Krimi-Bestenliste Februar 2020

Image of Trüb (Ariadne)
Platz 1 (Vormonat: 3)
Sarah Schulman: Trüb
Aus dem Englischen von Else Laudan
Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 €
New York 2017. Suchtkranke verstehen was von Sucht. Maggie Terry nutzt ihre zweite Chance. Als Privatermittlerin eines Anwalts quält sich die Ex-Polizistin, nach dem Entzug geschüttelt von Flashbacks und Versuchungen, ermittelnd zurück ins Soziale. Vereinsamt, verraten, in einer kranken Stadt.
Image of Heaven, My Home
Platz 2 (Vormonat: - )
Attica Locke: Heaven, My Home
Aus dem Englischen von Susanna Mende
Polar, 322 Seiten, 22 €
„Hopetown“, Ost-Texas. Ein neunjähriger Bengel ist verschwunden, Blacks und Native Americans verteidigen ihre Heimat am Lake Caddo, Trump ist gewählt. Darren, schwarz, Texas Ranger, konstruiert Beweise gegen die „Arische Bruderschaft“, will seinen Leuten helfen, seinen Job behalten, das Richtige tun.
Image of Was sie nicht wusste
Platz 3 (Vormonat: - )
Nicci French: Was sie nicht wusste
Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller
C. Bertelsmann, 446 Seiten, 16 €
London. Neve hat mit Künstlermann ohne Job, Kindern und Beruf genug am Hut, da kommt ihr die Affäre mit dem Chef wie die große Freiheit vor. Bis sie ihn tot im Stelldichein findet, die Spuren von Mord und Affäre beseitigt und abhaut. Gut gemachtes Hohelied auf die toughe Durchschnittsfrau.
Image of Frankenstein in Bagdad
Platz 4 (Vormonat: - )
Ahmed Saadawi: Frankenstein in Bagdad
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich
Assoziation A, 296 Seiten, 22 €
Bagdad 2005. Aus den versprengten Resten von Anschlagsopfern bastelt Geschichtenerzähler und Trödler Hadi den „Soundso“, ein Monster, beseelt von den Vergeltungswünschen und Sehnsüchten einer Stadt in Angst und Verwirrung. Anspielungsstarke Horror-Krimi-Parabel auf Verzweiflung, Angst und Gewalt.
Image of Die Kosmetikerin: Roman
Platz 5 (Vormonat: 2)
Melba Escobar: Die Kosmetikerin
Aus dem Spanischen von Sybille Martin
Heyne, 320 Seiten, 9,99 €
Bogotá. Karen ist Spezialistin für Depilationen im „Haus der Schönheit“. Als eine siebzehnjährige Kundin tot aufgefunden wird, gerät Karen zwischen die Fronten: hier reiche Politiker, da die Aufklärung fordernde Mutter. Des Mordes beschuldigt, steht die Kosmetikerin allein da. Noir unter Frauen.
Image of DEAD MAN'S BADGE - STERBEN IN LANSDALE: Roman
Platz 6 (Vormonat: 10)
Robert E. Dunn: Dead Man’s Badge
Aus dem Englischen von Philipp Seedorf
Luzifer, 356 Seiten, 14,95 €
Texas. Longview Moody, Geldkurier eines Drogenkartells, entkommt seiner Hinrichtung und gibt hinfort als sein Bruder Paris Tindall den Polizeichef im Grenzort „Lansdale“. Der fest in den Klauen der DEA und eines anderen Kartells ist. Longview weiß, wie man solche Leute zurechtstößt. Rasanter Thriller.
Image of Federball: Roman
Platz 7 (Vormonat: 5)
John le Carré: Federball
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Ullstein, 352 Seiten, 24 €
London. Nat und Ed, alternder Spion und radikal junger Remainer, ein wenig Vater und Sohn, bei 15 Badmintonspielen. MI6 und Bruderdienst CIA in Zeiten von Brexit und Trump: wenig Verstand, politisch konfus, dreist korrupt. Le Carré mit 88: liebenswürdig, klar, elegant. Verficht Jugendtraum Europa.
Image of Die Alte (Ariadne)
Platz 8 (Vormonat: 1)
Hannelore Cayre: Die Alte
Aus dem Französischen von Iris Konopik
Ariadne im Argument Verlag, 203 Seiten, 18 €
Paris. Madame Portefeux übersetzt seit 25 Jahren Arabisch für die Polizei. Ihr Verdienst geht für das Altenheim der Mutter drauf. Als sie auf einen Berg Haschisch stößt, greift sie zu. Alle leben vom Drogenhandel – warum nicht sie? Nieder mit der Heuchelei, die Frechheit an die Macht!
Image of Die Putzhilfe: Thriller
Platz 9 (Vormonat: 4)
Regina Nössler: Die Putzhilfe
Konkursbuch, 402 Seiten, 12,90 €
Senden, Berlin-Neukölln. Klassenwechsel: Die promovierte Soziologin Franziska lässt in der Münsterländer Provinz Mann und Haus hinter sich, taucht in Berlin unter und verdingt sich als Putzhilfe. Raffiniertes Spiel mit Krimi- und Sozialklischees. Ganz aus der Perspektive dreier verstörter Frauen.
Image of Long Bright River: Roman
Platz 10 (Vormonat: - )
Liz Moore: Long Bright River
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
C.H. Beck, 414 Seiten, 24 €
Philadelphia. Kacey nimmt Drogen, Mickey ist Polizistin, im Stadtteil geht ein Frauenmörder um. Das ist der Rahmen für den Schwesternkampf, hier die alleinerziehende Mutter, rechtschaffen und pflichtbewusst, da die unbeherrschte Abhängige. Drumherum Opioid-Katastrophe. Wem ist noch zu trauen?
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Culturmag«, »Deutschlandfunk Kultur« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Alf Mayer, »Culturmag«, »Strandgut« | Kolja Mensing, »Deutschlandfunk Kultur« | Marcus Müntefering, »Der Spiegel« | Ulrich Noller, »Deutschlandfunk Kultur«, »Deutschlandfunk«, SWR, WDR | Frank Rumpel, SWR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«