Andreas Arz wurde 1979 in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden geboren und wuchs in der Gemeinde Lorch im Rheingau auf. Nach seinem Schulabschluss an der kaufmännischen Berufsfachschule des St. Ursula Gymnasium in Geisenheim lockte ihn die Verlagswelt. Mit einer Berufsausbildung zum Verlagskaufmann begann er seine ersten Schritte in der Medienlandschaft.
Auf die Ausbildung folgte ein Studium zum Marketing- und Kommunikationswirt in seiner Geburtsstadt Wiesbaden. Seine Romane sind inspiriert von der engen Verbundenheit zu seiner Heimat, der bekannten Weinregion Rheingau.
Neben seiner Tätigkeit als Autor ist Andreas Arz auch ein leidenschaftlicher Botschafter für die wunderschöne Region Rheingau und das malerische Mittelrheintal. Zudem ist er als Partner für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen rund um den Wein und die Kultur der Region tätig. So moderiert er auch die erfolgreiche Reihe Rheingauer Krimiabende.
Für Kriminetz beantwortete Andreas Arz sieben Fragen.
Kriminetz: Was macht den Rheingau für dich so besonders?
Andreas Arz: Der Rheingau ist für mich meine Heimat. Ich bin hier aufgewachsen und lebe hier schon mein ganzes Leben lang. Er ist für mich nicht nur wie für viele unserer Gäste, die jedes Jahr in den Rheingau strömen, ein Ort, der für hervorragenden Wein und für touristische Highlights steht. Er ist für mich eine ganz besondere Symbiose aus Tradition, Kultur und beeindruckender Geschichte. Dieser Ort hat einen sehr großen Einfluss auf meinen Lebensweg gehabt und auf meinen Weg als Geschichtenschreiber und Buchautor. Mein Antrieb und die Inspiration, die ich für meine Bücher habe, sind tief im Rheingau verankert und es ist zugleich mein Antrieb, immer wieder neue Geschichten zu ersinnen, um damit auch diese wunderbare Region zu bereichern.
Kriminetz: Du bist Mitbegründer des literarischen Netzwerks RheinWeinFeder. Was war die Intention für dieses Netzwerk?
Andreas Arz: Mein Mitbegründer Karl-Heinz Behrens und ich hatten bereits bei unserem ersten Aufeinandertreffen bei den Rheingauer Krimiabenden von Ulrich Bachmann sofort bemerkt, dass wir auf der gleichen Wellenlänge liegen und uns beide der Wunsch nach Vernetzung tief verbindet. Relativ schnell haben wir es geschafft, eine Autorenrunde zu organisieren, erst in Form eines Stammtisches, den wir dann zu unserer Gemeinschaft RheinWeinFeder erweiterten. Der Zulauf und das Interesse unter den Kunstschaffenden im Rheingau waren bemerkenswert. Schnell hatten wir eine Schar von Autorinnen und Autoren um uns versammelt und konnten bereits im ersten Jahr eine gemeinsame Anthologie veröffentlichen.
Angetrieben davon, immer wieder neue Ideen und Projekte zu verwirklichen, haben wir die Plattform RheinWeinFeder weiter ausgebaut. In diesem Jahr können wir stolz verkünden, dass wir aus RheinWeinFeder einen eingetragenen Verein gemacht und dazu bereits zwei Projekte umgesetzt haben: eine Schreibwerkstatt sowie eine literarische Lesereihe, bei der die Autorinnen und Autoren von RheinWeinFeder eine Plattform haben, um ihre Werke vorzustellen. Das Interesse ist sehr groß. Auch das unserer Leserschaft ist besonders hervorzuheben, und wir hoffen, dass wir RheinWeinFeder Stück für Stück weiter in der kulturellen Szene im Rheingau verankern und mehr Menschen für unsere Gemeinschaft begeistern können.
Kriminetz: Das Mittelrheintal ist reich an Mythen. Welchen Mythos findest du selbst am spannendsten?
Andreas Arz: Viele Mythen und Legenden des Mittelrheintals erzeugen bei mir Gänsehaut, wenn ich sie lese und immer wieder neu interpretiere. Hervorzuheben ist für mich persönlich in jedem Fall der Mythos der Loreley. Tag für Tag empfange ich Gäste aus aller Welt hier bei uns im Rheintal, erzähle ihnen von den Tücken des Rheins und den Legenden, die sich um das Mittelrheintal ranken, und versuche lebendig zu vermitteln, was wohl die Rheinschiffer damals erlebten, als sie durch die Untiefen fahren mussten, vorbei an Stromschnellen und scharfen Felsen, die unter der Wasseroberfläche lagen. Gepaart mit dem Mythos der Loreley ergibt das eine ganz besondere Erfahrung und emotionale Eindrücke, die ich unseren Gästen zu vermitteln versuche. Die Loreley ist für mich nicht erst seit Kindheitstagen ein ganz besonderer Mythos. Die Geschichte berührt mich persönlich auf einer ganz tiefen emotionalen Ebene. Aus diesem Grund habe ich auch meinen vierten Roman der Legende der Loreley gewidmet.
Kriminetz: Der Eltviller Wein- und Kulturverein e. V. hat in Kooperation mit der Stadt Eltville das WeinschreiberInnen-Projekt gestartet. Projektleiter ist Ulrich Bachmann. Was begeistert dich an diesem Projekt?
Andreas Arz: Ich freue mich immer, wenn ich Teil besonderer Projekte sein darf. Daher war es auch eine große Freude, dass ich mich zu den Weinschreibern zählen darf, die an diesem großartigen Projekt des Eltviller Wein- und Kulturvereins mitarbeiten. Selbstverständlich bin ich der Einladung, eine Geschichte beisteuern zu dürfen, umgehend gefolgt.
