Krimizeit-Bestenliste März 2016

Image of Bitter Wash Road
Platz 1 (Vormonat: - )
Garry Disher: Bitter Wash Road
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Unionsverlag, 352 S., 21,95 €
Tiverton, Südaustralien. Paul »Hirsch« Hirschhausen ist degradiert, auf einen Ein-Mann-Posten versetzt. Eine Sechzehnjährige wurde totgefahren. Hirsch (fast) allein gegen Sheriff, Vorgesetzte, Dorfbonzen. Weizen, Wolle, früher Kupfer, leeres Land. Ganz, ganz fein, staubtrocken und herzenswarm.
Image of In den Straßen die Wut
Platz 2 (Vormonat: 4)
Ryan Gattis: In den Straßen die Wut
Aus dem Englischen von Ingo Herzke
Rowohlt Polaris, 528 S., 16,99 €
Los Angeles 1992. Aufruhr. Stadt ohne Staat. Hier: Feuerwehr, Nationalgarde, Killercops. Dort: Latino-Gangs. Kids als Mobster. Im Tumult Blutrechnungen begleichen. Ernesto, Bruder, guter Mann totgeschleift. Unterm Qualm rennen, schießen sie: Trauer, Fluchtversuche, Machokampf. 6 Tage Wahnsinn. Unbelievable.
Image of Endgültig: Thriller (Jenny Aaron)
Platz 3 (Vormonat: - )
Andreas Pflüger: Endgültig
Suhrkamp, 459 S., 19,95 €
Barcelona, Moskau, Berlin. In Barcelona wird Spezialagentin Jenny Aaron angeschossen. Verrat, Mord, Bosheit. Jahre danach: Die erblindete BKA-Profilerin stößt erneut auf den Widersacher ihres Lebens. Perfekter, intelligenter Showdown über 48 Stunden. Pflüger kann Action und mehr, so unique in D.
Image of Porkchoppers (Ross-Thomas-Edition)
Platz 4 (Vormonat: - )
Ross Thomas: Porkchoppers
Aus dem Englischen von Jochen Stremmel
Alexander, 310 S., 14,90 €
Chicago, Washington, D. C. Gewerkschaftswahlen: Spielfeld für gewitzte Absahner. Ross Thomas, der wusste, wie man’s macht, mixt einen Mordplan, eine gekaufte Wahl, eine Medienintrige, eine traurige Vater-Sohn-Geschichte und das Porträt eines charmanten Säufers. Erstmals vollständig auf Deutsch.
Platz 5 (Vormonat: 1)
Malla Nunn: Tal des Schweigens
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski
Ariadne, 318 S., 13,00 €
Drakensberge, Südafrika 1953. DS Cooper und DC Shabalala sollen den Mord an einer schwarzen Land-Schönheit aufklären – die Arschkarte für Kriminalisten im Apartheid-Staat. Fallstricke überall: Zulu-Traditionen, Rassisten-Traditionen, Frauenunterdrückung sowieso. Behutsam, fein und klug: Nunn.
Image of Der Feldhüter
Platz 6 (Vormonat: - )
Cormac McCarthy: Der Feldhüter
Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Rowohlt, 288 S., 14,99 €
Knoxville, Tennessee. McCarthys Debüt: Ein Junge, ein Schnapsschmuggler und ein alter Knorz ziehen ihren Weg. Ohne es zu wissen, verbunden durch einen Toten. Drei Männer, Teil der Natur, fern von Zivilisation und law, unterworfen kosmischem Gesetz. Dabei: eine Katze, ein Hund, ein Habicht.
Platz 7 (Vormonat: 3)
Tito Topin: Exodus aus Libyen
Aus dem Französischen von Katharina Grän
Distel Literaturverlag, 233 S., 14,80 €
Libyen 2011. Acht Menschen fliehen vor dem Bürgerkrieg, bloß raus. Zwangsstopp in einer umkämpften Wüstenstadt. Jetzt müssen sie sich ihrer persönlichen Wahrheit stellen. Was hat Gaddafis »Verderbtheit« aus ihnen gemacht? Wie frei können sie werden? Der erste Kriminalroman der »Arabellion«.
Image of Der Schlafmacher: Psychothriller (Joe O'Loughlin und Vincent Ruiz, Band 10)
Platz 8 (Vormonat: - )
Michael Robotham: Der Schlafmacher
Aus dem Englischen von Kristian Lutze
Goldmann, 414 S., 14,99 €
Bath, Somerset. Psychiater Joe O’Loughlin zerrissen zwischen Sorge um seine krebskranke Frau, seine Töchter und um den Fall: Wo Harper Crow und ihre Mutter ermordet wurden, gibt es mehr Spuren als nötig – ein oder zwei Serienkiller? Folgt nicht dem Geld, spürt nach Familiengeheimnissen.
Image of Die Welt ist immer noch schön
Platz 9 (Vormonat: - )
Eugene McCabe: Die Welt ist immer noch schön
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Steidl, 136 S., 16,– €
Fermanagh 1975. Doppelte Belagerung: Fünf IRA-Provisionals besetzen das Haus des britischen Colonels Armstrong, um IRA-Gefangene freizupressen, belagert von der Army. Harter Roman über das Sterben. Über Hass, Ideologie, Verrat und innere Verwirrung. Späte Entdeckung eines Juwels.
Image of Leaving Berlin: Thriller
Platz 10 (Vormonat: 9)
Joseph Kanon: Leaving Berlin
Aus dem Englischen von Elfriede Peschel
C. Bertelsmann, 448 S., 19,99 €
Ost-Berlin 1949. Exil-Schriftsteller Alex Meier soll in CIA-Auftrag Kulturbund und Kommunisten bespitzeln. Atmosphärisch genau rekonstruiert: ein Mann im Kalten Krieg mit eigener Agenda zwischen den Stühlen. Cameos: Brecht, Weigel, Janka, andere Kulturgrößen. Clever und ideologieresistent.
Krimizeit Bestenliste
Die KrimiZEIT-Bestenliste ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wochenzeitung DIE ZEIT und des NordwestRadios, einem gemeinsamen Programm von Radio Bremen und dem NDR. An jedem ersten Donnerstag des Monats geben 18 Li­te­ra­tur­kritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben.
 
Die Jury: Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, DLF, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Jutta Günther, Nordwestradio | Sonja Hartl, »Zeilenkino«, »Polar Noir« | Hannes Hintermeier, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« | Lore Kleinert, Literaturkritikerin | Elmar Krekeler, »Die WELT« | Kolja Mensing, Deutschlandradio Kultur | Marcus Müntefering, »Spiegel Online«, »Krimi-Welt« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Frank Rumpel, SWR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Guido Schulenberg, Nordwestradio | Margarete v. Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, »NRZ«, »WAZ«