Platz 1 (Vormonat: 1)
Lavie Tidhar: Adama
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Suhrkamp, 425 Seiten, 22 €
»Kibbuz Trashim« 1945–2009. Adama heißt Erde. Daran gefesselt sind Matriarchin Ruth, ihre Schwester und Kinder. Nach dem Holocaust haben sie nichts anderes. Nach »Maror« geht Tidhar weiter zurück in die frühe Zeit Israels. Sie ist voller Blut, Vertreibung, Verrat, Verbrechen, Einsamkeit, mit Leben bezahlt. Umwerfend.
Platz 2 (Vormonat: 2)
Andreas Pflüger: Kälter
Suhrkamp, 495 Seiten, 25 €
Amrum, Israel 1989. Als Luzy Morgenroths Freund erschossen wird, nimmt die ehemalige, etwas füllig gewordene Personenschützerin des BKA Rache. An ihrem Erzfeind, dem Superterroristen und Massenmörder »Babel«. Luzy weiß: Sie ist kälter als er. 500 Seiten Zeitgeschichte, explosive Action, glühende Sprache.
Platz 3 (Vormonat: 10)
Charles den Tex: Repair Club – Der Count-down läuft
Aus dem Niederländi-schen von Simone Schroth
HarperCollins, 463 Seiten, 14 €
Den Haag, Afghanistan. Ein Afghane zeigt John Antink, dem früheren Geheimdienstchef, ein Foto mit einer getöteten Frau. 14 Tage haben er und die Freunde vom Repair Club Zeit, den Schützen zu identifizieren. John muss an die Lücken seines Gedächtnisses. Was ist vor 18 Jahren geschehen? Brillant: Wiederkehr des Verdrängten.
Platz 4 (Vormonat: 3)
Regina Nössler: Ein widerliches kleines Gefühl
Konkursbuch, 334 Seiten, 14 €
Berlin. Evelyn ist Teamleiterin einer Softwarefirma und mit sich zufrieden. Bis Jennifer auftaucht, die die »alte Freundschaft« aus Grundschulzeiten erneuern will. Je öfter Jennifer ungefragt bei ihr ein und aus geht, desto mehr kippt Evelyn aus ihrem Leben. Sie muss Jennifer loswerden. Nössler dreht an Albtraumspiralen.
Platz 5 (Vormonat: - )
Martin von Arndt: Der Wortschatz des Todes
Ars vivendi, 288 Seiten, 18 €
»W.« Weil ihr Bruder bei der Antifa war, konnte Irina nicht beim BKA bleiben. Jetzt, als Privatdetektivin, soll sie seinem Kumpel Oleksi helfen, der den Mord an einem polnischen »Geschäftsmann« gestanden, aber nicht begangen hat. Mit Anwalt Bergmann stöbert sie – selbst russische Dissidentin – ein Netz von Putins Agenten auf. Klasse.
Platz 6 (Vormonat: 7)
Mick Herron: Down Cemetery Road – Zoë Boehm ermittelt in Oxford
Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
Diogenes, 550 Seiten, 19 €
Oxford 2001. Sarah Tuckers Nachbarhaus fliegt in die Luft, ein kleines Mädchen verschwindet. Auf der Suche nach ihm wird die Hausfrau in Geheimdienstintrigen verwickelt, beschützt von der Privatermittlerin Zoë Boehm. Slapstick und Spannung bis zum Showdown in Schottland im Debüt von Mick Herron (»Slow Horses«).
Platz 7 (Vormonat: - )
Håkan Nesser: Eines jungen Mannes Reise in die Nacht
Aus dem Schwedischen von Paul Berf
btb, 352 Seiten, 25 €
»Kymlinge«, Norbotten. Gibt es eine Pflicht zu töten? Erik, gerade mal 15, Krimifan, ist fest davon überzeugt. Und schon sind der strenge Sportlehrer und der Lover seiner Schwester erschossen. Die Polizei rätselt: keine Spuren, kein Motiv, kein Sinn. Philosophisch, theologisch, politisch – und eine zarte Liebesgeschichte. Großartig.
Platz 8 (Vormonat: - )
Robert Galbraith: Der Tote mit dem Silberzeichen
Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz
Blanvalet, 1247 Seiten, 32 €
London. In einer Silberhandlung liegt eine verstümmelte Leiche. Decima Mullins glaubt, der Tote sei der Vater ihres Babys und beauftragt Cormoran Strike und Robin Ellacott nachzuforschen. Sie stoßen auf weitere Vermisste und eine Freimaurerloge, werden bedroht und haben mit ihren Beziehungsproblemen zu kämpfen. Souverän.
Platz 9 (Vormonat: - )
Pascal Garnier: Die Eskimo-Lösung
Aus dem Französi-schen von Felix Mayer
Septime, 140 Seiten, 20 €
Ein Autor muss seinen ungeliebten Kriminalroman fertigstellen: Von Konsumismus und Idiotie genervt mordet Louis seine Mutter und die Eltern von Bekannten, um an das Erbe zu kommen. Dann kommt des Autors pubertäre Stieftochter zu Besuch. Literarische Phantasien und Wirklichkeit verschmelzen. Die Geburt des Noir aus Weltekel.
Platz 10 (Vormonat: 6)
Sash Bischoff: Sweet Fury – Zärtlich ist die Rache
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Fischer, 394 Seiten, 24 €
New York, Montauk. Therapeut Jonah manipuliert seine traumatisierte Klientin, Starschauspielerin Lila. Die arbeitet mit ihrem Verlobten an einer feministischen Verfilmung von F.S. Fitzgeralds Roman »Zärtlich ist die Nacht«. Viele literarische Anspielungen und Twists. Rache ist süß. »Me Too« ist noch nicht vorbei.
An jedem ersten Freitag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane, die ihnen am besten gefallen bekannt. Die Krimibestenliste wird präsentiert von Deutschlandfunk Kultur.
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury, »Recoil« | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt«, »Krimifestival Hamburg« | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Wolfgang Brylla, »Crimemag« | Katrin Doerksen, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »Kino-Zeit«, »Deutschlandfunk Kultur« | Hanspeter Eggenberger, »krimikritik.com« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »krimi-frauen.de« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Crimemag«, »Deutschlandfunk Kultur« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Alf Mayer, »Culturmag«, »Strandgut« | Kolja Mensing, »Deutschlandfunk Kultur« | Marcus Müntefering, »Der Spiegel« | Ulrich Noller, »Deutschlandfunk«, »SWR«, »WDR« | Frank Rumpel, »Crimemag« | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Maria Wiesner, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«





























