Krimi-Bestenliste Mai 2018

Image of 64
Platz 1 (Vormonat: 1)
Hideo Yokoyama: 64
Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl
Atrium, 768 Seiten, 28 €
„Präfektur D“, Tokio, 1989, 2002. Vor dreizehn Jahren wurde die siebenjährige Shoko ermordet. Kurz vor der Verjährung soll der Fall noch aufgeklärt werden. Polizeipressechef Mikami kämpft eingeklemmt zwischen Mordermittlern und Bürokraten um Wahrheit und Mitleid. Große Klasse. Nobelpreis für Kriminalliteratur!
Image of Blut Salz Wasser (Ariadne, Band 1230)
Platz 2 (Vormonat: - )
Denise Mina: Blut Salz Wasser
Aus dem Englischen von Zoë Beck
Ariadne im Argument-Verlag, 368 Seiten, 19 €
Glasgow, Helensburgh. Wer nimmt den Drogenhändlern ihre Millionen ab – Police Scotland oder Metropolitan Police? Das ist der Grund, warum DI Alex Morrow die verschwundene Roxanne sucht. Und auf Frauenleichen stößt. Alex lässt sich nicht beirren, nicht von Bossen, nicht von Gangstern.
Image of Leiser Tod (Ein Inspector-Challis-Roman)
Platz 3 (Vormonat: 2)
Garry Disher: Leiser Tod
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Unionsverlag, 348 Seiten, 22 €
„Waterloo“, Mornington Peninsula. Ein Bankräuber, ein Serienvergewaltiger in Polizeiuniform, zu wenige Leute, keine Mittel: Inspector Challis und Crew im Stress. Polizeiermittlungen plus Story um die famose Einbrecherin Grace verbinden sich zu einem australischen Gesellschaftspanorama vom Feinsten.
Image of Fuck you very much: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
Platz 4 (Vormonat: - )
Aidan Truhen: Fuck You Very Much
Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf
Suhrkamp, 350 Seiten, 14,95 €
London. Mit Poltergeist navigiert sich’s prima: Jack Price liefert gänzlich gefahrlos besten Stoff. Bis er auf der Abschussliste der übelsten Killer der Welt landet. Price muss die „Seven Demons“ totquatschen oder umbringen. Irgendwie gelingt ihm beides brillant. Krimi im Wortrausch.
Image of Dirty Cops: Kriminalroman (Sean-Duffy-Serie)
Platz 5 (Vormonat: - )
Adrian McKinty: Dirty Cops
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Suhrkamp, 392 Seiten, 14,95 €
Carrickfergus, 1988. Der Tod lässt ihn leben, weil er ihm so viel Arbeit verschafft. In seinem sechsten Fall wird DI Sean Duffy, Katholik in britischen Diensten, beinahe von der IRA hingerichtet. Weil er den Mord an einem Drogendealer nicht auf sich beruhen lassen will. Und die Drahtzieher reizt.
Image of ACAB. All Cops Are Bastards
Platz 6 (Vormonat: 5)
Carlo Bonini: ACAB
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl
Folio, 224 Seiten, 18 €
Rom, Genua, Neapel. Dokumentarischer Roman. Vom Bedürfnis nach Hass, kurz befriedigt in den Ritualen der Polizei, in den Ritualen der Hooligans. Massaker: Genua 2001, Rom 2007. Anlässe: G-8-Gipfel, Fußball, Müllboykotts. Verschwimmende Feindbilder: Die anderen sind Bastarde. Realität blinder Gewalt.
Image of Die Tankstelle von Courcelles: Kriminalroman
Platz 7 (Vormonat: - )
Matthias Wittekindt: Die Tankstelle von Courcelles
Edition Nautilus, 252 Seiten, 16,90 €
„Courcelles“. Wie setzt sich Schuldgefühl zusammen? Bilder überlappen einander, Phantasien auch. Eine Gruppe von Jugendlichen wächst heran. Lou wird Zeugin eines Schusswechsels, Philippe stürzt in den Steinbruch. Der junge Gendarm Ohayon bei seinen ersten Ermittlerschritten. Wittekindt wird immer besser.
Image of Seht, was ich getan habe: Roman
Platz 8 (Vormonat: 9)
Sarah Schmidt: Seht, was ich getan habe
Aus dem Englischen von Pociao
Pendo, 384 Seiten, 20 €
River Falls, Massachusetts, 1892. Vier Ich-Stimmen umkreisen erneut den Kriminalmythos der Lizzie Borden. 32 Jahre alt, wirre Gedanken im Kopf: Kann sie Vater und Stiefmutter mit der Axt erschlagen haben? Schmidt lässt die Mordwut aus üblen Miasmen erwachsen. Zivilisation? Tünche, kalte Repression.
Image of Kalter Frieden (Bernie Gunther ermittelt, Band 11)
Platz 9 (Vormonat: - )
Philip Kerr: Kalter Frieden
Aus dem Englischen von Axel Merz
Wunderlich, 398 Seiten, 22,95 €
Cap Ferrat, Riviera, 1956. Bernie Gunther, Concierge, und Somerset Maugham, weltberühmt, im Malstrom der Geheimdienste. Sexfotos, Erpressungen. KGB, Stasi, MI5 und MI6, Schachzüge und Bridgepartien: Gibt es noch einen Maulwurf bei den Briten? Kerrs Hommage an die britische Spionageliteratur.
Image of Der Unfall auf der A35
Platz 10 (Vormonat: - )
Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A35
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann
Europa, 304 Seiten, 17,90 €
Saint-Louis, Dreyecksland, 1982. Ein gewöhnlicher Autounfall. Nur: Dort, wo Anwalt Barthelme fuhr, sollte er nicht sein. Sohn Raymond und Kommissar Gorski stöbern im Zwielicht unklarer Abstammungen, im Ungefähren der Geschlechterrollen. Tod als Adoleszenzerfahrung in einer kleinen Stadt.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Elmar Krekeler, »Die WELT« | Kolja Mensing, »Deutschlandradio Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, »Deutsche Welle«, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«