Murot und das Gespenst

Barbara Philipp & Urlich Tukur spielen seit etlichen Folgen das Ermittlerpaar Wächter & Murot im Hessen-TATORT. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz

„Murot und das Gespenst“ ist der erste Film dieser TATORT-Reihe, den der HR nicht als Eigenproduktion realisiert hat, sondern die U5 Filmproduktion GmbH & Co KG in Frankfurt mit der Umsetzung betraute. Das Drehbuch stammt von Paul Salisbury, Regie führte Christoph Röhl, Musik: Ali N. Askin. Ausgerechnet ein Rotkehlchen kommt zu Beginn zu Tode. Murot (Ulrich Tukur) entsorgt es in die Biotonne. Die entwickelt in seiner Wahrnehmung ein Eigenleben und man frägt sich zu Beginn, ob das Biotonnenorakel womöglich den weiteren Verlauf prophezeit. Soviel sei verraten: das tut es nicht.

In einer exklusiven Seniorenresidenz „Baldachin“ findet eine Feier statt. Die Außenansicht des Heims liefert die malerische Villa Wertheimber im Gustavsgarten, in der heute das Stadtarchiv der Stadt Bad Homburg untergebracht ist. Die junge Pflegekraft Roxy Willmer (Emma Nova) nutzt die Gunst der Stunde, um ein wertvolles Familienerbstück der vor dreißig Jahren verschwundenen Gründerin der privaten Einrichtung zu entwenden. Tags darauf wird Roxy tot in ihrer Wohnung gefunden und alles sieht nach einem Raubmord aus. Zur Verwirrung von Murot, dem Ermittler des Wiesbadener LKA, erscheint ihm bald der Geist von Roxy. Leider fehlt ihr die Erinnerung daran, wer sie ermordet hat. Derjenige allerdings, der den Mord beobachtet hat, schwebt ebenfalls in Gefahr. Thorsten Merten unterbindet als Hausmeister Walter Krumbiegel erfolgreich die Abnabelung seines Sohnes Elmar, dargestellt von Jakob Schreier. Den aristokratisch angehauchten Sohn des Hauses spielt Felician Hohnloser.

Der Film enthält viel Situationskomik. Emma Nova spielt den Geist Roxy erfrischend zauberhaft. Victoria Trautmannsdorf glänzt als Dörte Fritsch. Jeanette Spassova drängt als Beata Ivanova auf eine rasche Freigabe des Leichnams ihrer Tochter: „Sie müssen ihren Mörder finden, damit ihre Seele Ruhe findet.“ Die Beisetzung muss ihrer Überzeugung nach innerhalb einer engen Frist erfolgen, damit die Engel ihre tote Tochter finden können. Die Zeit drängt also. Und am Ende? Lebt das Rotkehlchen wieder.

Zum Filmgespräch begrüßte Moderator Rüdiger Suchsland die beiden Hauptdarsteller Barbara Philipp und Ulrich Tukur. Regisseur Christoph Röhl nahm neben HR-Redakteur Jörg Himstedt Platz, Drehbuchautor Paul Salisbury neben Producerin Marie Wolters. Regisseur Christoph Röhl sagte, es war ihm es ein Anliegen, Murot so darzustellen, dass er keinen Zugang mehr zu seinen Emotionen hat. Murot flüchtet vor dem Geist und vor seinen Emotionen. Ulrich Tukur pflichtet ihm bei, Murot stünde in dieser Folge am Rande seiner Existenz, seine Endlichkeit sei ihm bewusst. Aber er ist es, der dem Geist dann den Weg ins Jenseits zeigt. Jörg Himstedt erzählt, dass er wahnsinnig viele Bücher für die Murot-Reihe eingereicht bekommt. Man darf also gespannt sein auf die nächsten Folgen.

"Murot und das Gespenst" wird beim Festival des deutschen Films nochmals am 29. August gezeigt. Das 22. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein findet bis zum 6. September 2026 statt. Das Gesamtprogramm ist hier zu finden: Festival des deutschen Films.

Barbara Philipp bei der Ankunft auf dem roten Teppich des Festivals des deutschen Films auf der Ludwigshafener Parkinsel. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz
Ulrich Tukur hat noch immer Lust darauf, Ermittler Murot zu spielen. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz
Felician Hohnloser spielt "den Sohn des Hauses" in der exklusiven Einrichtung. Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz
Christoph Röhl ist der Regisseur von "Murot und das Gespenst". Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz
Katrin Haase (Produzentin), Jörg Himstedt (HR-Redakteur), Marie Wolters (Producerin), Christoph Röhl (Regisseur) und Oliver Arnold (Produzent) auf dem roten Teppich beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen.Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz
Es hat für das Filmteam Tradition, den neuesten Murot-TATORT als Premiere beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen zu zeigen, so auch die aktuelle Folge "Murot und das Gespenst". Foto: © Jürgen Schmid, Kriminetz