Jo Nesbø in Frankfurt

Der norwegische Autor Jo Nesbø ist auch international sehr erfolgreich. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz

Als den „King of Nordic Noir“ begrüßte Moderator Knud Cordsen den norwegischen Bestseller-Autor Jo Nesbø auf der Bühne im Pavillon des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse 2019 Norwegen. Jo Nesbø, der auch international sehr erfolgreich ist, legte den 12. Band seiner Harry Hole-Reihe vor. Ins Deutsche wurde der Thriller mit dem Titel Messer von Günther Frauenlob übersetzt.

Harry Hole trifft auf einen ungelösten alten Fall. Seine Frau hat ihn rausgeworfen. Harry ist einsam und hat ein Alkoholproblem. Er wird auf Band eins zurückgeworfen.

Wie Jo Nesbø erläutert, sei es schwierig, mit einem Messer zu töten, da man bei dieser Tötungsart dem Opfer sehr nahe kommen muss. Im Krimi sieht er auf Nachfrage die Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, mit der Besonderheit, dass jemand ermordet wird.

Harry Hole wird durch Musik zum Täter geführt. Neben der Musik liebt er aber auch den Whiskey. Jo Nesbø spielt seit etlichen Jahren selbst in einer Band. Die Kombination Literatur und Musik macht für ihn nach eigenen Angaben einen perfekten Tag aus.

Moderator Knud Cordsen fragt, weshalb gerade aus Norwegen, wo der Friedensnobelpreis verliehen wird, Literatur mit brutalen Morden kommt. Jo Nesbø antwortet darauf, er nähme sich die Freiheit heraus, einer früher vorhandenen düsteren Seite Oslos eine fiktive hinzuzufügen. Die nächste Frage, ob der Schriftsteller den von Knud Cordsen zitierten Satz Gottfried Benns, „Ein guter Krimi ist ein Radiergummi fürs Gehirn“ zustimmen kann, beantwortet der kurz und bündig mit „Yes“.

Jo Nesbø erzählt von der norwegischen Besonderheit, dass die Menschen alle gleich sind. Auch durch das Attentat vom 22. Juli wurde diese Gleichheit nicht ins Wanken gebracht. Der Name des Attentäters wird in Norwegen so gut wie nicht genannt. Es habe die Grundüberzeugung der Norweger, miteinander in Gleichheit umzugehen, nicht verändert.

Weshalb Norwegen, wo Literatur so sehr unterstützt wird, aus der Armut ins Reichsein wechselte? Vor 50 Jahren wurde Öl entdeckt und machte es zum reichsten Land der Welt.

Was Jo Nesbø neben Schreiben und Musik sonst noch macht? Er klettert gerne und war dazu gerade in Griechenland. Für ihn ist das Klettern ein Akt der Meditation.

Ein sympathischer Autor, der sich viel Zeit zum Signieren seiner Bücher nahm.