»Spiekerooger Keller« heißt Ihr neuer Ostfrieslandkrimi. Worum geht es darin?
Marc Freund: In Spiekerooger Keller stößt eine Familie beim Renovieren ihres neuen Hauses auf der Insel auf eine eingemauerte Leiche. Der Fund ruft Hauptkommissar Hinrich Mattern und seine Kollegin Wiebke Eden auf den Plan. Während die Ermittlungen zunächst in der Gegenwart verlaufen, entfaltet sich nach und nach ein Verbrechen, das zwei Jahrzehnte zurückliegt – ein Verbrechen, das eng mit der Geschichte der Insel und ihren Bewohnern verbunden ist. Je tiefer Mattern und Eden graben, desto deutlicher wird: Die Vergangenheit ist auf Spiekeroog nie wirklich begraben.
Die Leiche im Keller stellt sich als die einer Frau heraus – wer war Nanne Mülder?
Marc Freund: Nanne Mülder war eine junge Frau, die Anfang der 2000er-Jahre auf Spiekeroog lebte und dort als Haushaltshilfe bei der ehemaligen Schauspielerin Bernhardine von Bühren arbeitete. Sie war lebenslustig, offen, ein Mädchen, das Träume hatte – und gleichzeitig in zwei Männer verliebt war, die unterschiedlicher kaum sein konnten. In jener Nacht, als sie verschwand, kam es zu einem Streit, der eskalierte. Seitdem galt sie als verschollen – bis ihr Skelett Jahre später im Keller eines Hauses entdeckt wird.
Die Polizei ging lange und geht auch nach Auffinden der Leiche von einer Beziehungstat aus – warum?
Marc Freund: Weil alles danach aussieht. Nanne war in eine Dreiecksbeziehung verstrickt, und beide Männer gerieten in jener Nacht aneinander. Es gab also von Anfang an ein klares Motiv: Eifersucht. Aber wie so oft steckt hinter der ersten Erklärung nicht die ganze Wahrheit. Erst allmählich begreifen die Ermittler, dass es bei dem Mord nicht um Liebe, sondern um etwas viel Wertvolleres ging – ein kostbares Armband, das einst der alten Schauspielerin gehörte und das bis in die Gegenwart hinein eine tödliche Spur hinterlässt.
Als wichtige Nebenhandlung findet ein Schreibkurs auf Spiekeroog statt. Auch Wiebke Eden beteiligt sich daran. Stellen Sie bitte uns den Kurs und die Intention dahinter vor!
Marc Freund: Der Schreibkurs ist auf den ersten Blick nur eine charmante Inselanekdote – eine Handvoll skurriler Figuren, die ihre Geschichten schreiben wollen. Es ist sogar ein Wettbewerb ausgeschrieben, in dem die beste Geschichte gekürt werden soll. Wiebke Eden nimmt teil, um Abstand vom Polizeialltag zu gewinnen – und findet sich plötzlich mitten in einer Geschichte wieder, die mehr mit ihrem aktuellen Fall zu tun hat, als sie zunächst ahnt. Auch ansonsten bietet dieser Wettbewerb noch die eine oder andere Überraschung, von denen ein gewisser Hinrich Mattern jedoch nichts wissen will.
Das Interview wurde geführt auf www.ostfrieslandkrimi.de.























