Platz 1 (Vormonat: 9)
Pascal Garnier: Die Eskimo-Lösung
Aus dem Französischen von Felix Mayer
Septime, 140 Seiten, 20 €
Ein Autor muss seinen ungeliebten Kriminalroman fertigstellen: Von Konsumismus und Idiotie genervt mordet Louis seine Mutter und die Eltern von Bekannten, um an das Erbe zu kommen. Dann kommt des Autors pubertäre Stieftochter zu Besuch. Literarische Phantasien und Wirklichkeit verschmelzen. Die Geburt des Noir aus Weltekel.
Platz 2 (Vormonat: 1)
Lavie Tidhar: Adama
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Suhrkamp, 425 Seiten, 22 €
»Kibbuz Trashim« 1945–2009. Adama heißt Erde. Daran gefesselt sind Matriarchin Ruth, ihre Schwester und Kinder. Nach dem Holocaust haben sie nichts anderes. Nach »Maror« geht Tidhar weiter zurück in die frühe Zeit Israels. Sie ist voller Blut, Vertreibung, Verrat, Verbrechen, Einsamkeit, mit Leben bezahlt. Umwerfend.
Platz 3 (Vormonat: - )
Robert Jackson Bennett: The Tainted Cup
Aus dem Englischen von Jakob und Karla Schmidt
Adrian & Wimmelbuchverlag, 416 Seiten, 16,95 €
»Daretana«. Am Rand des Imperiums attackieren Meeresungeheuer die Küste. Dann wird ein Offizier von einem Baum aufgespießt – der aus seinem Körper gewachsen ist. Die exzentrische Ermittlerin Ana Dolabra und ihr Assistent Dinios Kol vermuten eine politische Verschwörung. Thriller trifft auf Fantasy. Magisch!
Platz 4 (Vormonat: - )
Eliza Clark: Penance
Aus dem Englischen von Simona Turini
Festa, 492 Seiten, 24,99 €
»Crow-on-Sea«, Nordengland. Drei Teenagerinnen ermorden eine Mitschülerin. Ein in Ungnade gefallener Journalist will die Hintergründe dieses Verbrechens aufdecken. Sein Buch: ein True-Crime-Hit. Aber erzählt er die ganze Wahrheit? Ein clever konstruierter Roman – voller bissiger Einsichten in das Genre True Crime.
Platz 5 (Vormonat: 5)
Martin von Arndt: Der Wortschatz des Todes
Ars vivendi, 288 Seiten, 18 €
»W.« Weil ihr Bruder bei der Antifa war, konnte Irina nicht beim BKA bleiben. Jetzt, als Privatdetektivin, soll sie seinem Kumpel Oleksi helfen, der den Mord an einem polnischen »Geschäftsmann« gestanden, aber nicht begangen hat. Mit Anwalt Bergmann stöbert sie – selbst russische Dissidentin – ein Netz von Putins Agenten auf. Klasse.
Platz 6 (Vormonat: 4)
Regina Nössler: Ein widerliches kleines Gefühl
Konkursbuch, 334 Seiten, 14 €
Berlin. Evelyn ist Teamleiterin einer Softwarefirma und mit sich zufrieden. Bis Jennifer auftaucht, die die »alte Freundschaft« aus Grundschulzeiten erneuern will. Je öfter Jennifer ungefragt bei ihr ein und aus geht, desto mehr kippt Evelyn aus ihrem Leben. Sie muss Jennifer loswerden. Nössler dreht an Albtraumspiralen.
Platz 7 (Vormonat: - )
Jo Nesbø: Minnesota
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Ullstein, 407 Seiten, 24,99 €
Minneapolis, 2016. Ein Serienkiller jagt Gang-Mitglieder, NRA-Lobbyisten – und Politiker, die für das Recht kämpfen, Waffen zu tragen. Ausgerechnet Detective Bob Oz ermittelt, dessen Tochter bei einem Unfall mit einer Dienstpistole ums Leben gekommen ist. Ein dunkler, europäischer Blick auf den Waffenfetisch in den USA.
Platz 8 (Vormonat: 3)
Charles den Tex: Repair Club – Der Count-down läuft
Aus dem Niederländischen von Simone Schroth
HarperCollins, 463 Seiten, 14 €
Den Haag, Afghanistan. Ein Afghane zeigt John Antink, dem früheren Geheimdienstchef, ein Foto mit einer getöteten Frau. 14 Tage haben er und die Freunde vom Repair Club Zeit, den Schützen zu identifizieren. John muss an die Lücken seines Gedächtnisses. Was ist vor 18 Jahren geschehen? Brillant: Wiederkehr des Verdrängten.
Platz 9 (Vormonat: 7
Håkan Nesser: Eines jungen Mannes Reise in die Nacht
Aus dem Schwedischen von Paul Berf
btb, 352 Seiten, 25 €
»Kymlinge«, Norbotten. Gibt es eine Pflicht zu töten? Erik, gerade mal 15, Krimifan, ist fest davon überzeugt. Und schon sind der strenge Sportlehrer und der Lover seiner Schwester erschossen. Die Polizei rätselt: keine Spuren, kein Motiv, kein Sinn. Philosophisch, theologisch, politisch – und eine zarte Liebesgeschichte. Großartig.
Platz 10 (Vormonat: 8)
Robert Galbraith: Der Tote mit dem Silberzeichen
Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz
Blanvalet, 1247 Seiten, 32 €
London. In einer Silberhandlung liegt eine verstümmelte Leiche. Decima Mullins glaubt, der Tote sei der Vater ihres Babys und beauftragt Cormoran Strike und Robin Ellacott nachzuforschen. Sie stoßen auf weitere Vermisste und eine Freimaurerloge, werden bedroht und haben mit ihren Beziehungsproblemen zu kämpfen. Souverän.
An jedem ersten Freitag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane, die ihnen am besten gefallen bekannt. Die Krimibestenliste wird präsentiert von Deutschlandfunk Kultur.
Die Jury: Kolja Mensing, Sprecher der Jury, »Deutschlandfunk Kultur« | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt«, »Krimifestival Hamburg« | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Wolfgang Brylla, »Crimemag« | Katrin Doerksen, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »Kino-Zeit«, »Deutschlandfunk Kultur« | Hanspeter Eggenberger, »krimikritik.com« | Tobias Gohlis, »Recoil« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »krimi-frauen.de« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Deutschlandfunk Kultur«, »SWR« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Alf Mayer, »Culturmag«, »Strandgut« | Marcus Müntefering, »Der Spiegel« | Ulrich Noller, »Deutschlandfunk«, »SWR«, »WDR« | Frank Rumpel, »Crimemag« | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Maria Wiesner, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«





























