Krimi-Bestenliste Dezember 2018

Image of Kritische Masse (Ariadne)
Platz 1 (Vormonat: - )
Sara Paretsky: Kritische Masse
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski
Ariadne im Argument-Verlag, 540 Seiten, 24 €
Chicago, Österreich. V. I. Warshawski ermittelt wieder, und wie! Eine Drogensüchtige auf der Flucht, ihr genialer Sohn abgetaucht. Der Kern: 1943 in einem Nazi-Zwangsarbeitslager geraubte Erfindungen einer jüdischen Physikerin, mit denen ein IT-Konzern in den Vereinigten Staaten mächtig wurde. Schlicht großartig.
Image of Hinter den drei Kiefern: Ein Fall für Gamache
Platz 2 (Vormonat: 3)
Louise Penny: Hinter den drei Kiefern
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck
Kampa, 496 Seiten, 16,90 €
Montreal, „Three Pines“. Vor Gericht: Armand Gamache, Chef der Sûreté, im Clinch mit dem Staatsanwalt, anstatt Dealer und Mörder zu überführen. Alles beginnt und endet im Grenzdorf Three Pines. Dort stanzt eine schwarze Gestalt ein Loch in die Postkartenidylle. Tolles Comeback der kanadischen Autorin.
Image of Der Zorn der Einsiedlerin: Kriminalroman
Platz 3 (Vormonat: 2)
Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze
Limes, 512 Seiten, 23 €
Paris, Südfrankreich. Blaps gegen Reclusa, Totenkäfer gegen Einsiedlerspinne. Beide Gliederfüßler können nicht töten, verbreiten nur Angst. Kommissar Adamsberg wittert noch hinter nichts einen Fall. Dieser – neunte – sprengt fast die Brigade, ist verborgen unter Verborgenem, monströses Rachespiel.
Image of Slow Horses: Ein Fall für Jackson Lamb
Platz 4 (Vormonat: 1)
Mick Herron: Slow Horses
Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
Diogenes, 480 Seiten, 24 €
London. Versager, „Slow Horses“ im Geheimdienstjargon, landen im Slough House, um Sinnloses zu tun, bis sie freiwillig kündigen. Als rechte Dumpfbacken einen Hassan entführen, um ihn öffentlich zu köpfen, schlägt die Stunde der lahmen Gäule. Der Feind lauert im Innern – des Geheimdienstes. Feiner Start.
Image of Der Nachbar: Kriminalroman
Platz 5 (Vormonat: - )
Patrícia Melo: Der Nachbar
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita
Tropen, 160 Seiten, 18 €
São Paulo. Lärm ist Qual, vor allem dann, wenn er vom Nachbarn kommt und einen entnervten Lehrer trifft. Der tötet den Frevler, zerstückelt ihn und kriegt die Reste nicht weggeschafft. Knappe 160 Seiten braucht Melo für seine Rechtfertigungssuada. Jammer, Brasilien! Schärfster schwarzer Humor.
Image of Das größere Verbrechen (Ariadne)
Platz 6 (Vormonat: - )
Anne Goldmann: Das größere Verbrechen
Ariadne im Argument-Verlag, 240 Seiten 13 €
Österreich, Bosnien. Theres ist eine, die nie ausreden kann. Immer fährt ihr ein Vater, ein Ehemann, die Tochter über den Mund. Bis der zur Adoption gegebene Sohn wieder auftaucht, der Adoptivvater zu Tode kommt und das Schweigen unter den Teppichen hervorquillt. Horror des Patriarchats.
Image of Mexikoring: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Platz 7 (Vormonat: 4)
Simone Buchholz: Mexikoring
Suhrkamp, 248 Seiten, 14,95 €
Hamburg, Bremen. Versicherungsvertreter Nouri Saroukhan erstickt in einem angezündeten Auto. Chastity Riley und Kollegen prallen gegen die Mauer der Clans, die Nouri und die junge Aliza verstoßen haben. Staatsohnmacht. Autos brennen überall. „Links von uns ist ein Riss im Himmel.“
Image of Blind Sight: Thriller
Platz 8 (Vormonat: - )
Carol O’Connell: Blind Sight
Aus dem Englischen von Judith Schwaab
btb, 512 Seiten, 10 €
Manhattan. Vier Leichen auf dem Rasen des Bürgermeisters, ihre Herzen schwimmen im East River. Ein blinder Junge in den Händen des Mörders. Wer kann ihn retten? Bürgermeister und Geldadel unterminieren die Ermittlungen. Super-Detective Kate Mallory fightet mit allen Tricks, sogar mit Sanftmut.
Image of Das Jahr der Katze: Roman
Platz 9 (Vormonat: 9)
Christoph Peters: Das Jahr der Katze
Luchterhand, 352 Seiten, 22 €
Berlin, Tokio. Flucht nach Fernost: Schwertmeister und Yakuza Onishi lässt mit Gefährtin Nikola Berlin hinter sich, dort liegt die vietnamesische Konkurrenz im Blut. Heimat ist anders: In Japan herrscht Krieg um die Reviere. Bushido-Werte sind out. Da hilft nur die Klinge. Ganz Japan noir.
Image of Grenzgänger: Roman. Die Geschichte einer verlorenen Kindheit
Platz 10 (Vormonat: - )
Mechtild Borrmann: Grenzgänger
Droemer, 286 Seiten, 20 €
Deutsch-belgische Grenze, Nachkriegszeit. Vater kriegstraumatisiert, Mutter stirbt. Henriette bringt sich und drei Geschwister durch, mit Schmuggel. Schwört, sie alle zu beschützen. 1970 steht sie vor Gericht: Mord am allzu schwachen Vater. Der seine Kinder ins Heim gab und sie dort allein ließ.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Elmar Krekeler, »Die WELT« | Kolja Mensing, »Deutschlandradio Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, »Deutsche Welle«, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«