Marc Freund im Interview zu »Spiekerooger Falle«

Ostfrieslandkrimi-Autorin Marc Freund im Interview zu ihrem neuen Buch »Spiekerooger Falle«

Spiekerooger Falle – Interview zum Buch

1. »Spiekerooger Falle« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Würden Sie uns mit eigenen Worten erzählen, worum es in Ihrem neuen Buch geht?

Marc Freund: In meinem neuen Roman geht es zunächst darum, dass ein recht betuchter Spiekerooger, der ehemalige Unternehmer Arnulf Conradi, von einem Unbekannten vergiftet wird. Es gelingt ihm sogar noch, die Polizei anzurufen und ein paar letzte Worte loszuwerden. Doch als die Inselkommissare Eden und Mattern eintreffen, können sie nur noch den Tod des Mannes feststellen. Kurz darauf wird klar, dass Conradi recht hatte: Er wurde vergiftet. Es setzt die Suche nach dem Täter ein. Als der Giftanschlag passierte, fand ein kleineres Familientreffen statt. Schnell stellt sich heraus, dass einige der Anwesenden durchaus ein Motiv gehabt hätten, den alten Mann zu töten. Die Familie ist zerrüttet, und zudem scheint es da noch das eine oder andere Geheimnis unter ihnen zu geben. Rätsel gibt auch der verschlossene Wandsafe im Haus des Toten auf. Überhaupt scheint Arnulf Conradi ein sehr eigenartiger Mann gewesen zu sein. Dies weiß auch sein Freund und Schachpartner Bohlander. Je weiter die Kommissare ermitteln, auf desto mehr Ungereimtheiten stoßen sie. Weitere Personen geraten ins Visier der Beamten, wie zum Beispiel eine kleine Gruppe spirituell veranlagter Frauen. Kurz darauf spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu, als der Giftmörder ein weiteres Mal zuschlägt und dabei auch die kleine Carla Conradi, das jüngste Familienmitglied, in Gefahr gerät. Wiebke Eden gerät bei ihren Ermittlungen gleich in mehrfacher Hinsicht in eine hinterhältige Falle.

2. Wieso war Arnulf Conradi so unbeliebt?

Marc Freund: Arnulf Conradi war zu seinen Lebzeiten ein sadistisch veranlagter Mensch. Er liebte es, seine Machtposition anderen gegenüber auszuleben und seine Mitmenschen zu schikanieren. Dabei machte er keine Unterschiede. Freunde, eine ehemalige Geliebte, sogar vor seiner eigenen Familie machte er nicht halt, wenn es darum ging, sie zu erniedrigen. Kurzum: Conradi war ein echtes Ekel, ein Mann, den viele insgeheim gehasst haben. Daher finden sich auch nicht viele Menschen ein, um bei seiner Seebestattung Abschied von ihm zu nehmen.

3. Wiebke Eden hat nicht nur den aktuellen Fall zu lösen. Auch ihre Vergangenheit scheint die junge Kommissarin einzuholen …

Marc Freund: Wiebke Eden ist ja noch immer in einer Art Trauma gefangen, weil sie einst den Mörder Marko Heller gestellt hat, der aufgrund ihres Eingriffs in einer Klinik im Koma liegt. Und doch erhält sie in letzter Zeit häufiger Anrufe, die von Hellers Handy stammen. Auch handelt es sich um seine Stimme. Wiebke begreift, dass Heller auf irgendeine Weise hinter ihr her ist, und versucht, ihr Leben zu bestimmen. Sie weiß, dass sie sich dieser Situation stellen muss. Die Auflösung dazu wird es bald zu lesen geben. Natürlich in der Serie um die Spiekerooger Kommissare Eden und Mattern.

4. »Tollkirsche im Kaffee-Wasser« titelte vor Jahren einmal die BILD-Zeitung über einen Fall, bei dem sich das Gift tatsächlich ebenfalls in dem koffeinhaltigen Heißgetränk befand. Wie kommen Sie auf die Ideen für Ihre Ostfrieslandkrimis – lassen Sie sich manchmal auch von realen Fällen inspirieren?

Marc Freund: Bei dem vorliegenden Roman »Spiekerooger Falle« hatte ich zunächst die Idee, die sich um den Wandsafe und das darin verborgene Geheimnis dreht. Das brachte ich schnell in Verbindung mit den im Buch passierenden Giftmorden. Was das angeht, so habe ich tatsächlich ein wenig in realen Fällen recherchiert, wo z. B. Menschen gezielt über einen längeren Zeitraum hinweg vergiftet wurden. Generell ist es mit Giften in Krimis immer so eine Sache. Man muss schon sehr aufpassen, dass man die Wirkung wenigstens annähernd genau beschreibt. Es gibt ja die verschiedensten Gifte, die zum Teil sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Das eine wirkt schnell, das andere langsamer oder zeitverzögert. Andere wiederum enthalten starke Bitterstoffe, was bedeutet, dass das Opfer Verdacht schöpfen würde. Es ist also gar nicht so einfach, einen literarischen Giftmord zu begehen. Insofern war ich dankbar dafür, bei meinen Recherchen auf reale Fälle gestoßen zu sein. Bei allen übrigen Geschichten lasse ich mich gerne auch von Alltagssituationen inspirieren. Auch oder gerade menschliche Beziehungen bergen ja immer auch ein gewisses Potenzial an Konflikten. Oft stelle ich mir die Frage »Was wäre, wenn …?«, und prompt ist die Idee für eine neue Geschichte geboren. Es kann überall passieren, daher umgebe ich mich auch immer gerne mit Stift und Papier.

Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.