Der Schauspieler David Zimmerschied wuchs in Passau auf und zog nach Ende seiner Schulzeit und dem Zivildienst nach München, wo er Schauspiel studierte. Sein Debüt gab er bereits mit zwölf Jahren, als er unter der Regie des Kabarettisten Sigi Zimmerschied, seinem Onkel, bei der Film-Satire Schartl mitspielte.
Die Hauptrolle in der internationalen Romanverfilmung „Der geköpfte Hahn“ nach Eginald Schlattner brachte ihm eine Nominierung für den Undine Award ein. In Philip Grönings „Die Frau des Polizisten“ spielte er die männliche Hauptrolle. Der Film gewann bei den Filmfestspielen in Venedig 2013 den Spezialpreis der Jury. Im Jahr 2011 übernahm er die Rolle des Schneiders im Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“, welcher 2014 unter anderem den International Emmy Award, den Deutschen und Bayerischen Fernsehrpreis, die Goldene Kamera sowie auf dem Festival de la Fiction TV in La Rochelle den ‚Prix de la meilleure fiction européenne‘ und bei den Seoul International Drama Awards in der Kategorie ‚Best Mini-Series‘ gewann. 2018 gewann er mit dem Film „Kill Me Today, Tomorrow I´m sick!“ den Silver Award beim Montreal World Film Festival. Die Liste seiner Filme sowohl für Fernsehen als auch für Kino ist lang. Er stand auch auf Theaterbrettern.
2014 war er in der Jury des Deutschen Schauspielerpreises, der am 10. Februar 2014 in Berlin verliehen wurde.
Im März 2023 feierte David Zimmerschied bei der Starkbierprobe auf dem Münchner Nockherberg im Singspiel als Double von Friedrich Merz Premiere und ist seitdem dabei.
Für Kriminetz beantwortete David Zimmerschied sieben Fragen.
Kriminetz: Passau, wo du aufgewachsen bist, wird auch als das „Tor zum bayerischen Wald“ bezeichnet. Im ZDF wird am 6.10.2025 der zweiteilige Mystery-Thriller „Vogelfrei. Ein Schwarzwaldkrimi“ gezeigt, ab 27.9.2025 ist er in der Mediathek abrufbar. Was hat der Wald für dich für eine Bedeutung?
David Zimmerschied: Heilung. Es ist ja mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, wie gesund zum Beispiel Waldbaden für uns Menschen ist. In Japan wird es sogar von Ärzt*innen verschrieben, um das Immunsystem zu stärken und Stress zu senken. Ich kann es wärmstens empfehlen, ab und zu mal einen Baum zu umarmen. Leider hab ich das Gefühl, dass wir mehr und mehr den Zugang zur Natur verlieren. Und es gibt eh fast nur noch Nutzwälder und kaum richtige Wälder mehr.
Kriminetz: Über den Wäldern hängt oft Nebel. Auch Passau ist gefühlt von November bis April in Nebel gehüllt. Hat das, als du ein Kind warst, deine Fantasie angeregt?
David Zimmerschied: Schöne Frage, aber ich war ein schrecklich ängstliches Kind. Ich glaub, so ne neblige Novembernacht hat bei mir eher Stress und Panik ausgelöst. Ein schönes Waldbad hätte mir da geholfen.
Kriminetz: Kann man, ohne zu spoilern, fragen, worum es in „Vogelfrei. Ein Schwarzwaldkrimi“ geht?
David Zimmerschied: Es geht auch dieses Mal wieder recht neblig zu. Es wird auch wieder Ausflüge in die Vergangeheit geben, es gibt einen Mord und eine verlassene Mühle und fahrendes Volk und alte Legenden.
Kriminetz: Und was ist deine Rolle dabei?
David Zimmerschied: Hui. Die Dreharbeiten sind schon wieder so ewig lang her.. Aber soweit ich mich erinnere, geht es für Andreas Zollner um gesellschaftliche Rehabilitation und im weitesten Sinne auch um Heilung. Er hat viel zu tun und zu ermitteln und fürchtet sich in nebliger Nacht. Wenn man das hier so liest, möchte man meinen, ich hab mich selbst in jungen Jahren gespielt...
Kriminetz: War es ein großer Schritt für dich als junger Mann, aus der niederbayerischen Provinz in die Landeshauptstadt München zu ziehen, um Schauspiel zu studieren? Als ich selbst aus Passau wegzog, kam es mir so vor, als würde sich die Zeit in einer großen Stadt viel schneller drehen. Empfandest du das auch so?
David Zimmerschied: Absolut. Das Tempo und die Energie der Stadt sind wirklich viel höher. Das hat mich am Anfang einerseits kolossal überfordert, andererseits habe ich es aber auch genossen, weil mich die Pomadigkeit einer Stadt wie Passau auch wahnsinnig gemacht hat. Ich wollte was erleben und was sehen von der Welt und hab darauf gebrannt, Schauspieler zu werden. Da hat mich das Kleinstädtische sehr gebremst. Jetzt, wo ich etwas älter und ruhiger geworden bin, bin ich wieder viel mehr in Harmonie mit meiner Heimatstadt.
Kriminetz: Du spielst seit 2023 im Singspiel bei der Starkbierprobe am Nockherberg Friedrich Merz. Die Maske des BR ist genial! Und wie du ihn spielst ist unglaublich. Hat er selbst, oder sein direktes Umfeld, irgendwie darauf reagiert?
David Zimmerschied: Vielen Dank für die Blumen! Die geb ich gleich weiter an meine großartige Maskenbildnerin Sandra Muth, die mich jedes Jahr dafür zurechtmacht. Und ja, das ist wirklich eine große Freude ihn zu spielen. Die ganze Nockherberg-Produktion, von den Proben bis zur Vorstellung, ist ein großes Geschenk mit lauter tollen Menschen mit großen Herzen und viel Humor. Wie wundervoll, dass wir das machen dürfen, was für ein schönes Statement, dass unsere Demokratie doch noch funktioniert. Und Chapeau an die Politiker*innen, die sich das anschauen und hoffentlich über sich selbst lachen können. Und vielleicht auch über das ein oder andere Thema zum Nachdenken angeregt werden. Aber nein, weder Herr Merz noch sein Umfeld haben sich bisher bei mir gemeldet. Er ist ja aber auch ein vielbeschäftigter Mann...
Kriminetz: Du warst kürzlich beim Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein zur Premiere des Stuttgart-TATORTs Ex-It, aus der Feder von Wolfgang Stauch und nach der Regie von Friederike Jehn. Wie hast du das Festival erlebt?
David Zimmerschied: Ich hatte drei wirklich schöne Tage in Ludwigshafen. Die Stadt ist jetzt nicht so elegant, aber das Festival ist äußerst liebevoll gemacht, die Vorstellungen waren richtig gut besucht (so cool, mal wieder mit 500 Leuten in einem Kino zu sitzen und gemeinsam einen Film zu schauen) und die Möglichkeit, nach der Vorstellung noch ein ausführliches Publikumsgespräch zu führen, ist für beide Seiten sehr bereichernd.
Kriminetz: Vielen Dank, David Zimmerschied, für die Beantwortung der sieben Fragen.





















