Interview zum Ostfrieslandkrimi „Blautod auf Langeoog“
1. Der neue Ostfrieslandkrimi mit den Langeooger Ermittlern Fenja Bruns und Jonte Visser ist erschienen. Worauf können sich Ihre Leserinnen und Leser in »Blautod auf Langeoog« freuen?
Julia Brunjes: Als Kommissarin Fenja Bruns morgens vor dem Dienst am Strand ihre Yogaübungen macht, findet sie einen Toten, dessen Gesicht mit blauer Farbe besprüht ist. Eine Frau namens Liane Rudolf erstattet Anzeige gegen einen Unbekannten, der sie belästigt hat – woraufhin sie sich mit dem sogenannten »Schlumpfspray« verteidigte. Das ist eine in den Niederlanden frei verkäufliche Abwehrwaffe, mit der man einen Angreifer brandmarken kann. Wenig später meldet sich Claudine Lehmkuhl auf der Wache: Ihr Verlobter wird vermisst. Es stellt sich heraus, dass er derjenige ist, den Liane Rudolf besprüht hat. Wurde er also auch von ihr getötet? Doch der Fall ist wesentlich komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint.
2. Die Geschichte beginnt mit einem wahrlich bizarren Fund: einem blauen Toten! Wie sind Sie auf eine solche Idee gekommen, und hat die Farbe Blau in Ihrem Ostfrieslandkrimi womöglich auch eine symbolische Bedeutung?
Julia Brunjes: Die Idee sprang mir nach einem Tagesausflug in die Niederlande förmlich ins Auge. Wir wohnen ja im Grenzgebiet und fahren öfter mal zu den westlichen Nachbarn hinüber. In den Niederlanden ist Pfefferspray nicht frei verkäuflich, wohl aber dieses sogenannte »Schlumpfspray«. Es enthält angeblich nicht gesundheitsschädliche blaue Lebensmittelfarbe, mit der ein Angreifer für den Moment geblendet wird und längerfristig leicht zu identifizieren ist – weil sich die Farbe nicht einfach abwaschen lässt. – Ja, natürlich ist Blau auch eine Farbe voller Symbolik. Ich muss dabei immer an den blauen Himmel und die blaue See denken, was gut zu einer Insel wie Langeoog passt.
3. Was fällt Ihnen als Autorin leichter: ein spannender Einstieg in die Geschichte – wie dem Fund eines blauen Toten – oder das saubere Auflösen aller Spuren zum Schluss?
Julia Brunjes: Auf jeden Fall der Einstieg – da sollte der Leser sofort in die Handlung gezogen und sein Interesse geweckt werden. Wenn ich selbst Leserin bin, dann mag ich auch keine Bücher, in denen ich erst 20 oder 30 Seiten hinter mich bringen muss, bevor ich auch nur weiß, worum es geht. Der Schluss schreibt sich hingegen sozusagen fast von allein – alle Fragen werden beantwortet, und man kann sich schon auf den nächsten Ostfrieslandkrimi freuen ;-)
4. In Ihrem aktuellen Ostfrieslandkrimi gibt die Juniorchefin einer Spedition besondere Rätsel auf. Was verbindet diese Frau mit dem Toten?
Julia Brunjes: Zunächst leugnet Liane Rudolf ja, das Mordopfer zu kennen – was vielleicht mit dem »Versteckspiel« zusammenhängt, das sie auf Langeoog veranstaltet. Sie hat offensichtlich etwas zu verbergen. Später stellt sich heraus, dass Hauser in der Spedition ihres Vaters als Kraftfahrer arbeitete. Doch sein Beruf ist es nicht, der ihn für sie so gefährlich machte. Sie hätte jedenfalls einen plausiblen Grund gehabt, ihn ins Jenseits befördern zu wollen.
5. Diesmal ist auch mal wieder eine Praktikantin im Ermittlerteam dabei. Ist Kea eine echte Unterstützung für Fenja und Jonte oder eher ein Bremsklotz bei den Ermittlungen?
Julia Brunjes: Anfangs ist Kea eher träge und unmotiviert – eine Praktikantin, die man sinnbildlich »zum Jagen tragen« muss. Das ändert sich allerdings, als plötzlich auf der Insel ein echter Mordfall geschieht und sie an den Ermittlungen teilnehmen darf. Nun beweist Kea echte Initiative und hilft tatkräftig daran mit, den Mörder seiner gerechten Strafe zuzuführen.
Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.