Was das Projekt so besonders macht, ist, dass viele Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland und auch aus vielen verschiedenen Teilen der Welt ihre kreativen Geschichten rund um Eltville beisteuern. Besonders hervorzuheben ist für mich, dass viele der Kunstschaffenden persönlich nach Eltville anreisen, um sich für ihre Kreationen vor Ort inspirieren zu lassen. Ich bin ein großer Freund dieser Form der Zusammenarbeit, die auch viele Veranstaltungen nach sich zieht und am Ende in mehreren Anthologien unserer Leserschaft präsentiert wird.
Kriminetz: Für die erste Anthologie der Eltviller Weinschreibereien »Stadt – Wein – Fluss« hast du dich für eine historische Kurzgeschichte entschieden. Ein Winzerpaar überlegt nach einer Missernte, nach Australien auszuwandern. Du hast selbst eine Weile in Australien gelebt. Was ist dir von deinem Aufenthalt am prägnantesten in Erinnerung geblieben?
Andreas Arz: Diesen historischen Kern für meine Kurzgeschichte zu wählen, lag für mich sehr nahe, da besonders im 18. und 19. Jahrhundert viele Menschen ihr Glück in Australien suchten. Und so habe ich mich von tatsächlichen Geschichten inspirieren lassen, die in Eltville stattfanden und die von Familien erzählen, die ihr Glück auf der anderen Seite der Welt suchten.
Meine Zeit in Australien war ungemein prägend für mich. Nach vielen arbeitsreichen und hektischen Jahren in der Medienbranche hatte ich versucht, in Down Under zur Ruhe zu kommen und ein Stück weit mich selbst zu finden. Die Zeit in Australien hat mir viele kreative Anstöße gegeben, aber auch ganz besondere Erfahrungen beschert, die meine Sicht auf die Welt prägten, insbesondere auf die Menschen. In der Abgeschiedenheit im nördlichen Queensland konnte ich viele Erfahrungen sammeln, insbesondere auch mit der indigenen Bevölkerung, den Aborigines. Ich durfte viel von ihrer Kultur kennenlernen und habe mich intensiv mit ihrer Geschichte beschäftigt. Ihre Verbundenheit zu Land und Natur hat mich tief beeindruckt.
Auf der anderen Seite hat mich die jüngere Geschichte zur Zeit der Kolonisierung Australiens zutiefst traurig gemacht, da dieses Volk so schwer unter der europäischen Herrschaft leiden musste. Meine Eindrücke und Empfindungen habe ich in dieser Zeit in vielen persönlichen Texten festgehalten. Und vielleicht kommt irgendwann die Zeit, in der ich bereit bin, diese Eindrücke auch literarisch zu verarbeiten.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich, ausgebrannt von einer aufreibenden Zeit, fast schon eine Art Flucht auf die andere Seite der Welt auf mich genommen habe, dann aber voller Feuer und erfüllt von neuen Erfahrungen wieder zurückkam und mich erneut in meinem Rheingau niederlassen konnte.
Kriminetz: Die Rheingauer Krimiabende sind eine sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe, die du moderierst. Weshalb kommt das Format deiner Meinung nach so gut beim Publikum an?
Andreas Arz: In erster Linie steht für den Erfolg der Rheingauer Krimiabende der Initiator Ulrich Bachmann, dem es gelungen ist, mit dieser Reihe ein ganz besonderes Format im Rheingau zu etablieren. Über die Jahre ist eine treue Anhängerschaft dieser Lese-und Literaturreihe zusammengekommen, die jedes Jahr wiederkehrt und sich von den Autorinnen und Autoren begeistern lässt. Die Menschen können sich immer wieder auf neue Autorinnen und Autoren freuen, die ihre Werke im Rahmen der Krimiabende präsentieren, und mittlerweile finden auch Bestsellerautorinnen und -autoren ihren Weg in den Rheingau, um ihre Werke in diesem Rahmen vorzustellen. Die Krimiabende finden zudem jedes Jahr an verschiedenen Orten statt, und so haben die Gäste die Möglichkeit, viele tolle Weingüter und Veranstaltungsorte kennenzulernen und sich dort von der Literatur der Vortragenden begeistern zu lassen.
Es ist somit ein rundum gelungenes Zusammenspiel aus einem unermüdlichen Initiator, tollen Gästen, wunderbaren Kunstschaffenden und den einzigartigen Orten im Rheingau. Und nicht zuletzt darf ich mich glücklich schätzen, die Lesereihe als Moderator auch kreativ begleiten zu dürfen.
Kriminetz: Darf sich deine Leserschaft auf ein neues Werk aus deiner Feder freuen?
Andreas Arz: Selbstverständlich darf sich meine Leserschaft auch bald wieder auf einen Roman aus meiner Feder freuen. Im letzten Jahr hatte ich viele Kurzgeschichtenprojekte und in dieser Zeit auch die Möglichkeit, neue Ideen zu sammeln. Nachdem mein letzter Roman ein Ausflug in das romantische Genre war, ist es jetzt wieder an der Zeit, einen Krimi aus meiner Feder fließen zu lassen. Ich habe in den letzten Monaten viele Zuschriften bekommen, und auch viele meiner treuen Leserinnen und Leser haben mich angesprochen, wann es denn wieder so weit sei, dass mein Kommissar Kießling einen neuen Fall aufklärt. Daher arbeite ich seit einigen Monaten an einer neuen Geschichte, die natürlich wieder im Rheingau ihren Platz gefunden hat. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten. In jedem Fall dürfen sich meine Leserinnen und Leser bald auf einen neuen Rheingau-Krimi von mir freuen.
Kriminetz: Vielen Dank, Andreas Arz, für die Beantwortung der sieben Fragen.
Zur Website des Autors: andreasarz.com

























