Krimi-Bestenliste Januar 2019

Image of Kritische Masse (Ariadne)
Platz 1 (Vormonat: 1)
Sara Paretsky: Kritische Masse
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski
Ariadne im Argument-Verlag, 540 Seiten, 24 €
Chicago, Österreich. V. I. Warshawski ermittelt wieder, und wie! Eine Drogensüchtige auf der Flucht, ihr genialer Sohn abgetaucht. Der Kern: 1943 in einem Nazi-Zwangsarbeitslager geraubte Erfindungen einer jüdischen Physikerin, mit denen ein IT-Konzern in den Vereinigten Staaten mächtig wurde. Schlicht großartig.
Image of Die Plotter
Platz 2 (Vormonat: - )
Un-Su Kim: Die Plotter
Aus dem Englischen von Rainer Schmidt
Europa, 360 Seiten, 24 €
Südkorea. Wahlen stehen an, die alte Ordnung zerbricht. Auftragsmörder Raeseng versagt. Der treue Diener des alten Raccoon, der die Bibliothek der Auftragsmorde verwaltet, beginnt selbständig zu denken, zu fühlen, zu handeln. Durchgeknallt: Korea im Zerrspiegel, visiert durch seine Killer.
Image of Der Nachbar: Kriminalroman
Platz 3 (Vormonat: 5)
Patrícia Melo: Der Nachbar
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita
Tropen, 160 Seiten, 18 €
São Paulo. Lärm ist Qual, vor allem dann, wenn er vom Nachbarn kommt und einen entnervten Lehrer trifft. Der tötet den Frevler, zerstückelt ihn und kriegt die Reste nicht weggeschafft. Knappe 160 Seiten braucht Melo für seine Rechtfertigungssuada. Jammer, Brasilien! Schärfster schwarzer Humor.
Image of Der Zorn der Einsiedlerin: Kriminalroman
Platz 4 (Vormonat: 3)
Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze
Limes, 512 Seiten, 23 €
Paris, Südfrankreich. Blaps gegen Reclusa, Totenkäfer gegen Einsiedlerspinne. Beide Gliederfüßler können nicht töten, verbreiten nur Angst. Kommissar Adamsberg wittert noch hinter nichts einen Fall. Dieser – neunte – sprengt fast die Brigade, ist verborgen unter Verborgenem, monströses Rachespiel.
Image of Hinter den drei Kiefern: Ein Fall für Gamache
Platz 5 (Vormonat: 2)
Louise Penny: Hinter den drei Kiefern
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck
Kampa, 496 Seiten, 16,90 €
Montreal, „Three Pines“. Vor Gericht: Armand Gamache, Chef der Sûreté, im Clinch mit dem Staatsanwalt, anstatt Dealer und Mörder zu überführen. Alles beginnt und endet im Grenzdorf Three Pines. Dort stanzt eine schwarze Gestalt ein Loch in die Postkartenidylle. Tolles Comeback der kanadischen Autorin.
Image of Der dunkle Garten: Roman
Platz 6 (Vormonat: - )
Tana French: Der dunkle Garten
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, 656 Seiten, 16,99 €
Dublin. Alles läuft prima. Toby ist hip, ein Glückskind. Bis ihm Einbrecher den Schädel einschlagen. Als neurologischer Rekonvaleszent zieht er zu Onkel Hugo, der an einem Gehirntumor sterben wird. In Hugos Garten wird ein Skelett gefunden, Tobys Selbstvertrauen zerbröselt. Wurde er zum Mörder?
Image of Das Jahr der Katze: Roman
Platz 7 (Vormonat: 9)
Christoph Peters: Das Jahr der Katze
Luchterhand, 352 Seiten, 22 €
Berlin, Tokio. Flucht nach Fernost: Schwertmeister und Yakuza Onishi lässt mit Gefährtin Nikola Berlin hinter sich, dort liegt die vietnamesische Konkurrenz im Blut. Heimat ist anders: In Japan herrscht Krieg um die Reviere. Bushido-Werte sind out. Da hilft nur die Klinge. Ganz Japan noir.
Image of Das größere Verbrechen (Ariadne)
Platz 8 (Vormonat: 6)
Anne Goldmann: Das größere Verbrechen
Ariadne im Argument-Verlag, 240 Seiten 13 €
Österreich, Bosnien. Theres ist eine, die nie ausreden kann. Immer fährt ihr ein Vater, ein Ehemann, die Tochter über den Mund. Bis der zur Adoption gegebene Sohn wieder auftaucht, der Adoptivvater zu Tode kommt und das Schweigen unter den Teppichen hervorquillt. Horror des Patriarchats.
Image of Nichts ist verloren
Platz 9 (Vormonat: - )
Cloé Mehdi: Nichts ist verloren
Aus dem Französischen von Cornelia Wend
Polar, 312 Seiten, 18 €
„Verrières“, Banlieue. Mattia, elf Jahre alt, steht nach dem Selbstmord seines Vaters unter der Obhut eines Nachtwächters und seiner suizidalen Freundin, beobachtet von Polizei, Behörden, Psychiatern. Er will Durchblick: Warum wurde Saïd von Polizisten erschlagen? Cloé Mehdi: eine junge, starke Stimme der Verzweiflung.
Image of Desert Moon
Platz 10 (Vormonat: - )
James Anderson: Desert Moon
Aus dem Englischen von Harriet Fricke
Polar, 344 Seiten, 18 €
Utah. Seit zwanzig Jahren beliefert Trucker Ben Jones die Wüstenratten an der Route 117. Als ihm im Gegenlicht eine nackte Cellospielerin erscheint und diese Claire sich als liebenswert fleischlich erweist, gerät das austarierte System schweigsamen Gebens und Nehmens durcheinander.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Kolja Mensing, »Deutschlandradio Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, »Deutsche Welle«, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«