Interview zum Ostfrieslandkrimi »Gewinnspielmord auf Langeoog«
»Ostereimord auf Langeoog« ist ein spannender Titel. Verraten Sie uns ein bisschen vom Inhalt des Ostfrieslandkrimis!
Julia Brunjes: Die Leser erwartet ein klassischer Inselkrimi, der mitten im österlichen Trubel auf Langeoog spielt. Alles beginnt mit einem Mord im Pirolatal. Das Opfer ist der reiche Chocolatier Hinnerk van Geest, der mit seinen überambitionierten Plänen die Inselgemeinschaft spaltet. Er wird bizarrerweise mit einer schweren Hasen-Gussform erschlagen und steckt dabei in einem Küken-Kostüm! Abgesehen davon fehlt ein wertvolles, mit Halbedelsteinen besetztes »Goldenes Ei«, das eigentlich im Zentrum eines von Hinnerk van Geest initiierten Osterspektakels stehen sollte. War es ein Raubmord? Die Rache eines Traditionalisten, der den kommerziellen Hokuspokus verachtet? Oder die Wut einer gekränkten Frau?
Hinnerk van Geest hatte ehrgeizige Pläne hatte. Was wollte der Chocolatier auf Langeoog erreichen?
Julia Brunjes: Hinnerk van Geests Pläne gingen weit über den Verkauf von Schokolade hinaus. Er wollte Langeoog nach seinen kommerziellen Vorstellungen umgestalten und hatte dabei wenig Respekt vor bestehenden Strukturen oder Traditionen. Das traditionelle Eiertrullern wollte er durch ein riesiges, lautes Event ersetzen, die große Schatzsuche nach dem »Goldenen Ei«, inklusive Werbung.
Der Einheimische Onno Eilts steht in Ihrem Ostfrieslandkrimi für die Bewahrung des Althergebrachten. Glauben Sie, dass Traditionen auf einer Insel wie Langeoog eine noch bedeutendere Rolle spielen als auf dem Festland?
Julia Brunjes: Ja, ich denke, das ist durch die Geografie bedingt. Die Figur des Onno Eilts verkörpert genau diesen Gedanken. Auf einer Insel wie Langeoog, die geografisch vom Rest der Welt getrennt ist, entwickeln sich oft stärkere und widerstandsfähigere Gemeinschaften, die in der Vergangenheit immer durch die Natur, insbesondere das Meer, bedroht waren. Nur gemeinsam hatte man eine Chance. Traditionen sind hier nicht nur Folklore, sondern das Fundament des Zusammengehörigkeitsgefühls. Sie sind der Kitt, der den Menschen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Beständigkeit in einer sich schnell verändernden Welt gibt!
Welche Ostertradition darf denn bei Julia Brunjes auf keinen Fall fehlen?
Julia Brunjes: Eine interessante Frage! Also für meine Kommissarin Fenja Bruns im Ostfrieslandkrimi ist Ostern das feierliche Ende der Fastenzeit. Ganz konkret ist Fenja von einem einzigen Gedanken besessen: endlich ein Stück von Lisa Vissers selbstgebackenem Osterlammkuchen mit Zartbitterschokoladenglasur zu bekommen. Und da steckt natürlich auch viel von Julia Brunjes drin. Mal eine Weile etwas weniger zu essen und sich in dieser Hinsicht etwas zurückzuhalten, ist traditionell mit der Zeit vor Ostern verbunden – und ganz sicher sinnvoll. Ansonsten unverzichtbar sind für mich natürlich bunte Ostereier und Osterschmuck in der Wohnung. Ein »Goldenes Ei« war allerdings noch nicht dabei …
Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.























