Krimi-Bestenliste November 2019

Image of Hitze (Pulp Master)
Platz 1 (Vormonat: 1)
Garry Disher: Hitze
Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller
Pulp Master, 278 Seiten, 14,80 €
Queensland. Wyatt soll ein Gemälde stehlen. Nazi-Raubkunst, die wieder aufgetaucht ist. Ob die Story stimmt? Wyatt ist nicht der einzige Dieb an der Goldküste. Und hat zudem abgehängte Komplizen auf den Fersen. Da passt es prima, dass seine Auftraggeberin Ex-Soldatin ist. Cool, cooler, Wyatt.
Image of Ein Schuss ins Blaue: Kriminalroman
Platz 2 (Vormonat: - )
Franz Dobler: Ein Schuss ins Blaue
Tropen, 288 Seiten, 20 €
München. Ein Islamist soll in der Stadt sein, auf ihn sind zwei Millionen Kopfgeld ausgesetzt. Ein Job für Robert Fallner und SIS. Doch: Informationsnebel, rivalisierende Dienste. Zeugen verschwinden, Schüsse fallen. Realität als Tiefschlag. Dobler dekultiviert den Mist aus Vorurteil und Hasstiraden.
Image of Fliege fort, fliege fort: Roman
Platz 3 (Vormonat: - )
Paulus Hochgatterer: Fliege fort, fliege fort
Deuticke, 286 Seiten, 23 €
„Furth am See“. Mehr Provinzstadtanalyse als Kriminalroman: Opfer von Kinderheimgewalt nehmen sich das Recht zur Vergeltung, kommentiert und observiert von Kripomann Kovacs und Psychiater Horn. Rassistenautos brennen, Kinder werden entführt. Offen in alle menschlichen Richtungen, Lob der Erzählfreiheit.
Image of Federball: Roman
Platz 4 (Vormonat: - )
John le Carré: Federball
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Ullstein, 352 Seiten, 24 €
London. Nat und Ed, alternder Spion und radikal junger Remainer, ein wenig Vater und Sohn, bei 15 Badmintonspielen. MI6 und Bruderdienst CIA in Zeiten von Brexit und Trump: wenig Verstand, politisch konfus, dreist korrupt. Le Carré mit 88: liebenswürdig, klar, elegant. Verficht Jugendtraum Europa.
Image of Drei
Platz 5 (Vormonat: 5)
Dror Mishani: Drei
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Diogenes, 336 Seiten, 24 €
Tel Aviv, Bukarest. Drei Frauen – immer derselbe Mann. Über ein Dating-Portal für Geschiedene kommen Orna und Gil zusammen. Bis sie mitkriegt, dass er sie getäuscht hat. Emilia und Ella queren auch seinen Weg. Der Rest ist Kritikers Schweigen und Bewunderung. Vivisektion der Alltagsbösartigkeit.
Image of Hotel Cartagena: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Platz 6 (Vormonat: - )
Simone Buchholz: Hotel Cartagena
Suhrkamp, 230 Seiten, 15,95 €
Hamburg, Cartagena. Henning ist der Seemann, der nie wieder nach Hamburg zurückkommen will. Sein Glück findet er im kolumbianischen Cartagena, sein Unglück auch, das kommt aus der Hansestadt. Chastity und Freunde werden Geiseln eines großen Racheakts. „Überall schwarze Löcher.“ Blow out.
Image of Der chinesische Verräter: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
Platz 7 (Vormonat: 7)
Adam Brookes: Der chinesische Verräter
Aus dem Englischen von Andreas Heckmann
Suhrkamp, 402 Seiten, 15,95 €
Peking, London. Nach zwanzig Jahren gelingt Peanut die Flucht aus dem Arbeitslager. MI6 soll ihn rausholen, als Gegenleistung für Raketengeheimnisse. Korrespondent Philip Mangan wird widerwillig seine Kontaktperson. Die Gier der Geheimdienste bringt sie beinahe um. Pikanter Politthriller, China heute.
Image of Bitterer Zorn: Kriminalroman - Ein Steiger-Krimi 4
Platz 8 (Vormonat: - )
Norbert Horst: Bitterer Zorn
Goldmann, 320 Seiten, 13 €
Dortmund. Im Krieg zweier Clans wird ein Mädchen entführt. Ein junger Einbrecher ist auch verschwunden. Steiger behält im Dauerstress klaren Kopf und hat Ideen. Das Gesetz (des Handelns) halten andere in der Hand. Straßenrealistisch, seelengenau: Bei Norbert Horst wird Polizeialltag Literatur.
Image of Blutwunder: Roman
Platz 9 (Vormonat: - )
Lisa McInerney: Blutwunder
Aus dem Englischen vonWerner Löcher-Lawrence
Liebeskind, 334 Seiten, 22 €
Cork. Nach „Glorreiche Ketzereien“ die Gangsterballade. Ryan Cusack möchte alles: sauber bleiben, rumvögeln, Karine heiraten, leichtes Geld verdienen. Leider schert das die Gangsterbosse einen Dreck. Und so muss der Junge ohne Mutter sich von Frauen das Leben retten lassen. So ein Pech aber auch.
Image of Die Alte (Ariadne)
Platz 10 (Vormonat: - )
Hannelore Cayre: Die Alte
Aus dem Französischen von Iris Konopik
Ariadne im Argument Verlag, 203 Seiten, 18 €
Paris. Madame Portefeux übersetzt seit 25 Jahren Arabisch für die Polizei. Ihr Verdienst geht für das Altenheim der Mutter drauf. Als sie auf einen Berg Haschisch stößt, greift sie zu. Alle leben vom Drogenhandel – warum nicht sie? Nieder mit der Heuchelei, die Frechheit an die Macht!
An jedem ersten Sonntag des Monats geben 19 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die Krimibestenliste ist eine Kooperation der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Peter Körte, »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« | Kolja Mensing, »Deutschlandfunk Kultur« | Marcus Müntefering, »Spiegel Online« | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«