Julia Brunjes im Interview zu »Laternenmord auf Langeoog«

Ostfrieslandkrimi-Autorin Julia Brunjes im Interview zu ihrem neuen Buch »Laternenmord auf Langeoog«.

Interview zum Buch »Laternenmord auf Langeoog«

1. Worum geht es in »Laternenmord auf Langeoog«?

Julia Brunjes: Der Urlauber Jens Leineweber wird am Lale-Andersen-Denkmal im Langeooger Ortszentrum tot aufgefunden. Zunächst scheint es sich um einen Unfall unter Alkoholeinfluss zu handeln, zumal das Opfer am Vorabend einen Termin mit zwei Geschäftsfreunden in einem Lokal hatte. Doch als die Inselpolizisten Fenja Bruns und Jonte Visser die Ehefrau des Toten benachrichtigen wollen, finden sie Katrin Leineweber bewusstlos in ihrem Ferienhaus vor. Was hat sich zwischen den Eheleuten ereignet? Hatte Jens Leineweber etwas zu verbergen? Und warum geht es immer wieder um die Musik von Lale Andersen? Die Kommissare müssen zahlreiche Puzzleteile zusammensetzen, um das Krimi-Rätsel zu lösen.

2. Ihr Buch beginnt mit einem dramatischen Fund am Lale-Andersen-Denkmal. Was hat Sie dazu inspiriert, diesen Ort für den Beginn Ihres Krimis zu wählen?

Julia Brunjes: Diese Statue der berühmten Sängerin wird ja allen Besuchern Langeoogs bekannt sein. Bei Lale Andersen dürfte es sich wohl um die prominenteste Tochter der Insel handeln. Es ist praktisch unmöglich, das Denkmal zu übersehen. Meine Fantasie wird natürlich durch so eine bedeutende Person angeregt – was wäre, wenn Verbrecher Lale Andersens Prominenz für ihre dunklen Zwecke ausnutzen würden? Was natürlich umso einfacher ist, weil die Künstlerin schon lange nicht mehr lebt und sich nicht gegen solche Machenschaften zur Wehr setzen kann … und schon ist eine Idee für einen Kriminalfall geboren ;-)

3. Die Ermittler Fenja Bruns und Jonte Visser stoßen auf viele rätselhafte Spuren, unter anderem auf alte Papierschnipsel. Was können denn vergilbte Schnipsel zur Lösung eines Mordfalles beitragen?

Julia Brunjes: Ich will noch nicht zu viel verraten, aber diese Spur scheint mit dem Auffindeort der Leiche zusammenzuhängen. Hinzu kommt die Frage, warum Katrin Leineweber ohnmächtig war, als die Polizisten sie entdeckt haben. Sie könnte mehr wissen, als sie den Ermittlern gegenüber zunächst einräumt. Das kleine Papierstück ist ein wichtiger Hinweis auf ein mögliches Motiv für die Tat, was sich aber erst im Lauf der Romanhandlung zeigt.

4. Der »Laternenmord« ist bereits Band 15 Ihrer beliebten Krimireihe, die auf der ostfriesischen Insel Langeoog spielt. Dabei gibt es oft am Ende der Geschichten überraschende Wendungen. Wie halten Sie als Autorin die Spannung aufrecht und sorgen dafür, dass Ihre Leserinnen und Leser bis zur letzten Seite gefesselt bleiben?

Julia Brunjes: Ich verwende einen Trick, den auch andere Autorenkollegen benutzen: Wenn ich einen Krimi beginne, weiß ich selbst noch nicht genau, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Als Autorin bin ich ja gleichzeitig auch die erste Leserin. Wenn ich beim Schreiben Spannung empfinde, wird es den Lesern hoffentlich genauso ergehen. Manche Entwicklungen der Handlung überraschen mich selbst, wodurch dann die Ungewissheit bis zum Ende aufrechterhalten bleibt. So wird jeder neue Roman zu einer geistigen Reise mit ungewissem Ausgang – und das bereitet mir sehr große Freude!

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de