Krimi-Bestenliste März 2019

Image of Bluebird, Bluebird
Platz 1 (Vormonat: 1)
Attica Locke: Bluebird, Bluebird
Aus dem Englischen von Susanna Mende
Polar, 330 Seiten, 20 €
„Lark“. Texas-Ranger Darren Mathews, persönlich, beruflich und ehelich vor dem Aus, kämpft im Kaff Lark wie ein Gentleman. Rassismus als Fluch, Irrsinn, paranoide Gewalt. Texas aus Sicht seiner schwarzen Mittelschicht – ein Heimatroman, wie er besser nicht sein kann. Bitter, wütend, glänzend komponiert.
Image of Willnot: Roman
Platz 2 (Vormonat: - )
James Sallis: Willnot
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt
Liebeskind, 224 Seiten, 20 €
„Willnot“, USA.Worauf verweisen die Signale des Lebens? Dorfarzt Lamar Hale sinniert. In einer Grube liegen mehrere Leichen. Ein lange Verschollener taucht auf, wird angeschossen. Ein begabter Junge verschwindet im Wald. Sallis gibt uns „Zeit, mal ernsthaft über Leben und Tod nachzudenken“.
Image of Im Namen des Katers: Kriminalroman
Platz 3 (Vormonat: - )
Gary Victor: Im Namen des Katers
Aus dem Französischen von Peter Trier
Litradukt, 168 Seiten, 12 €
Port-au-Prince, Haiti. In fünf Tagen wird der Dämon in seinem Arm Inspektor Azémar zwingen, eine Frau abzuschlachten. Zuvor muss er noch Kater Georges finden, hinter dem Gangster, Polizisten, Dealer her sind, und den Mörder der Katzen essenden Soro-Trinker fangen. Nur Haiti ist schlimmer dran.
Image of Der schlaflose Cheng: Sein neuer Fall (Markus-Cheng-Reihe, Band 5)
Platz 4 (Vormonat: - )
Heinrich Steinfest: Der schlaflose Cheng
Piper, 288 Seiten, 16 €
Wien, London, Island. Nach fast einer Dekade taucht Markus Cheng, einarmiger Privatdetektiv, Wiener Chinese, aus der Abwesenheit auf, um die Unschuld von Peter Polnitz, der deutschen Stimme des weltberühmten Schauspielers Wake, zu beweisen. Herrlich! Göttlich! Steinfest!
Image of Die man nicht sieht (Quartbuch)
Platz 5 (Vormonat: 3)
Lucía Puenzo: Die man nicht sieht
Aus dem Spanischen von Anja Lutter
Wagenbach, 204 Seiten, 20 €
Argentinien, Uruguay. Ismael, Enana und Ajo sind Straßenkinder in Buenos Aires. Und Profi-Einbrecher. Ihr Chef vertickt sie an Kollegen in Uruguay. Die Halbwüchsigen sollen in der Öko-Wildnis eines Reichengettos einbrechen, jede Nacht in ein Haus. Und kämpfen allzu bald um ihr Leben. Umwerfend.
Image of Der dunkle Garten: Roman
Platz 6 (Vormonat: 2)
Tana French: Der dunkle Garten
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, 656 Seiten, 16,99 €
Dublin. Alles läuft prima. Toby ist hip, ein Glückskind. Bis ihm Einbrecher den Schädel einschlagen. Als neurologischer Rekonvaleszent zieht er zu Onkel Hugo, der an einem Gehirntumor sterben wird. In Hugos Garten wird ein Skelett gefunden, Tobys Selbstvertrauen zerbröselt. Wurde er zum Mörder?
Image of Das Ende der Lügen
Platz 7 (Vormonat: - )
Sara Gran: Das Ende der Lügen
Aus dem Englischen von Eva Bonné
Heyne, 352 Seiten, 16 €
New York, Oakland, Los Angeles. Ein Lincoln rammt Claire DeWitt. Warum will jemand sie töten? Die beste Detektivin der Welt rekapituliert auf der Suche nach dem größten Rätsel der Welt ihre Fälle, ihre Verstrickungen. Und findet eine verschollene Erzählung. Krimi als L’art pour l’art. Wie bei Poe.
Image of Die Durchlässigkeit der Zeit: Roman
Platz 8 (Vormonat: - )
Leonardo Padura: Die Durchlässigkeit der Zeit
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein
Unionsverlag, 448 Seiten, 24 €
Havanna, Katalonien. Privatermittler Conde sucht die schwarze Madonna, die einem früheren Schulkameraden gestohlen wurde. Zeitumspannende Reise zu den Reichsten und zu den Ärmsten in Kuba, in die alte Geschichte von Glauben, Zweifel und Despotie. Padura ganz stark, ganz bei sich.
Image of Der gute Sohn: Thriller
Platz 9 (Vormonat: - )
Jeong Yu-Jeong: Der gute Sohn
Aus dem Koreanischen von Kyong-Hae Flügel
Unionsverlag, 318 Seiten, 19 €
„Gundo“, Südkorea. Yu-jin, 25: Epileptiker, Leistungsschwimmer, Jurastudent, guter Sohn, Bruder, Neffe. Wacht blutüberströmt auf, vor sich die Leiche der Mutter. In der Retortenstadt Gundo im Gefängnis der Familie: Leser empfinden Mitleid mit einem Ich-Erzähler, der sich nach und nach auf die Spur kommt.
Image of Der wilde Detektiv: Roman
Platz 10 (Vormonat: 8)
Jonathan Lethem: Der wilde Detektiv
Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach
Tropen, 336 Seiten, 22 €
New York, kalifornische Wüste. Nach Trumps Inauguration kündigt die Journalistin Phoebe. Als Amateurdetektivin sucht sie die Tochter ihrer Freundin. Auf der wilden Seite des Kontinents führt Detektiv Heist sie in die Stammesfehden von Hippie-Kommunen ein. Archäo-Geographie der desorientierten Großmacht.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Kolja Mensing, »Deutschlandradio Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, »Deutsche Welle«, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«