Krimi-Bestenliste Oktober 2021

Image of Moder (Pulp Master)
Platz 1 (Vormonat: - )
Garry Disher: Moder
Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller
Pulp Master, 302 Seiten, 14,80 Euro
Sydney. Wyatts Verbrecherkompetenz zum Trotz: Die Jagd nach dem Fluchtgeld des Großbetrügers Tremayne läuft aus dem Ruder. Ein zäher Bulle, Afghanistanveteranen, starke wie schwache Gierschlünde durchkreuzen auch die coolste Operation. Prima Wyatt-Thriller, Showdown im Pazifik. Disher hat’s drauf.
Image of Sarah Jane: Roman
Platz 2 (Vormonat: 4)
James Sallis: Sarah Jane
Aus dem Englischen von Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger
Liebeskind, 218 Seiten, 20 Euro
»Farr« Süden der USA. Cal, der Sheriff, der sie einstellte, ist verschwunden. Suizid, Mord, Unfall? Sarah Jane hat nach Kriegseinsatz, Küchenjob und Studium ihren Platz gefunden: als Polizistin. Bis die Vergangenheit sie einholt, und die ist gewalttätig. Wie viel von dem, was man erlebt, kann man annehmen?
Image of Diese Frauen: Kriminalroman
Platz 1 (Vormonat: - )
Ivy Pochoda: Diese Frauen
Aus dem Englischen von Sigrun Arenz
ars vivendi, 360 Seiten, 23 Euro
South Los Angeles. Siebzehn Frauen starben mit durchgeschnittener Kehle, Plastiktüte über dem Gesicht. Sprechen sollten sie nicht mehr, nicht gesehen werden, nur weg. Ivy Pochoda errichtet ihnen ein Memorial aus den Stimmen überlebender Frauen. Absage an Zynismus und Gewalt in der Stadt der Engel.
Image of Der Sucher: Roman. Ein New York Times Bestseller 2021
Platz 1 (Vormonat: - )
Tana French: Der Sucher
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Scherz, 496 Seiten, 22 Euro
Irland, im Westen. Cal Hooper, Ex-Detective aus Chicago, hat sich in »Ardnakelty« zur Ruhe gesetzt. Er genießt das Fremdsein, die rauen Dorfsitten. Bis Trey, dreizehn, scheu, Außenseiterkind, ihn bittet, den verschwundenen Bruder Bren zu suchen. Westernmotive pflastern ihren Pfad durch böse Wetter.
Image of Unter dem Sturm: Kriminalroman
Platz 5 (Vormonat: 5)
Christoffer Carlsson: Unter dem Sturm
Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann
Rowohlt, 464 Seiten, 22 Euro
Marbäck, Halland. Noch ist die Leiche der jungen Lovisa, verbrannt im Haus ihrer Eltern, nicht kalt, da steht für alle fest, wer der Mörder ist: Edvard von den gewalttätigen Christenssons. Von über Generationen schwärenden Verdächtigungen erzählt dieser behutsame Krimi aus den schwedischen Wäldern.
Image of Crash: Roman (Isa-und-Can-Reihe)
Platz 6 (Vormonat: 2)
Susanne Saygin: Crash
Heyne, 416 Seiten, 12.99 €
Köln, Berlin. Isas Freundin ist verschwunden. Letzte Station war die Wirtschaftskanzlei, in der Torsten Wolf das Imperium des verstorbenen Unternehmers Nolden betreut. Isa heuert dort an. Mit Wolf kommt sie ungeheurem Schwindel und Hightech-Nationalisten auf die Spur. Berlin Noir grotesk.
Image of Barrier Highway: Kriminalroman: Kriminalroman. Ein Constable-Hirschhausen-Roman (3)
Platz 7 (Vormonat: 1)
Garry Disher: Barrier Highway
Aus den Englischen von Peter Torberg
Unionsverlag, 346 Seiten, 22 €
»Tiverton«, South Australia. Constable Hirschhausens Fälle im »Land des Ungesehenen, Ungehörten«: Damenwäschediebstahl, Waldfrevel, Erbschleicherei, Immobilienschwindel, Totschlag, Vernachlässigung von Kindern, religiöser Wahn. Pointillismus pur mit einem einfühlsamen, klugen Dorfpolizisten. Meisterhaft.
Image of Ritchie Girl: Roman
Platz 8 (Vormonat: - )
Andreas Pflüger: Ritchie Girl
Suhrkamp, 464 Seiten, 24 Euro
Europa, Weltkrieg und danach. Die deutsch-amerikanische Emigrantin Paula Bloom kehrt als US-Verhörspezialistin nach Europa zurück. Auf der Suche nach ihrer Jugendliebe vernimmt sie Spione, Kriegsverbrecher und Nazigrößen. Moral? Schon weht der Wind des Kalten Kriegs. Stark.
Image of Reichtum verpflichtet (Ariadne)
Platz 9 (Vormonat: - )
Hannelore Cayre: Reichtum verpflichtet
Aus dem Französischen von Iris Konopik
Ariadne/Argument, 256 Seiten, 20 Euro
Paris, Bretagne. Blanche de Rigny, auf obskure Weise Erbin eines Riesenvermögens, recherchiert ihre persönliche Familiengeschichte aus der einzigen guten Tat ihres Urgroßvaters. Von der Pariser Kommune bis zur Attacke auf’s moderne Finanzkapital. Mordsmärchen, freche Antigeschichte: Geld stinkt.
Image of Die Stadt, das Geld und der Tod
Platz 10 (Vormonat: - )
Frank Göhre: Das Geld, die Stadt und der Tod
CulturBooks, 160 Seiten, 15 Euro
Hamburg. »Die politische Elite total verfilzt und versumpft.« Bestes Terrain für den rumänischen Clan der Radus: Immobilien, Geldwäsche, Drogen, hin und wieder ein Mord, nützlich oder aus Leidenschaft. Ein Mann ohne Chance sucht die Mörder seines Sohnes. Harte Schnitte: Keiner schreibt wie Göhre.
An jedem ersten Freitag des Monats geben 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane, die ihnen am besten gefallen bekannt. Die Krimibestenliste wird präsentiert von Deutschlandfunk Kultur.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, BR | Gunter Blank, »Rolling Stone« | Katrin Doerksen, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »Kino-Zeit« | Hanspeter Eggenberger, »Tages-Anzeiger« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, »Radio Bremen Zwei« | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Culturmag«, »Deutschlandfunk Kultur« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Alf Mayer, »Culturmag«, »Strandgut« | Kolja Mensing, »Deutschlandfunk Kultur« | Marcus Müntefering, »Der Spiegel« | Ulrich Noller, »Deutschlandfunk Kultur«, »Deutschlandfunk«, SWR, WDR | Frank Rumpel, SWR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«