Es ist ein Termin, der im Polizeipräsidium Mannheim aus dem Rahmen fällt. Keine Verdächtigen, keine Strafverteidigerinnen und -verteidiger und sonstige mit Straftaten befasste Berufsgruppen, sondern Krimischreibende gaben am Abend des 5. Dezember 2025 den Takt vor. Er hat schon Tradition, der Krimitag des Syndikats im Mannheimer Polizeipräsidium, der seit 2014 auf Initiative von Claudia Schmid stattfindet. Vielleicht teilte man der amtierenden Polizeipräsidentin bei Dienstantritt mit einem Augenzwinkern mit, dass ihre Aufgaben die Schirmherrschaft für diese Benefizlesung des Weißen Rings e. V. umfasst? Jedenfalls übte Ulrike Schäfer diese nun schon im zweiten Jahr gutgelaunt aus und begrüßte die Gäste im schönen Bezirksratssaal in L6.
Ralf Maudanz leitet die Außenstelle des Weißen Rings e. V., dem der Erlös der Benefizveranstaltung zugutekommt. Insgesamt 35 solcher Lesungen im gesamten deutschsprachigen Raum waren in diesem Jahr von Mitgliedern des Syndikats angekündigt. Die Lesung in Mannheim war wie immer in all den Jahren zuvor ausverkauft. Den Vorverkauf sowie den Büchertisch am Veranstaltungsabend übernahm wie schon von Anfang an Mannheims älteste Buchhandlung Bücher Bender. Kürzlich feierte die schöne Buchhandlung ihr 250. Jubiläum. Die Blaulichtband begleitete den Abend ganz hervorragend musikalisch. Manch ein Gast hätte bei den stimmungsvollen Liedern wohl gerne mitgesungen.
Den Lesereigen eröffnete die Grande Dame des deutschsprachigen Kriminalromans, Ingrid Noll. Bevor sie aus ihrem aktuellen Roman „Nachteule“ vorlas, wurde sie von Kollegin Claudia Schmid einem Kreuzverhör unterzogen. Wobei sie verriet, dass sie bereits an einem neuen Roman arbeite. Erst kürzlich feierte Ingrid Noll mit großem medialem Interesse ihren 90. Geburtstag. Claudia Schmid entlockte sie das Geständnis, wunderbar bei Gartenarbeit nachdenken zu können, bevor die dann aus „Blumenlust“ las.
Nach der Pause stand Strafrichter, Lehrbeauftragter, Dozent und Krimiautor Alessandro Bellardita Rede und Antwort und er erzählte, weshalb er sich mit dem Thema Mafia beschäftigt. Mehr dazu ist im SWR-Podcast MAFIA LAND - Die deutsche Spur zu hören. Er trug Passagen aus „Die sizilianische Akte“ vor.
Schriftsteller, Herausgeber und Verleger Klaus Maria Dechant ist Vorstand für Kommunikation im Syndikat. Nachdem er im Kreuzverhör erklärte, weshalb er auch unter Pseudonym veröffentlicht, gab er als Til Petersen sehr humorvolle Einblicke in „Fahr nicht fort, stirb am Ort!“. Er war es auch, der für 2025 die Criminale des Syndikats nach Schwetzingen holte.
Harald Schneider gestand, weshalb er so gerne seinen Garten umgräbt und was er dabei findet, bevor er aus „Totgebabbelt“ las. Wie immer leitete er das Ende mit einer Quietschente ein, um Frau Ackermann, die Frau, die schneller spricht als ihr Schatten, zu Wort kommen zu lassen.
Der Abend gab einen Eindruck von der Bandbreite und Vielfalt der Arbeit der Syndikatsmitglieder. Der Bogen spannte sich von ernst und nachdenklich bis heiter. Dem Vernehmen nach waren die Gäste von dem Abend begeistert und suchten eifrig den Büchertisch auf. Dem gesamten Team im Polizeipräsidium, das an der Organisation und der Durchführung des Abends beteiligt war, gilt großer Dank. Sowie den Ehrenamtlichen des Weißen Rings e. V., die an ihrem Infostand neben Broschüren zum Verein auch Brezeln und alkoholfreie Getränke gegen Spenden anboten. Und selbstverständlich gebührt der großartigen Blaulichtband Dank! Bücher Bender trägt mit der Übernahme des Vorverkaufs und dem Büchertisch einen wesentlichen Anteil an der Durchführung des Mannheimer Krimitags.
Die Spendensumme für den Weißen Ring e. V. beträgt ca. 1.900 Euro. Die genau Summe wird noch ermittelt.




















