In sechs Fällen ermittelte der pensionierte Hauptkommissar aus Essen. Etwas kautzig, aber immer mit dem richtigen Riecher. Er wird in einer neuen Reihe abgelöst durch seine rechte Hand, Theodora Terschüren, genannt Möhrchen. "Mörderjagd entlang der Ruhr" ist der Titel ihres ersten Krimis.
Die clevere Oberkommissarin möchte man als Täter nicht gerne auf den Fersen haben. Ihren Vornamen Theodora mag sie nicht besonders, lässt sich lieber Thea nennen, von guten Freunden Möhrchen. Der Spitzname geht auf ihren Lockenkopf in einschlägiger Farbstellung zurück.
Ihre Haare liebt Möhrchen. Auf Kriegsfuß steht sie dagegen mit ihren Sommersprossen und ihren überschüssigen Pfunden. Während sie gegen erstere machtlos ist, geht sie gegen letztere genauso hartnäckig vor, wie gegen Kriminelle. Leider mit weniger Erfolg!
Führten die Spuren ihren pensionierten Kollegen Sigi Siebert noch zu Einzeltätern, muss sich Möhrchen mit organisierter Kriminalität wie Drogenhandel, Menschenraub oder Prostitution herumschlagen. Wenn sie auf einer vielversprechenden Fährte unterwegs ist, scheut die Kriminalistin auch vor ungewöhnlichen Methoden nicht zurück. Manchmal muss sie von ihrem Mann Erich – gleichzeitig ihr Chef –, zurückgepfiffen werden.
Neuzugang Korkmaz Kurt geht großzügiger damit um. Der junge Kollege unterstützt Möhrchen, wo er kann. Was an ihm nervt, sind seine Nebengeschäfte. Ständig hat Kurt, wie er von allen gerufen wird, neue Ideen, wie er sein Gehalt aufbessern kann.






















Kommentare
Mörderjagd durchs Ruhrgebiet
Gleich auf der ersten Seite lerne ich den bisher absolut zuverlässigen Berufs- und Auftragskiller, der sich Antonius Waldtreter nennt, kennen. Scheußlich, wie der den toten Studenten Holger Grothus einfach aus dem Wagen vor die Haustür seines Elternhauses, in unmittelbarer Nähe des Polizeipräsidiums, schmeißt und verschwindet.
Theodora „Thea“ Terschüren, die wegen ihrer roten Lockenmähne von den meisten Kollegen nur „Möhrchen“ genannt wird und ihr Mann Erich beim Kommissariat 11 der Kripo in Essen versuchen alles um dem Mörder des jungen Mannes so schnell wie möglich auf die Spur zu kommen. Unterstützt werden sie bei der „Mörderjagd an der Ruhr“ von ihrem jungen türkischen Kollegen Korkmaz Wolff, den alle nur Kurt nennen.
„Mörderjagd an der Ruhr“ von Autor Klaus Heimann ist eher ein Krimi der leisen Töne. Eine unterschwellige Spannung macht sich ab der ersten Seite breit, steigt kontinuierlich an und hält sich bis zur Auflösung ganz weit oben.
Hier steht, wie ich es gerne mag, die polizeiliche Ermittlung im Vordergrund, die durch die vielen Dialoge richtig verständlich und nachvollziehbar rüber kommt. Hier kommt auch sehr gut heraus, dass auch Kripobeamte, naja bis auf Kriminalrat Hund vielleicht, nur Menschen mit Ecken, Kanten, eigenen Wünschen und Bedürfnissen sind. Autor Klaus Heimann beschreibt alles sehr bildhaft und ich habe schnell meine Bilder im Kopf und füttere damit mein Kopfkino. Auch einige Ausdrücke, die ich aus dem Ruhrgebiet kenne, fließen hier und da ein und geben dem Fall den ruhrpöttischen Anstrich.
„Möhrchen“ und ihr Mann Erich bilden ein eingespieltes Duo. Nicht nur bei der ermittlungsrelevanten Arbeit, den Befragungen oder Verhören kennt jeder seinen Platz und weiß, was er zu tun hat.
Kurt fügt sich so toll in dieses Duo ein und zusammen bilden sie ein fast unschlagbares Team. Mit den dreien auf Ermittlungstour zu gehen und mich in ihre Gespräche und Gedanken hinein lesen zu können, hat richtig Spaß gemacht.
Auch in ihrem privaten Umfeld lerne ich vor allem Thea und Erich schon richtig gut kennen. Und auch da kommen die Beiden, so unterschiedlich sie auch sind, sehr sympathisch rüber. Auch Kurt würde ich sehr gerne noch näher kennenlernen.
Ich finde alle Menschen, die ich hier kennenlerne, sehr detailgenau und menschlich gut vorstellbar gezeichnet. Manche mehr sympathisch, andere eher weniger – wie im richtigen Leben.
Bei dem Fall selbst hatte ich schnell einen Verdacht, wer da mit drin hängen könnte. Aber als die Ermittlungen dann Fahrt aufgenommen haben und heraus kommt, warum Holger Grothus sterben musste, da war ich dann doch platt und vor allem entsetzt. Es ist für mich immer wieder unglaublich, wie weit Menschen für Geld und Erfolg gehen.
Hier bin ich mit den Ermittlern in Essen und Umgebung unterwegs. Und ich muss sagen, durch das viele Grün und die Wasserflächen, die hier immer wieder beschrieben werden, hat sich mein Bild vom grauen Ruhrpott zum positiven verändert. Vielleicht sollte ich auch an der Ruhr mal etwas länger urlauben. Reizen würde es mich schon.
Mein erster Krimi aus dem Ruhrkrimi-Verlag und mein erstes Buch von Klaus Hermann haben mich nicht enttäuscht. Ich konnte mit rätseln, habe mich auf falsche Fährten führen lassen und habe um das Leben von „Möhrchen“ gebangt. Vor allem aber hat sich der Fall zu meiner vollen Zufriedenheit nachvollziehbar aufgelöst.