Julia Brunjes im Interview zu »Flamingomord auf Wangerooge«

Ostfrieslandkrimi-Autorin Julia Brunjes im Interview zu ihrem neuen Buch »Flamingomord auf Wangerooge«.

In Ihrem neuen Ostfrieslandkrimi »Flamingomord auf Wangerooge« stoßen die beiden Inselpolizistinnen dieses Mal selbst auf eine Leiche. Wie kommt es dazu?

Julia Brunjes: Eigentlich wollten Nele und Jule Hibenga nur etwas zum Essen holen, und da es in der Strandbar »Flamingo« gerade leckere Burger und Wraps zum schmalen Preis gibt, zieht es sie dorthin. Da es Sommer ist, ist die Bar gerammelt voll, und so wundert es die Ermittlerinnen nicht, dass sie warten müssen. Der Besitzer und gleichzeitig ehrenamtliche Bürgermeister von Wangerooge, Falk Lutter, ist ebenfalls dort, weil in der Hochsaison jede Hilfe gebraucht wird. Als dieser jedoch nicht mehr zurückkommt, sehen die Polizistinnen lieber nach ihm. Sie finden Falk im Hinterhof mit einem blutigen Ziegelstein in der Hand vor – direkt neben einer Leiche! Diese stellt sich als sein unbeliebter Plongeur Oskar Karlsson heraus, welcher in der Küche arbeitete und dort das Geschirr sauber machte. Zuletzt hatte auch Falk Ärger mit ihm. Hatte er also ein Motiv, den Mann zu töten? Ein Fall für die Inselpolizistinnen!

In Verdacht gerät sofort Falk Lutter. Weshalb und warum stellt die Figur des ehrenamtlichen Bürgermeisters als Verdächtiger eine besondere Herausforderung für die beiden Hibengas dar?

Julia Brunjes: Falk Lutter ist nicht nur ein Nachbar und Bürgermeister von Wangerooge für die Hibengas, sondern auch ein guter Freund, der seit dem Fund der Leiche in gehörigen Schwierigkeiten steckt, denn Falk ist es, der die blutige Tatwaffe in Händen hält, als die Hibengas ihn im Hinterhof treffen. Sie sind sich einig, dass er kein Mörder ist, aber schnell wird klar, dass Falk ihnen nicht die ganze Wahrheit sagt oder wichtige Informationen zu seiner eigenen Vergangenheit zurückhält, was ihre Freundschaft weiter belastet. Einerseits müssen die Polizistinnen professionell bleiben, andererseits spricht längst das Bauchgefühl zu ihnen. Ein kniffliger und persönlicher Fall für die beiden Ermittlerinnen.

Aus welchem Grund haben Sie Oskar Karlsson bewusst als unsympathisches und zugleich geheimnisvolles Opfer angelegt?

Julia Brunjes: Auch wenn man zunächst vermuten könnte, dass das Opfer als kleines Licht in der Restaurantbranche arm dran war, so wird dem Leser schnell bewusst, dass Oskar Karlsson alles andere als bemitleidenswert ist. Er machte sich Feinde auf allen Seiten, selbst seine Freundin stieß er vor den Kopf, die ihm den Job im »Flamingo« erst verschafft hat. Jede Menge Kontrahenten, Neider und Hass in der eigenen Familie sorgen für zahlreiche Verdächtige und viel Spannung im neuen Wangerooge-Krimi.

Was hat Sie daran gereizt, ein angespanntes Betriebsklima in der Strandbar als möglichen Auslöser für ein Verbrechen mit mehreren Verdächtigen darzustellen?

Julia Brunjes: Ich wollte immer schon einmal Falk Lutter ins Zentrum eines Kriminalfalles bringen. Er ist fast immer ein freundlicher Begleiter oder eine große Hilfe bei den Kriminalfällen auf Wangerooge, nun rückt er selbst ins Licht – allerdings im negativen Sinne. Umso spannender und brisanter wird der neue Fall für die Hibengas, die zwischen Freundschaft und Pflichtgefühl hin- und hergerissen sind. Als meine Leser mir dann auch noch vorschlugen, doch einmal Falk als Verdächtigen hinzustellen, nahm die Idee langsam immer mehr Gestalt an und wurde in »Flamingomord auf Wangerooge« letztlich zur Realität. Und wo Falk Lutter ist, sind auch seine Kollegen, insbesondere viele neue Gesichter, die als Saisonkräfte in der Strandbar arbeiten und sich als Verdächtige für einen Ostfrieslandkrimi anbieten.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.