Krimi-Bestenliste Mai 2020

Image of Aufzeichnungen eines Serienmörders: Roman
Platz 1 (Vormonat: 1)
Young-Ha Kim: Aufzeichnungen eines Serienmörders
Aus dem Koreanischen von Inwon Park
Cass, 152 Seiten, 20 €
Südkorea. Vor 25 Jahren hat Byongsun Kim zuletzt gemordet. Jetzt zerfrisst Alzheimer den Verstand des Serienmörders. Gefahr! Ein Killer bedroht seine Tochter. Diesen Rivalen muss er noch töten, auch wenn ihm die Kontrolle entgleitet. Lakonisch, lebensweise, ein Meisterwerk des schwarzen Humors.
Image of Late Show: Renée Ballard – Ihr erster Fall (Red Eye)
Platz 2 (Vormonat: - )
Michael Connelly: Late Show
Aus dem Englischen von Sepp Leeb
Kampa, 432 Seiten, 19,90 €
Los Angeles. Sexualisierte Gewalt im LAPD, überall. Detective Renée Ballard zeigte einen Lieutenant wegen sexueller Belästigung an und landete in der Nachtschicht (Polizeijargon: „Late Show“). Sie lässt sich nicht unterkriegen, ermittelt gegen den Strom: Connellys neue Serienheldin legt clever los.
Image of Family Business: Ein Fall für Delpha (suhrkamp taschenbuch)
Platz 3 (Vormonat: 3)
Lisa Sandlin: Familiy Business
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf
Suhrkamp, 358 Seiten, 10 €
Beaumont, Texas 1973. Delpha, nach 14 Jahren Gefängnis frei auf Bewährung, „entwickelt sich weiter“. Ein dorniger Weg, doch die Sekretärin von „Phelan Investigations“ ist tapfer, menschenfreundlich und schlau. In Notwehr tötet sie einen Serienmörder, dann klärt sie einen tödlichen Bruderzwist auf.
Image of Altlasten (Ariadne)
Platz 4 (Vormonat: - )
Sara Paretsky: Altlasten
Aus dem Englischen von Laudan und Szelinski
Ariadne im Argument Verlag, 544 Seiten, 24 €
Lawrence, Kansas. Vic Warshawski soll eigentlich nur nachschauen, wo ein Jungfilmer und eine alte Schauspielerin geblieben sind. Am Ort ihres Verschwindens stolpert Vic über Leichen, fightet mit Sheriff und Army, Showdown im Raketensilo. Nicht nur Lee Child ist entzückt.
Image of Rachegeist: Thriller
Platz 5 (Vormonat: - )
Cai Jun: Rachegeist
Aus dem Chinesischen von Eva Schestag
Piper, 512 Seiten, 16 €
1995 wird Lehrer Shen Ming ermordet. 2004 hat seine ruhelose Seele den Grundschüler Si Wang übernommen und startet den Rachefeldzug. Ungehemmt, phantastisch, chaotisch unterminieren Cai Juns Getriebene die konfuzianisch-kommunistische Harmoniedecke: In diesem Roman gibt es nur Mord oder Ordnung.
Image of Sommer bei Nacht: Roman
Platz 6 (Vormonat: 2)
Jan Costin Wagner: Sommer bei Nacht
Galiani, 314 Seiten, 20 €
Wiesbaden, Innsbruck. Der kleine Jannis ist weg, der kleine Dawit auch. Entführt von Marko, hinter dem noch einer steckt. Das wissen die Ermittler lange nicht, die haben eigene Probleme. Einsam ist der eine, pädophil der andere. Mit dabei: ein Teddybär, ein Campingplatz, viel Angst, viel Schuld.
Image of Der Schutzengel: Kriminalroman
Platz 7 (Vormonat: 5)
Jérôme Leroy: Der Schutzengel
Aus dem Französischen von Cornelia Wend
Edition Nautilus, 352 Seiten, 20 €
Frankreich. Seit 20 Jahren beschützt der Auftragsmörder Berthet Kardiatou Diop, eine schwarze Schönheit, aus dem Slum aufgestiegen zur Staatssekretärin. Diese Loyalität stört die Umsturzpläne seiner geheimen Auftraggeber, er soll sterben. Rasanter Politthriller, stylish, komplex, maskulin romantisch.
Image of Miracle Creek: Roman
Platz 8 (Vormonat: - )
Angie Kim: Miracle Creek
Aus dem Englischen von Marieke Heimburger
Hanserblau, 510 Seiten, 22 €
„Miracle Creek“, Virginia. Beim Brand einer Druckkammer für Sauerstofftherapie, betrieben von einer koreanischen Migrantenfamilie, sterben zwei Menschen, vier werden schwer verletzt. Gerichtsdrama, Einwanderungsroman, Milieustudie über Mütter behinderter Kinder. Kluges, wendungsreiches Debüt.
Image of Im Namen der Lüge: Thriller (Melia-Khalid-Reihe, Band 1)
Platz 9 (Vormonat: - )
Horst Eckert: Im Namen der Lüge
Heyne, 576 Seiten, 12,99 €
NRW. Alles Verschwörungstheorie? Alte RAF-Mitglieder rauben für die Rente, Reichsbürger zündeln am Aufstand, rechte Verfassungsschützer und Politiker instrumentieren das für die Machtübernahme. Verfassungsschützerin Khalid und Vincent Veih haben dagegen fast nichts in der Hand. Unheimliche Schwarzmalerei.
Image of Die Brüder Fournier: Kriminalroman
Platz 10 (Vormonat: - )
Matthias Wittekindt: Die Brüder Fournier
Edition Nautilus, 272 Seiten, 18 €
„Envie“ nahe Brüssel. Eine Ortschaft in den siebziger Jahren. Schicht um Schicht rekonstruiert Wittekindt das Heranwachsen Iason Fourniers, wild, sensibel, gewalttätig, und seines zarteren Bruders Vincent, fokussiert um zwei Jugendliche, erfroren im Feld. Symphonie in Worten, für große Sommerabende.
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Culturmag«, »Deutschlandfunk Kultur« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Alf Mayer, »Culturmag«, »Strandgut« | Kolja Mensing, »Deutschlandfunk Kultur« | Marcus Müntefering, »Der Spiegel« | Ulrich Noller, »Deutschlandfunk Kultur«, »Deutschlandfunk«, SWR, WDR | Frank Rumpel, SWR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«