Michel Bergmann in Ilvesheim

Der Schriftsteller Michel Bergmann war auf Einladung von Bibliotheksleiterin Dr. Caroline Rödel-Braune (links im Bild) zu Gast in Ilvesheim. Barbara Hennl-Goll von der Bücherinsel Brühl steuerte den Büchertisch bei. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz

Einen ganz besondern Abend bot die Gemeindebibliothek Ilvesheim ihren Gästen mit der Einladung des Schriftstellers Michel Bergmann. Gebürtig in Basel, verbrachte er seine Kinderjahre in Paris, die Jugendjahre in Frankfurt am Main. Heute lebt er in Berlin, zieht sich zum Schreiben jedoch mit seiner Frau in seine Datscha zurück. Er schrieb die Drehbücher u.a. für »Otto –Der Katastrofenfilm«, »Es war einmal in Deutschland«. Im Heyne-Verlag veröffentlicht er eine Krimi-Reihe um den ermittelnden Rabbi Henry Silberbaum .

Ilvesheim, der zwischen Mannheim und Heidelberg gelegenen Inselgemeinde, wurde die Ehre zuteil, als Ort der Premierenlesung des dritten Bandes der Krimi-Reihe mit dem Titel »Fremde Götter« ausgewählt zu werden. Die Leiterin der Gemeindebibliothek, Dr. Caroline Rödel-Braune, begrüßte an diesem Februar-Abend gemeinsam mit der Buchhändlerin Barbara Hennl-Goll von der Bücherinsel Brühl den Schriftsteller und die Gäste. Michel Bergmann entschloss sich seiner Aussage nach, Krimis zu schreiben, weil er selbst einen klassischen Ermittler-Krimi lesen wollte und keinen, in dem der Kommissar psychopathischer ist als der Täter. Sein Rabbi trägt eine Kippa, ansonsten ist sein Erscheinungsbild unauffällig. Michel Bergmann beschreibt ihn als unkonventionell und wahrheitsliebend. Zu dem Handlungsort Frankfurt riet der Verlag.

Michel Bergmann wählte als erste Passage aus seinem Buch eine Schilderung der Westend-Synagoge in Frankfurt und stellte einiges Personal des Krimis vor. Der Rabbi Henry Silberbaum, der leidenschaftlich gerne Kriminalfälle löst, verkündet am Weltfrauentag in der Synagoge die Aufhebung der Geschlechtertrennung: Frauen erheben sich nun auf der Galerie von ihren Sitzplätzen, streben ins Erdgeschoss. Männer gehen den umgekehrten Weg. Der Chef des Rabbi ist empört und droht ihm mit Konsequenzen. Die gesamte Szene wird sehr humorvoll geschildert.

Rabbi Henry Silberbaum reist im Rahmen von Ermittlungen schließlich in die Schweiz und liefert sich einen heftigen verbalen Schlagabtausch mit dem Sektenguru über Gott. Der Rabbi stellt dabei Putin in eine Reihe egomanischer, empathieloser Herrscher, die letztendlich entgegen ihrer eigenen Intention lediglich eine Fußnote in der Geschichte darstellen. In der Nacht wird der Rabbi per Anruf ans Wolfsgehege gelockt, wo der Sektenführer zu Tode kam. Nun gilt Henry Silberbaum als Hauptverdächtiger in einem Mordfall und ihm ist klar »Ich bin in eine Falle getappt. Jemand will mir das anhängen.« Sein Freund Kommissar Berking eilt herbei, um ihn zu helfen.

Michel Bergmann überzeugt das Publikum mit seiner sympathischen Art und seiner überaus angenehmen Vortragsweise. Bei der sich anschließenden regen Fragerunde verrät er, dass die Verfilmung der Reihe mit Jürgen Vogel als Kommissar ansteht und er plaudert noch ein wenig aus seinem reichen Erfahrungsschatz beim Film und als Dozent.

Es war erneut ein sehr angenehmer Abend in Ilvesheim, den die Gemeindebibliothek ihren Gästen bot.

Michel Bergmann bei seiner Premierenlesung mit »Fremde Götter« in Ilvesheim. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz
Die Reihe um den Rabbi Henry Silberbaum aus der Feder von Michel Bergmann umfasst bislang drei Bände. Foto: © Claudia Schmid, Kriminetz