Wie die Stadt München mitteilt, wird der Schriftsteller Friedrich Ani 2026 mit dem Münchner Literaturpreis ausgezeichnet.
Über den Preis: Der Literaturpreis wird alle drei Jahre – alternierend mit dem Publizistikpreis und dem Übersetzungspreis – für ein literarisches Gesamtwerk verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Werke in Stil und Gehalt hohe Qualität aufweisen und die München als Literaturstadt Geltung und Ansehen verschaffen.
Vorausgesetzt wird, dass die Preisträgerinnen und Preisträger in der Region München leben oder in ihrem Werk eine enge Verbindung zu München erkennen lassen. Der Preisträger ⁄ die Preisträgerin wird von einer vom Stadtrat berufenen Jury vorgeschlagen. Die Entscheidung liegt beim Kulturausschuss der Stadt München. Eigenbewerbung ist nicht möglich.
Die Begründung der Jury: "Friedrich Ani kennt man seit 30 Jahren als herausragenden, originellen und vielfach preisgekrönten Krimi-Autor. Der Münchner Schriftsteller ist aber weit mehr. Ani schreibt Gedichte, Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke. Sein Roman „Die unterirdische Sonne“ (2014) ist eine aufwühlende Auseinandersetzung mit dem Thema Jugendgewalt. Und in „Schlupfwinkel. Fantasien über eine fremde Heimat“ (2025) hat sich Ani auf eindringliche, bewegende Weise als Sohn einer „Heimatvertriebenen“ aus Schlesien und eines syrischen Studenten mit der eigenen Herkunft befasst. Die Literatur erscheint darin als Fluchtort, als „Schlupfwinkel“. Und von Menschen, die flüchten, die verschwinden, wird auch in Anis Krimis erzählt. Um Mord und Totschlag geht es darin auch. Aber noch weit mehr um das Hin(ein)schauen in die Gegenwart. Weswegen uns Ani literarisch auch in kein touristisches Weißwurst-München und stattdessen in weniger bekannte Seitenstraßen der Stadt führt. Das alles macht er mit einer genauso poetischen wie klaren Sprache, mit psychologischem Tiefblick, der neben zahlreichen Abgründen vor allem die Einsamkeit der Menschen offenbart. Und für dieses vielseitige, tiefgründige Lebenswerk erhält Friedrich Ani den Literaturpreis der Stadt München."
Jurymitglieder:
Der Jury unter dem Vorsitz des Stadtdirektors Maximilian Leuprecht gehörten an:
Niels Beintker (Journalist), Christine Knödler (Publizistin, Autorin), Dorothee Lossin (MVHS), Jürgen Moises (Süddeutsche Zeitung), Denijen Pauljevic (Autor), Michael Schleicher (Journalist) sowie die Stadträt*innen Thomas Niederbühl (Die Grünen – Rosa Liste – Volt), Angelika Pilz-Strasser (Die Grünen – Rosa Liste – Volt), Sabine Bär (CSU mit Freie Wähler), Beatrix Burkhardt (CSU mit Freie Wähler) und Klaus Peter Rupp (SPD).
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