Krimi-Bestenliste April 2019

Image of Willnot: Roman
Platz 1 (Vormonat: 2)
James Sallis: Willnot
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt
Liebeskind, 224 Seiten, 20 €
„Willnot“, USA.Worauf verweisen die Signale des Lebens? Dorfarzt Lamar Hale sinniert. In einer Grube liegen mehrere Leichen. Ein lange Verschollener taucht auf, wird angeschossen. Ein begabter Junge verschwindet im Wald. Sallis gibt uns „Zeit, mal ernsthaft über Leben und Tod nachzudenken“.
Image of Der schlaflose Cheng: Sein neuer Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 5)
Platz 2 (Vormonat: 4)
Heinrich Steinfest: Der schlaflose Cheng
Piper, 288 Seiten, 16 €
Wien, London, Island. Nach fast einer Dekade taucht Markus Cheng, einarmiger Privatdetektiv, Wiener Chinese, aus der Abwesenheit auf, um die Unschuld von Peter Polnitz, der deutschen Stimme des weltberühmten Schauspielers Wake, zu beweisen. Herrlich! Göttlich! Steinfest!
Image of Das Ende der Lügen
Platz 3 (Vormonat: 7)
Sara Gran: Das Ende der Lügen
Aus dem Englischen von Eva Bonné
Heyne, 352 Seiten, 16 €
New York, Oakland, Los Angeles. Ein Lincoln rammt Claire DeWitt. Warum will jemand sie töten? Die beste Detektivin der Welt rekapituliert auf der Suche nach dem größten Rätsel der Welt ihre Fälle, ihre Verstrickungen. Und findet eine verschollene Erzählung. Krimi als L’art pour l’art. Wie bei Poe.
Image of Im Namen des Katers: Kriminalroman
Platz 4 (Vormonat: 3)
Gary Victor: Im Namen des Katers
Aus dem Französischen von Peter Trier
Litradukt, 168 Seiten, 12 €
Port-au-Prince, Haiti. In fünf Tagen wird der Dämon in seinem Arm Inspektor Azémar zwingen, eine Frau abzuschlachten. Zuvor muss er noch Kater Georges finden, hinter dem Gangster, Polizisten, Dealer her sind, und den Mörder der Katzen essenden Soro-Trinker fangen. Nur Haiti ist schlimmer dran.
Image of Bluebird, Bluebird
Platz 5 (Vormonat: 1)
Attica Locke: Bluebird, Bluebird
Aus dem Englischen von Susanna Mende
Polar, 330 Seiten, 20 €
„Lark“. Texas-Ranger Darren Mathews, persönlich, beruflich und ehelich vor dem Aus, kämpft im Kaff Lark wie ein Gentleman. Rassismus als Fluch, Irrsinn, paranoide Gewalt. Texas aus Sicht seiner schwarzen Mittelschicht – ein Heimatroman, wie er besser nicht sein kann. Bitter, wütend, glänzend komponiert.
Image of Die Durchlässigkeit der Zeit: Roman
Platz 6 (Vormonat: 8)
Leonardo Padura: Die Durchlässigkeit der Zeit
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein
Unionsverlag, 448 Seiten, 24 €
Havanna, Katalonien. Privatermittler Conde sucht die schwarze Madonna, die einem früheren Schulkameraden gestohlen wurde. Zeitumspannende Reise zu den Reichsten und zu den Ärmsten in Kuba, in die alte Geschichte von Glauben, Zweifel und Despotie. Padura ganz stark, ganz bei sich.
Image of Kongo Blues: Kriminalroman
Platz 7 (Vormonat: - )
Jonathan Robijn: Kongo Blues
Aus dem Flämischen von Jan-Frederik Bandel
Edition Nautilus, 176 Seiten, 16,90 €
Brüssel, Kongo, 1988. Morgan, schwarzer Jazzmusiker, Adoptivkind einer belgischen Oberklassefamilie, rettet Simona am Neujahrstag vor dem Erfrieren. Mit unberührbarer Flatterhaftigkeit irritiert sie sein Leben, verschwindet wieder. Gelähmte Melancholie, Wunden kolonialer Herkunft. Starker Sound.
Image of Lola: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
Platz 8 (Vormonat: - )
Melissa Scrivner Love: Lola
Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf
Suhrkamp, 392 Seiten, 14,95 €
Los Angeles. Lola ist winzig, unscheinbar, im Backen eine Niete. Nur die Insider wissen, dass sie der Boss der aufstrebenden Latino-Gang „Crenshaw Six“ ist. Um Chef zu werden, hat sie ihren Lover umgebracht. Für Pflegekind Lucy und den Sieg riskiert Lola ihr Leben. Heiter und robust: tolles Debüt.
Image of Jahre des Jägers: Roman (Die Kartell-Saga, Band 3)
Platz 9 (Vormonat: - )
Don Winslow: Jahre des Jägers
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Droemer, 992 Seiten, 26 €
Mexiko, Washington, D. C. Kartellboss Adán Barrera ist tot. Die verwöhnten Söhne drängeln, morden sich an die Macht. Opioide verwüsten Tausende Leben. DEA-Chef Art Keller will den Geldhahn zudrehen. Damit gerät er ins Visier von Präsident Dennisons Clique. Alles über den Drogenkrieg, Teil drei.
Image of Die Verschwundenen
Platz 10 (Vormonat: - )
Antonio Ortuño: Die Verschwundenen
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein
Kunstmann, 254 Seiten, 20 €
Guadalajara. Leichter als Erfolg ist Mord. Zwei Familien, die Bauunternehmer Carlos nicht weichen wollten, sind verschwunden. Schwiegersohn Aurelio, stets zu Diensten, ging zur Beschwichtigung in den Knast. Mexikanische Version von Herr und Knecht. Tragikomisch: Porträt einer abgeschlafften Bourgeoisie.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Kolja Mensing, »Deutschlandfunk Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, »Deutsche Welle«, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«