Kriminalfall der Greetsiler Polizei gestellt.

»Die Leiche im Watt« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Würden Sie uns mit eigenen Worten erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Jan Olsen: Es gilt, einen rätselhaften Mord aufzuklären. Dieser Kriminalfall ist zugleich auch die Bewährungsprobe des neuen Polizeiteams in Greetsiel. Die Umstände, unter denen Hauptkommissarin Ruth Fasan und ihr Ermittlungspartner Kommissar Hagen Reese auf die Leiche im Watt aufmerksam gemacht werden, sind dabei genauso geheimnisvoll wie die Beweggründe der Personen, die als tatverdächtig gelten. Bei den Ermittlungen geht es ziemlich turbulent zu. Eine Geburt spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Untersuchung an Bord eines Fischkutters und knifflige Verhöre unter nicht gerade alltäglich zu nennenden Bedingungen. Ich denke, die Auflösung am Schluss dürfte auch versierte Krimileser überraschen.

Das Buch ist zugleich auch der Start einer neuen Krimireihe. Wer sind die Ermittler Ruth Fasan und Hagen Reese?

Jan Olsen: Bei Ruth und Hagen handelt es sich um zwei gegensätzliche Charaktere. Ruth Fasan hat sich von Hamburg nach Greetsiel versetzen lassen, weil sie hofft, hier ein wenig Ruhe zu finden. Die Hauptkommissarin ist eine erfahrene Ermittlerin, doch offenkundig hat sie nicht damit gerechnet, dass es in Ostfriesland bei weitem nicht so beschaulich zugeht, wie es vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Sie muss jedoch feststellen, dass sie die besondere Mentalität der Ostfriesen sehr mag und sie sich auch dem Reiz der Landschaft nicht entziehen kann.

Hagen Reese hat die Ausbildung zum Kommissar erst kürzlich abgeschlossen. Greetsiel ist sein erstes Einsatzgebiet, und er stammt auch aus der Gegend. Er ist noch ein bisschen unerfahren, handelt mitunter vorschnell, gleicht dieses Manko jedoch durch Humor und Gewitztheit aus. Ruths raue, kratzbürstige Art bereitet ihm anfangs Schwierigkeiten. Als Ostfriese hat er jedoch seine ganz spezielle Methode, damit umzugehen.

Auf welche Schauplätze können sich die Leserinnen und Leser der neuen Krimireihe freuen? Welche Orte gehören zum Ermittlungsbereich der Polizei Greetsiel?

Jan Olsen: An erster Stelle steht natürlich der Ort Greetsiel mit seinen malerischen Sehenswürdigkeiten. Der Hafen mit seinen Krabbenkuttern ist ein wichtiger Schauplatz, aber auch die Wohngegenden spielen eine Rolle, denn die Leute in Greetsiel sind wesentlicher Bestandteil der Reihe. Das Watt in der Leybucht ist ein weiterer Ermittlungsort, das Meer ebenso und schließlich auch weitere Orte in der Krummhörn. Die örtlichen Gegebenheiten und das Lokalkolorit üben einen großen Einfluss auf die Handlung und die Kriminalfälle aus.

Zurück zum ersten Buch der Reihe. Schätzungen zufolge werden jährlich weltweit bis zu 26 Millionen Tonnen Fisch illegal gefangen – ein schier unglaubliches Volumen. Wie sehen die diesbezüglichen Vorwürfe in Ihrem Krimi aus?

Jan Olsen: Der illegale Fischfang ist ein Dreh- und Angelpunkt in dieser Geschichte. Allerdings bewegt sich die Menge des illegal gefangenen Fischs in einem vergleichsweise kleinen Rahmen. Nichtsdestotrotz wirft dieses Vorgehen Fragen auf, auch in Hinblick auf den gesuchten Mörder und die infrage kommenden Verdächtigen. Illegaler Fischfang ist ein Thema, das wohl jeden, der das Meer als solches und den Fisch als Speise liebt, bewegt und beschäftigt.

Was hat es mit dem im Klappentext erwähnten Video auf sich?

Jan Olsen: Es ist ausgerechnet ein polizeilich gesuchter Internetaktivist und Hacker, der die Leiche im Watt entdeckt. Er will um jeden Preis unentdeckt bleiben, möchte aber auch dafür sorgen, dass der Tote gefunden und geborgen wird. Also muss er sich etwas ausdenken. Er filmt den Ermordeten und veröffentlicht den Clip anschließend auf seinem Video-Kanal, in dem Wissen, dass die Polizei, die seine Internetaktivitäten genauestens beobachtet, auf diese Weise auf den Toten aufmerksam wird. Eine Rechnung, die aufgeht, aber für den Hacker ungeahnte Folgen hat. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.